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M. Muschitz: „Vergleich möglich machen: Lohntransparenz im Gesetz verankern!“

Zum zweiten Mal hat das internationale Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) anhand von Zahlen der Statistik Austria errechnet, um wie viele Tage Frauen 2009 länger hätten arbeiten müssen, um das gleiche zu verdienen wie Männer im selben Jahr. Es sind satte 70 Tage! Wir sprachen mit Michaela Muschitz, Präsidentin von BPW Austria.


© privat

WOMAN: 70 Werktage mehr, um das gleiche Jahresgehalt zu verdienen wie Männer. Ist die Tendenz steigend oder fallend?

Muschitz: Die Situation hat sich geringfügig verbessert: Im Vorjahr lag die Differenz bei 73 Tagen. Rechnet man aber die Teilzeitbeschäftigten mit ein, ist die Lage heuer sogar noch schlechter geworden.

WOMAN: BPW hat 2009 erstmals den Equal Pay Day – mit österreichweiten Informationsveranstaltungen – ins Leben gerufen. Mit welchem Ziel?

Muschitz: Wir wollen Bewusstsein für das Thema schaffen. Frauen wissen oft nicht, dass sie viel weniger verdienen als männliche Kollegen. Wenn sie von den Gehaltsunterschieden erfahren, fallen sie aus allen Wolken. Und wir möchten die Politik dazu bewegen, sich der Sache endlich zu widmen.

WOMAN: Ist Ihnen das mit Ihrer Initiative gelungen?

Muschitz: Während wir früher mit der Forderung nach Lohntransparenz belächelt wurden, ist sie seit dem Equal Pay Day Thema in der Politik. Unter der Koordination von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek wurde ein Maßnahmenpaket erarbeitet. In diesem Arbeitskreis sind unter anderem der ÖGB, die Arbeitekammer, die Wirtschaftskammer, die Industriellenvereinigung und wir als BPW verteten. Der Plan ist fertig, wir warten auf die Umsetzung! Heuer unterstützt auch der Österreichische Frauenring den Equal Pay Day, weil wir darauf hinweisen wollen, dass auch die Betriebe profitieren, wenn sie fair bezahlen.

Mehr Infos:
www.equalpayday.at

Redaktion: Susanne Prosser

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