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Wir haben Menschen gefragt, was sie bei einem 2. Lockdown anders machen würden

In vielen europäischen Ländern wurden bereits Ausgangssperren beschlossen. In Österreich noch nicht, aber dennoch haben wir nachgefragt, wie der zweite Lockdown aussehen könnte - und vor allem, was Menschen in unserem Umfeld anders machen würden.

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Auch wenn die Regierung sich bis jetzt von einem zweiten Lockdown distanziert hat, werden in nächster Zeit strengere Maßnahmen kommen müssen, die hoffentlich die Corona-Pandemie eindämmen können. Deshalb ist von einem Lockdown Light die Rede, also einer Verschärfung der Regeln nach deutschem Vorbild. Kurz zusammengefasst: Schließung der Gastronomie, Freizeitparks, Thermen, Schwimmbäder, Theater, Opern- und Konzerthäuser bis Ende November, Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit nur mit 10 Personen aus zwei Haushalten und Home-Office, wo dies umsetzbar ist. In einer Pressekonferenz (Stand 29. Oktober) sprach Kanzler Sebastian Kurz davon, erst am Samstag, dem 31. Oktober, über weitere Maßnahmen zu informieren. Somit heißt es wieder warten ....

Doch eines wissen wir jetzt schon: Keinesfalls wollen wir Panik und Angst schüren, sondern vielmehr lösungsorientiert an die Sache herangehen: Denn selbst, wenn unser Leben wieder einmal massiv eingeschränkt werden sollte, weigern wir uns, das als Niederlage zu sehen. Wir alle können trotzdem bestimmen, was wir mit unserem Alltag machen und wie wir die neue Situation meistern wollen. Ja, ein zweiter Lockdown – ob man die Maßnahmen jetzt so nennen möchte oder nicht – kann eine Chance sein, zur Ruhe zu kommen, sich zu sammeln und positiv in die Zukunft zu schauen. Und damit das klappt, kann man sich jetzt schon einen Plan überlegen, wie man die nächste Zeit verbringen möchte. Wir haben uns schon mal Inspiration geholt:

Lina, 23

"Beim ersten Lockdown bin ich zu meinen Eltern aufs Land nach Oberösterreich gefahren - eine supergute Entscheidung, weil es ja Frühling war, ich die Zeit im Garten und in der Natur verbringen konnte, anstatt in meiner Wohnung ohne Balkon. Ich hab zwar viel Sport gemacht (Pamela Reif, wer sonst?), aber ansonsten hatte ich so gut wie gar keine Struktur. Jetzt würde ich, glaube ich, in Wien bleiben und einfach versuchen, meinen Alltag so gut wie möglich weiterzuführen. Weil ich auch studiere, ändert sich bei mir in dieser Hinsicht nicht viel. Ich habe, ob Lockdown oder nicht, dieses Semester sowieso alles online und auch ziemlich viel zu tun. Ich glaube, dadurch, dass wir den Lockdown jetzt schon 'kennen', kann ich vieles gelassener nehmen und würde mich davon nicht mehr so aus der Bahn werfen lassen. Das Leben geht weiter, irgendwann hört auch der Lockdown wieder auf und ich möchte versuchen, meine Struktur so gut wie möglich zu behalten."

Michael, 30

"Ganz ehrlich: Ich würde mir auf Netflix gleich eine Serie mit mehreren Staffeln rauspicken, anstatt ständig etwas Neues zu suchen und dann einfach einen pervers hohen Anteil meiner Freizeit vor dem Fernseher knotzen. Und zwar ganz ohne schlechtem Gewissen! Es ist eine Ausnahmesituation und Ablenkung ist mir jetzt einfach viel wichtiger als irgendwelchen äußeren oder inneren Ansprüchen zu entsprechen."

Gerti, 66

"Auf alle Fälle würde ich die Maßnahmen in Bezug auf meine Sicherheit ernster nehmen. Ich möchte einfach nicht angesteckt werden! Mein Mann und ich werden uns auch mehr Essen liefern lassen, um nicht mehr einkaufen zu müssen."

Sarah, 25

"Ich würde auf jeden Fall: viel mehr für die Uni erledigen und mich reinhängen, endlich mal kochen lernen, mein Zimmer umräumen beziehungsweise eine neue Ordnung in die Schränke bringen, wieder anfangen zu zeichnen, weil mich das früher immer abgelenkt hat und wie Meditation für mich war & eventuell meinen Modeblog wieder ins Leben rufen."

Walpurga, 30

"Ich würde weniger Erwartungen an mich selbst haben, dass ich viel mehr weiterbringe, nur, weil ich mehr zuhause bin. Weil beim ersten Mal haben sich durch das Zuhausesein viele Dinge angehäuft: Ich habe mehr gekocht, mehr Geschirr abgewaschen, mehr geputzt..."

Tabea, 29

"Ich würde die Zeit für mich nutzen. So als Entschleunigung des Alltags. Außerdem würde ich viel in die Natur gehen. An Projekten arbeiten, für die man sonst zu wenig Zeit hat. Und auf jeden Fall auch an Plänen oder Träumen für die Zukunft arbeiten, wenn das möglich ist. Ich finde, das gibt einem doch so ein bisschen Motivation und Hoffnung in einer so psychisch belastenden Zeit."

»Dadurch, dass wir den Lockdown jetzt schon 'kennen', kann ich vieles gelassener nehmen.«

Lena, 19

"Ich glaub ich würde eigentlich nichts anders machen! Fand den ersten Lockdown eigentlich extrem angenehm... Aber im Winter würde ich wahrscheinlich einfach versuchen, das Leben zu genießen und nicht zu jammern! Man kann ja an der Situation eh nichts ändern, also sollte man gleich versuchen, das Beste daraus zu machen! Vielleicht endlich mal einen Pullover stricken oder und ein Tagebuch führen - für die Enkelkinder, die irgendwann ihre vorwissenschaftliche Arbeit über COVID-19 schreiben. Und ich würde jeden Tag irgendwas machen, worauf man sich freuen kann: spazieren gehen, kochen, Kekse backen, basteln, spielen, lesen, Sport machen ..."

Bella, 29

"Ich werde so viel Zeit wie möglich im Freien verbringen und weniger Nachrichten lesen. Außerdem möchte ich versuchen, meine Routine aufrecht zu erhalten, denn ich schreibe gerade meine Diplomarbeit."

Sara, 23

"Die Zeit mit meinem Schatz habe ich damals extrem genossen und das würde ich genauso wieder tun.
Unser Vorteil ist, dass wir eine neue Wohnung haben, die viel wohnlicher und gemütlicher eingerichtet ist, als die letzte (wobei ich noch mehr Pflanzen kaufen würde!). Nachrichten habe ich während dem ersten Lockdown schon stark verfolgt und daran wird sich ebenfalls nichts ändern. Zwei Dinge würde ich aber bestimmt mit mehr Bedacht angehen: die Ausgaben und meine Psyche. Kurzarbeit hat uns so viel Kohle gekostet und echt ein Riesenloch in unsere Ersparnisse gerissen. Trotzdem habe ich während dem ersten Lockdown bewusst auf meine Psychotherapie verzichtet, das würde ich nicht mehr tun."

Maria, 32

"Ich will versuchen, mir selbst weniger Stress zu machen. Im Frühjahr war ich jeden Tag in den ganzen Livetickern und hab die Zahlen gecheckt. Das nächste Mal reduziere ich das ein wenig."

Katharina, 29

"Ich würde versuchen, mich weniger zu stressen und das Mehr an wirklicher Freizeit auch genießen. Im Lockdown 1 wollte ich jede Minute des Tages mit „Sinn“ vollstopfen, hab gekocht, gebacken, gelesen, musiziert und täglich zwei Mal gesportelt. Was mich am Ende massiv gestresst hat. Mehr Müßiggang. Es hüft eh nix."

Karl, 70

"Wir werden alle Einkäufe selber erledigen – hoffentlich ist es für uns Risikogruppe beim zweiten Lockdown möglich. Sonst Lockdownbusiness as usual."

»Während dem ersten Lockdown habe ich bewusst auf meine Psychotherapie verzichtet, das würde ich nicht mehr tun.«

Beate, 40

"Im Grunde würde ich nicht viel ändern. Ich hab im Laufe des ersten Lockdowns eine ganz gute Routine gefunden, auch dank der Tatsache, dass mein Freund und ich recht gut harmoniert haben in unseren Vorstellungen.
Ich würde also ähnlich wie im Frühling versuchen, viel rauszugehen, ein bisschen Yoga machen zu Hause (das vielleicht ein bisschen konsequenter) und schauen, dass ich gut koche. Erstens weil es mir Spaß macht und zweitens weil gerade in so einer fordernden Zeit qualitativ hochwertiges Essen wichtig ist. Das Einzige, was ich vielleicht wirklich ändern würde, wären klarere Arbeitszeiten und dadurch bessere Trennung. Die Arbeit würde genau so gut oder sogar besser gelingen, wenn man für sich klare Frei-Zeiten definiert und nicht gefühlt permanent auf Abruf ist. Und all das würde ich von Anfang an so machen. Im Frühling war ich die ersten Wochen nämlich schon sehr gestresst von der Situation und der damit verbundenen Unklarheit. Ein zweiter Lockdown hätte für mich persönlich deshalb den Vorteil, dass ich die Situation schon kenne und deshalb diese psychisch wirklich stressige Zeit gerade zu Beginn sicher wesentlich entspannter wäre. Aber ich hoffe doch sehr, dass uns das ein zweites Mal erspart bleibt!"

Jessy, 29

"Ich würde mehr Zeit im Freien verbringen. Im ersten Lockdown habe ich die Wohnung nämlich nur einmal pro Woche verlassen, um einzukaufen."

Susanne, 41

"Ich würde versuchen, mir mehr schöne Momente zu schaffen: sei es mit Spaziergängen, lustigen Serien oder Büchern oder Meditation. Um trotz des Chaos da draußen, Positives zu verspüren und zwischendurch mal die Sorgen abschütteln zu können. Denn all die negativen Meldungen machen alles nur noch schlimmer!"

Mila, 35

"Ich würde es diesmal entspannter angehen lassen und mehr Zeit in der Natur verbringen. Beim ersten Lockdown habe ich erst viel zu spät entdeckt, dass es mir wahnsinnig hilft, im Wald zu sein. Außerdem hatte ich im ersten Lockdown noch keinen Hund, ich habe also die beste Begleitung!"

»Ich möchte diese Zeit mit Positivem bekräftigen, statt mich permanent runterziehen zu lassen!«

Alex, 31

"Ich würde mehr spazierengehen! Auch deshalb, weil ich in der Innenstadt wohne und die sonst nie so leer ist, wie während eines Lockdowns."

Markus, 54

"Ich habe nur ein Vorhaben: Endlich den Film 'Blade Runner 2049" schauen!"

Eli, 30

"Spazieren gehen und Nachrichten lesen würde ich gleichermaßen wie im ersten Lockdown, aber ich glaube, ich müsste mich bei einem zweiten besser organisieren, damit ich den so gut wie den ersten nutzen kann."

Martha, 29

"Ich würde die Zeit nützen, um mehr Bücher zur Persönlichkeitsbildung zu lesen, statt auf Netflix abzuhängen (das höchstwahrscheinlich eh wieder hängen wird, weil es zu einer Überlastung kommen wird) oder mir das vierhundertste TikTok-Video anzuschauen. UND ich würde weniger die Nachrichten checken, weil ich das Wort Corona und alles, was damit in Zusammenhang steht, ehrlich gesagt nicht mehr hören und lesen kann. Zudem sind die Kommentare in den sozialen Netzwerken vorrangig negativer Natur und ich möchte diese Zeit mit Positivem bekräftigen, statt mich permanent runterziehen zu lassen!"

Carina, 48

"Mehr Bewegung schadet nie. Weniger Putzen würde ich!"

»Den nächsten Lockdown gehe ich mit voller Kraft ganz allein an und werde mich hardcore in den Selfcare-Modus begeben.«

Antonia, 31

"Ich hatte beim letzten Lockdown glücklicherweise ein klassisches Corona-Gspusi und war deshalb fast nie alleine. Und weil das Ganze dann doch nicht funktioniert hat, bin ich inzwischen wieder Single.
Den nächsten Lockdown gehe ich mit voller Kraft ganz allein an und werde mich hardcore in den Selfcare-Modus begeben. Dieses Mal aber mit weniger Badewanne und Rotwein, sondern mit mehr Sporteinheiten und einer klaren Struktur fürs Homeoffice. Viele Pausen und bis spät abends arbeiten? Dieses Mal wird das gestrichen …"

Ella, 29

"Ich würde weniger Nachrichten lesen & schauen. Das habe ich damals doch zu oft gemacht und das hat meine Stimmung täglich negativ beeinflusst. Jedoch weiterhin so oft es geht rausgehen, um zu spazieren oder zu laufen. Das hat mir immer dabei geholfen, einen freien Kopf zu bekommen"

Andrea, 34

"Ich würde auch viel mehr mit dem Hund rausgehen - beim ersten Mal hab ich mich noch zuhause versteckt, das würde ich jetzt nicht mehr tun. Anderen aus dem Weg gehen, klar - aber trotzdem mehr raus. Und ich würde die Zeit statt mit Fürchten mit Weiterbildung verbringen. Tu ich jetzt schon, aber halt mehr mit Ruhe und weniger Druck. Um meine Bedürfnisse wieder mehr wahrzunehmen, würde ich auch mehr für mein Selfcare tun."

Philip, 35

"Also dieses Mal bestell ich mir fix eine Yogamatte."

Thema: Coronavirus
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