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Statt Soja: Kennst du schon Lupine?

Wusstest du, dass die Süßlupine eine ideale Alternative zu Soja ist? Sie enthält richtig viel Eiweiß und gesunde Nährstoffe. Und man kann sogar Schnitzel daraus machen!

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Lupine Smoothies

Glutenfrei, laktosefrei und sojafrei - dafür aber voller wichtiger Nährstoffe!

© Shutterstock/Alena Haurylik

Soja galt lange Zeit als gesunde Eiweißquelle, die vor allem bei Vegetariern und Veganern, aber auch bei Sportlern und gesundheitsbewussten Konsumenten sehr beliebt war. Durch Gentechnik und Nebenwirkungen steht die Nutzpflanze aber zunehmend in der Kritik. Nun macht ihr eine heimische Wildpflanze starke Konkurrenz: Die Süßlupine. Christian Wenzel, Inhaber des veganen Fitnessmagazins Vegan-Freeletics und Buchautor, erklärt die vielen Vorteile der Lupine.

Was sind Lupine?

Die Lupine ist eine Pflanze die zu der Familie der Hülsenfrüchte gehört. Eine Zuchtform der Lupine ist die Süßlupine welche nur noch einen Bruchteil der Bitterstoffe des Originals besitzt und somit für den Menschen genießbar ist. Die Samen der Pflanze sind sehr eiweißhaltig, was sie vergleichbar mit Soja macht. Süßlupinen haben einen lieblich nussigen Charakter. In Portugal und vielen Ländern im Mittelmeerraum sind die Lupinenbohnen längst in fast jeder Bar als kleiner Snack auf den Tischen anzutreffen. Mittlerweile gibt es eine breite Auswahl an Lupinenprodukten.

Lupine - Süßlupine Pflanze

Warum ist sie für Vegetarier und Veganer interessant?

Die Süßlupine enthält keine Stärke und ist glutenfrei, laktosefrei, cholesterinfrei und sojafrei. Sie enthält alle acht essenziellen Aminosäuren und 30 bis 40 Prozent Gesamteiweiß. Besonders wertvoll ist die Aminosäure Lysin, die ansonsten in Getreide kaum vorkommt. Somit sorgt die Süßlupine für einen unbeschwerten, gesunden Genuss auf dem Teller und ganz nebenbei auch noch für eine schlanke Figur. Für Veganer und Vegetarier ist sie also nicht zuletzt wegen ihres hohen Eiweißanteils und als Ersatz für Soja interessant.

Wo wächst die Süßlupine?

Die Heimat der Pflanze ist der Mittelmeerraum, doch wächst sie auch wild in heimischen Gefilden. In Deutschland werden die blaue, die weiße und die gelbe Süßlupine angebaut. Hauptsächlich im Norden wächst und gedeiht sie hervorragend und stellt keine großen Ansprüche an den Boden und die Bedingungen. Die wilde Lupine kann man sehr oft an Autobahnrändern bewundern.

Lupine - Rezepte

Schmeckt sie wirklich süß?

Der Name der Süßlupine rührt nicht daher, dass die Samen süß schmecken, sondern geht auf die Herauszüchtung der Bitterstoffe aus der Lupine zurück. Die verarbeitete Bohne hat einen leicht nussigen Geschmack.

In welchen Lebensmitteln ist die Süßlupine enthalten?

Süßlupinenmehl kommt bereits in vielen Backwaren vor, um den Teig aufzulockern. Mittlerweile gibt es aber auch eine größere Anzahl an Lupinenprodukten im Handel. Süßlupinenmilch, Joghurt und Süßlupineneis gehören schon zum Standardsortiment vieler Supermärkte. Zudem gibt es Lupinenfertigprodukte wie Lupinenwürstchen, Lupinenburger und Gyros. Die Auswahl ist also bereits groß und es kommen immer neue Produkte hinzu.

Warum spricht noch keiner davon, wenn die Süßlupine so toll ist?

Die Süßlupine spielt in der mediterranen und südamerikanischen Küche schon seit 2000 Jahren eine beachtliche Rolle, hierzulande kommt ihre Zeit erst noch. Gerade in den größten Soja-Anbauländern der EU wie Italien, Serbien, Frankreich, Rumänien, Österreich und Ungarn haben aber wir aber auch eine riesige Industrie, die mit Soja Geschäfte macht. Durch den immer größer werdenden Anteil von Vegetariern und Veganern - die neue Produkte wollen - wird nun aber auch die Industrie aufmerksam und es werden tolle neue Produkte kommen.

Lupine - Rezepte

Wie kann man die Lupine zubereiten?

Von einfachen Müslis und leckeren Riegeln über pikante Gerichte wie dem Süßlupinenburger, leckere Aufläufe bis hin zu leckeren und gesunden Desserts. Als Highlights sind hier sicherlich Mousse au Chocolate, Lupineneis mit Minze und Kaiserschmarrn zu nennen.
Aber auch die ganzen Basic-Lebensmittel wie Lupinenmilch, Joghurt, Smoothies und Lupinenbrot sind zu haben.

Kochen mit Lupine

Im Buch „Vegan kochen mit Lupine“ zeigt Christian Wenzel, Experte für vegane Fitnessernährung, in über 55 Rezepten die Vielfältigkeit der Wildpflanze: Egal ob als Süßspeise, im Salat, als Hauptmahlzeit, gesunder Snack oder für den zusätzlichen Proteinkick im Shake. Erhältlich im riva Verlag für Euro 14,99.

Themen: Ernährung, Vegan