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Linkshänderinnen erkranken weitaus häufiger an Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart von Frauen in Österreich. Wobei erstaunlicherweise vor allem Linkshänderinnen erkranken? Deren Risiko ist sogar höher als für Frauen, die die Pille nehmen oder rauchen.

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Linkshänderinnen erkranken weitaus häufiger an Brustkrebs
© Pradit_Ph/ iStockphoto.com

Viele Risikofaktoren für Erkrankungen kann man beeinflussen, um sich zu schützen. Man kann sich beispielsweise viel bewegen, gesund ernähren oder nicht rauchen. Aber es gibt auch Faktoren, die man leider kaum oder nicht beeinflussen kann. Wie etwa genetische Faktoren, wenn eine Krankheit in der Familie verstärkt vorkommt. Und es gibt einen Umstand, der bei Frauen das Risiko an Brustkrebs zu erkranken stark erhöht, den wir nicht verändern können und der die Medizin noch vor ein Rätsel stellt.

Linkshänderinnen haben doppeltes Brustkrebs-Risiko

Denn Linkshänderinnen erkranken signifikant häufiger an Brustkrebs als Rechtshänderinnen. Das belegten mittlerweile drei wissenschaftliche Studien in den letzten 20 Jahren, den Verdacht hegte man bereits weitaus früher. In zwei der Studien wird unter anderem aufgezeigt, dass Frauen, die die linke Hand bevorzugen, ein bis zu doppelt so hohes Risiko haben, vor den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken als Rechtshänderinnen, die dritte kommt sogar auf eine um den Faktor 2,59 erhöhte Brustkrebswahrscheinlichkeit.

Dabei stützt sich beispielsweise das Forschungsteam der Universitätsklinik in Utrecht auf sehr breit angelegte Zahlen: Mitte der 80er Jahre begann deren Studie und über 12.000 gesunde Frauen wurden über 16 Jahre begleitetet. Sie dokumentierten deren Lebensstil, Anzahl der Kinder, familiäre Vorgeschichten - und eben auch, welche Hand sie bevorzugt verwenden. Bei den Frauen, die in der Zeit einen Tumor im Brustgewebe entwickelten, zeigte sich die statistische Häufung unter den Linkshänderinnen.

Hilft es, als Linkshänderin auf rechts "umzulernen"?

Nicht einmal der Zigarettenkonsum oder die ebenso als Risiko eingestufte Anti-Baby-Pille kommen auf diese hohen Werte. Und es hilft leider auch nicht, auf die andere Hand "umzulernen". Denn die Gründe für das erhöhte Risiko vermutet man nicht in der persönlichen Vorliebe, sondern in der Entstehung derselben.

Was ist der Grund für den Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Linkshänderinnen?

Es gibt die Theorie in Fachkreisen, dass eine erhöhte Einwirkung von Sexualhormonen auf das Kind im Mutterleib verantwortlich sein könnte für die bösartige Veränderung des Brustgewebes, als auch für die Linkshändigkeit. Die Hormone sollen nämlich ebenso auf die Hirnentwicklung einwirken - und damit auch die angeborene Präferenz für eine Seite. Wirklich nachgewiesen ist diese Annahme und dieser Zusammenhang jedoch nicht und daher ist das erhöhte Brustkrebsrisiko bei Linkshänderinnen leider noch weitgehend ungeklärt.

Daher ist es umso wichtiger, zur Vorsorge zu gehen sowie die Brust regelmäßig selbst abzutasten. Hier erfährst du mehr:

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Thema: Brustkrebs