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Warum der Glitzer in Lush-Produkten synthetisch ist

Nachhaltige und natürliche Kosmetik erlebt gerade einen Boom. Doch bei manchen Inhaltsstoffen ist es besser, wenn sie im Labor hergestellt werden.

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glitzer mica
© istockphoto.com

Viele von uns gehen wie kleine Elstern durch die Welt. Wir fühlen uns zu allem hingezogen, das glimmt und glitzert. Doch leider ist nicht alles, was glänzt aus Gold. Und es wird auch nicht alles, was glänzt unter tollen Bedingungen abgebaut. Eigentlich nur das Wenigste davon. Denn Glitzer gelangt in den meisten Fällen auf eine nicht allzu glamouröse Art in unsere Kosmetikprodukte. Und deshalb hat die Wellness-Firma Lush auch aufgehört, natürliches Glitzer zu verwenden. Doch dazu später mehr.

Woraus besteht Glitzer?

Kosmetischen Glitzer sollte man eigentlich Glimmer nennen, denn die Partikel stammen von den sogenannten Glimmermineralen. Genauer gesagt von Mica. Dieses Mineral gibt es in vielen verschiedenen Arten rund um den Globus, doch laut der Industrie, ist besonders indisches Mica beliebt.

Der glimmernde Stein wird unter der Erde, in Minen, abgebaut. Je tiefer man dabei in die Erde vorstößt, desto größere Mineralien findet man.

Warum ist natürliches Mica umstritten?

Der Abbau des Mica selbst und auch das Vorkommen des Steins birgt an sich keine Probleme. Doch da sich die Abbaugebiete in den ärmeren Regionen der Welt befinden, steht die Sache mit der Kinderarbeit im Raum. Denn obwohl vielerorts die Kinderarbeit schon lange verboten ist, halten sich die Minenbesitzer nicht immer an die Vorlagen.

Und selbst wenn eine Mine als kinderarbeistfrei gilt, kann man nicht davon ausgehen, dass dies auch der Wahrheit entspricht.

Wie gehen Firmen mit dieser Information um?

Laut Spiegel Online, die 2018 Unternehmen zu den Lieferketten rund um Mica befragt haben, sei den Firmen klar, dass in den Minen auch Kinder arbeiten. Deshalb wurde von mehreren Global Playern die "Responsible Mica Initiative" ins Leben gerufen, wonach die Industrie versucht, bis 2022 nur noch Glimmer aus legalen Quellen zu kaufen.

Eine Firma, die fast schon bekannt für ihren exzessiven Gebrauch von Glitzer ist, geht die Sache ganz anders an: Lush hat Anfang 2018 festgelegt, dass sie keinen natürlichen Glimmer mehr einkaufen werden. Und das, obwohl die Produkte voller natürlicher und frischer Inhaltsstoffe stecken. Doch der Kosmetikfirma ist die Sache mit dem natürlichen Mica zu heikel.

Und so entstand Synthetic Fluorophlogopite, der Fachname des synthetischen Micas. Es wird aus umweltschonenden Materialien hergestellt und birgt deshalb sogar Vorteile. Zum Beispiel können so viel größere Glitzerflocken für Augenmakeup hergestellt werden, was mit natürlichem Mica eher nicht möglich ist, da die groben Flocken die Augenpartie reizen könnten.

Woran erkennst du, ob natürliches oder synthetisches Mica in einem Kosmetikprodukt enthalten ist?

  • Natürliches Mica wird angeführt als:
  • Mica
  • CI 77019
  • Potassium Aluminium Silicate
  • Synthetisches Mica wird angeführt als:
  • Synthethic Fluorphlogopite
  • Synthetisches Mica