Ressort
Du befindest dich hier:

Und auf einmal ist sie da: Die Depression

Depression bedeutet nicht unbedingt traurig zu sein. Oftmals wird diese nicht erkannt, da sie in vielen Gestalten und Gefühlen auftritt.

von

Frau, mit steinernem Gesichtsausdruck, die im bett liegt

Antriebslosigkeit sowie Schlafstörungen können ebenso Symptome einer Depression sein.

© Thinkstock

Eigentlich sollte doch alles großartig sein. Ich habe einen Job, der mich interessiert, einen Partner, der mich unterstützt, ein schönes Zuhause. Eigentlich. Aber warum weine ich dann manchmal heimlich unter der Dusche und fühle mich so unglaublich leer?
Meine Freunde und Freundinnen könnte ich vielleicht öfter treffen. Aber das schaffe ich nicht mehr wirklich. Irgendwie bleibt keine Energie übrig am Ende des Tages. Dabei müsste ich doch nur mal wieder zum Telefon greifen und einfach anrufen. Aber selbst das ist zu viel.
Ich stehe in der Früh auf, gehe zur Arbeit, komme wieder nach Hause und falle vielleicht noch vor dem Bett vor den Fernseher. Da ist nur der Wunsch zu schlafen. Vollkommene Antriebslosigkeit.

Ich funktioniere. Nach außen. Für die Gesellschaft. Aber nicht für mich. Nicht nach innen. Da ist besagte Leere, Einsamkeit, Lustlosigkeit und die Unfähigkeit etwas für mich zu tun.

Allesamt Symptome einer Depression. Dazu können aber ebenso Gefühllosigkeit, Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Verlust von Interessen, Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit, Wut, Konzentrationsstörungen, Unentschlossenheit, Ängste, Selbstzweifel, Erschöpfung, Schlafstörungen, Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme gehören. Denn eine Depression ist nicht immer nur Traurigkeit, sondern kann soviel mehr sein und wird daher von vielen Menschen nicht erkannt und auch nicht entsprechend behandelt.

Körperteile, die sich durch Stoff drücken.
Es gibt einen Weg heraus - mit Hilfe einer Gesprächstherapie.

Wird der Ursache jedoch nicht auf den Grund gegangen, können sich die Symptomatiken noch verschlimmern. Früh erkannt kann eine depressive Erkrankung bei den meisten Menschen vollständig geheilt werden. Die klassische Methode der Bekämpfung ist die Gesprächstherapie. Und es gibt wirklich keinerlei Grund, Bedenken zu haben zur Therapie zu gehen. Man lässt sich ja schließlich auch medizinisch behandeln, wenn man körperliche Beschwerden hat, warum also nicht bei seelischen. Und Reden hat doch noch niemandem geschadet. Darüber hinaus werden mittlerweile Therapien oftmals als Coaching tituliert und begriffen.

Und man ist vor allem nicht allein. Fast jeder fünfte Mensch in Europa erkrankt zumindest einmal in seinem Leben an einer Depression. Dabei erkranken Frauen bedauerlicherweise fast doppelt so häufig wie Männer. Höchste Zeit also, mal wieder auf sich selbst zu achten.