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Lylit im Interview: Mit Soul gegen Sexismus

Ihre Powerstimme fordert und berührt, ihre Single „Blocks“ ruft auf zur Rebellion der Frauen: Lylit ist in der Branche Kult, war Sängerin von Parov Stelar und hat das demnächst erscheinende Album von Conchita komponiert.

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Lylit im Interview: Mit Soul gegen Sexismus
© DANIEL SHAKED

Selbst konnte die Künstlerin allerdings noch nichts veröffentlichen: Nach dem Start einer Traumkarriere in New York ging ihr Label pleite, entließ Lylit alias Eva Klampfer aber sechs Jahre lang nicht aus dem Knebelvertrag. Nun schrieb sich die in Wien lebende Oberösterreicherin Frust und Wut von der Seele. Eine EP, produziert von ihrem langjährigen Freund Andreas Lettner, wird im März auf Release-Tour durch Österreich vorgestellt, ein Album folgt im Herbst.

Was hat Sie zu Ihrer Single „Blocks“ inspiriert?
Lylit: Ich sollte in einem TV-Format auftreten, aber dann wollte man mich nicht dabei haben, weil „meine Optik“ nicht stimmt. Das hat man mir so ins Gesicht gesagt. Da darf man sich selber zusammenreimen, was genau nicht passt, kein schönes Gefühl. Das Thema begegnet Frauen immer wieder in der Musikindustrie. Die Zeit war reif, darüber einmal eine Nummer zu schreiben.

Also ein Aufruf gegen Sexismus?
Lylit: Es wird einfach Zeit, dass die Welt viel mehr Frauen in Führungspositionen hat, weiblichen Idole hat. Dass eine Frau, die ihren Job supergut macht, nicht über das Äußere definiert wird. Wenn ich mich mit meinen Gesangskolleginnen austausche, kommen immer ähnliche Erfahrungen. Wir müssen uns verbünden, üben, dass wir trotz der „Blocks“, die uns in den Weg gelegt werden, diesen Weg gehen.

Deshalb ist dein Künstlername auch Lylit – nach der erste Frau Adams, die sich ihm nicht unterwerfen wollte?
Lylit: Genau. Ich heiße ja Eva, aber mit Lylit, wie die ihren Weg geht, fühle ich mich viel verbundener als mit der unterwürfigen Eva. Die der Plan B ist, schnell aus der Rippe gebastelt.

Du singst „We got the key now in our hands“ – was wäre ein Schlüssel, um die Frauen zu stärken?
Lylit: Wir werden ja schon immer stärker, besonders in der Kunst. Ich merke, dass der Austausch klappt, unsere Zeit scheint zu kommen. Aber wie bei allen Unterdrückungsgeschichten marschieren wir noch nicht richtig los. Deshalb braucht es immer Frauen, die bewusst nach vorne gehen und Dinge durchsetzen.

Was raten Sie Frauen?
Lylit: Frauen sollten dieses „zuerst komme ich“ lernen. Ich habe früher auch immer das Gefühl gehabt, ich muss geben, es allen Recht machen. Bis ich keine Energie mehr hatte und merkte: Ich muss die Dinge durchziehen, auch wenn ich damit vielleicht irgendjemanden auf die Füße trete.

Mehr Infos zur Künstlerin und Tourdaten findest du hier.

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