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Lisbeth Bischoff und Birgit Fenderl:
"Liebe ist etwas für Stubenmädchen"

Die ORF-Moderatorinnen Birgit Fenderl und Lisbeth Bischoff kommentieren am 29. April im TV die Hochzeit von Kate und William. Das denken sie privat über Ehe und Prinzessinnen.


Lisbeth Bischoff und Birgit Fenderl:
"Liebe ist etwas für Stubenmädchen"
© Heinz S. Tesarek

Wenn Englands Prinz William am 29. April seiner Langzeitfreundin Kate Middleton in der Londoner Westminster Abbey ewige Treue schwört, dann wird aus Österreich kein einziger adeliger Gast dabei sein. Dafür aber ganz gewiss Hunderte Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen.

Für die nötige Spannung sorgen im ORF die bewährten Adelshochzeits-Spezialistinnen ( moderierten schon im Juni 2010 die Hochzeit von Schwedens Kronprinzessin Victoria und ihrem Daniel ): "ZiB"-Moderatorin Birgit Fenderl, 40, und Adelsexpertin Lisbeth Bischoff, 55. Und das ganze zehn Stunden lang!

Keine leichte Sache, wenn man bedenkt, dass alles relativ spontan moderiert werden muss und nicht einmal für eine kleine Stärkung zwischendurch Zeit bleibt. Fenderl: "Zeit zum Essen haben wir da nicht. Wir werden in den kurzen Pausen nur etwas trinken. Trotzdem freuen wir uns sehr auf diesen Job."

WOMAN: Warum verfolgen so viele Leute royale Hochzeiten mit?

Bischoff: Weil die wie Märchen sind. Viele erinnern sich an die eigene Heirat zurück. Jeder sehnt sich eben nach seinem Prinzen, seiner Prinzessin...

Fenderl: In Zeiten wie diesen - vor allem nach dem Erdbebendrama in Japan - sehnen sich die Menschen nach positiven Ereignissen. Mir persönlich geht so eine Heirat auch nahe. Auch weil ich endlich über etwas Erfreuliches berichten darf.

WOMAN: Für Sie ist es vorrangig ein Job. Würden Sie sich das privat auch ansehen?

Fenderl & Bischoff: Natürlich!

WOMAN: Das Geheimnis, wie Kates Brautkleid aussieht, wird erst am Hochzeitstag gelüftet. Wie reagieren Sie, wenn es Ihnen ganz und gar nicht gefällt?

Fenderl: Dann sagen wir’s so.

WOMAN: Was werden Sie eigentlich im TV-Studio tragen?

Fenderl: Etwas Edles und Highheels, die schon im Sitzen weh tun (schmunzelt) .

Bischoff: Aber wir dürfen nicht schöner als die Braut sein...

WOMAN: Würden Sie gern mit Kate tauschen?

Fenderl: Nie im Leben!

Bischoff: Ich auch nicht! In dieser Ehe ist alles inszeniert so wie einst bei Lady Di und Charles. Die Engländer wünschen sich die Wiederholung des Mythos Diana. Dass William Kate den Verlobungsring seiner toten Mutter ansteckte und keinen neuen, ist ein Signal dafür. Aber es hat auch ökonomische Gründe: So wird das englische Volk aufgefordert zu sparen. Denn auf die Briten kommt ein rigoroses Sparpaket zu. Die Hochzeit soll davon ablenken.

Fenderl: Als ich diesen Ring sah, hat’s mich schon geschaudert. Die Ehe von Diana und Charles war ja alles andere als glücklich.

WOMAN: Ist es die große Liebe zwischen Kate und William?

Fenderl: Die große Liebe? Könnten Sie denn das beurteilen? Ich nicht!

Bischoff: Liebe ist etwas für Stubenmädchen. In Adelskreisen werden Ehen meist arrangiert. Da geht’s ums Geschäft, nicht um Romantik. Dessen sind sich auch die bürgerlichen Damen bewusst, die Prinzen heiraten. Letizia von Spanien ist auch nicht naiv in den Palast eingezogen.

Fenderl: Ich war damals bei der Hochzeit in Madrid. Die dortigen TV-Kollegen erzählten, dass Letizia als Journalistin und Frau immer zielstrebig war. Ihr war wichtig, den künftigen König zu heiraten.

WOMAN: Auch Kate wird unterstellt, berechnend zu sein.

Bischoff: Sehen Sie sich an, wie sie sich vor den Kameras verhält. Sie ist total kontrolliert und wurde von ihrer Mutter Carol stets darauf getrimmt, einen reichen Mann zu heiraten. Carol war maßgeblich daran beteiligt, dass Kate im Saint-Andrews-College unterkommt, weil sie wusste, dass William dort studiert. Dass sie ihn dort traf, war kein Zufall!

WOMAN: Wir erinnern uns an die zärtlichen Gesten zwischen Victoria und Daniel. Wird die englische Hochzeit auch so gefühlvoll?

Bischoff: Sicher nicht! Die Briten sind generell kühler, und Kate und William sollen extrem reserviert sein. Das höchste der Gefühle wird der offizielle Kuss auf dem Balkon des Buckingham Palace sein. Der wird schon eifrig geprobt.

WOMAN: Hoffentlich geht’s in der Ehe dann leidenschaftlicher zu!

Bischoff: Es reicht, wenn’s einmal so ist und fruchtet. William braucht ja vor allem einen Thronfolger! Kate wird immer in der zweiten Reihe stehen und auch als seine Frau spüren, dass sie nicht blaublütig ist.

Fenderl: "Schwiegerdrache" Camilla nennt sie jetzt schon abschätzig "Kate Simpleton".

Bischoff: Übrigens, mich fasziniert am meisten Mette-Marit von Norwegen. Ich kenne sie, war sofort beeindruckt. Sie stellte sich als alleinerziehende Mutter sogar ihrem schillernden Vorleben! Die anderen Prinzessinnen sind bloß Modepuppen mit Kleidergröße 36.

WOMAN: Frau Fenderl, ist Ihnen schon eine Prinzessin begegnet?

Fenderl: Ja, meine Tochter Anna, 6, wenn sie sich als solche verkleidet. Die Schwedenhochzeit schaute sie mit ihrer besten Freundin in Prinzessinnenkleidern. Dabei sprachen sich die beiden nur noch mit "Victoria“ und "Daniel“ an. Diesmal spielen sie sicher Kate und William.

WOMAN: Ist Anna schon verliebt?

Fenderl (lacht) : Sie ist sogar schon mit einem Kindergartenfreund "verheiratet“. Letztens fragte sie mich, warum man nicht zu dritt heiraten kann.

WOMAN: Frau Bischoff, haben Sie auch Kinder?

Bischoff: Nein, ich habe auch noch nie geheiratet. Meine zwei Großtanten - beide wurden über 100 - sagten mir immer, ich soll mir Zeit lassen damit. Wenn ich mit 55 heirate und bis 85 lebe, muss ich eh 30 Ehejahre hinter mich bringen. Das ist genug!

WOMAN: Wie alt sind Sie jetzt?

Bischoff: 55 (lacht)!

WOMAN: Und gibt’s den Prinzen?

Bischoff: Einen? Mehrere!!!

Interview: Brigitte Hicker & Petra Klikovits

Thema: Liebe