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Junges Mädchen mit Bartwuchs besiegt ihre Bullys

Die 23-jährige Harnaam Kaur trägt Bart - und fühlt sich weiblicher als jemals zuvor.

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© Video: YouTube - Barcroft TV

Die Britin Harnaam Kaur leidet an - oder sagen wir besser sie hat - Polyzystisches Ovarialsyndrom. Diese Stoffwechselstörung bewirkt unter anderem verstärkten Haarwuchs, etwas, das gerade bei einem heranwachsendem Teenager doch so gar nicht gern gesehen wird. In dieser Zeit fangen - dank dem haarbefreiten Vorbild aus den Medien - viele Mädchen damit an, sich die Beine, Achseln und Co zu rasieren, wo gerade erst aus dem dünnen Flaum festere Haare geworden sind. Harnaam jedoch bekam ab ihrem 11. Lebensjahr noch an ganz anderen Stellen neue Haare: unter anderem in ihrem Gesicht und auf der Brust.

Also begann sie sehr früh auch hier zu rasieren und mit Enthaarungswachs zu arbeiten, beziehungsweise ihren Körper unter Kleidung zu verstecken. Dennoch entdeckten Mitschülerinnen und Mitschüler ihr Geheimnis und von da an war das junge Mädchen extremen Beleidigungen und Bullying ausgesetzt, sodass Harnaam sogar mehrfach an Suizid als einzige Lösung dachte.

Aber die mutige Frau ging zum Glück einen gänzlich anderen Weg: Sie lernte ihren Körper zu akzeptieren und zu lieben - unter anderem unterstützt durch einen Religionswechsel zum Sikhismus, worin einer der Lehren besagt, dass der menschliche Körper nicht verändert werden soll. Also ließ sie ihr Haar nun wachsen, obwohl selbst Teile ihrer Familie dagegen waren und besorgt waren, was denn andere darüber denken oder sagen würden.

Heute lebt Harnaam Kaur frei von Angst oder Scham, selbst wenn viele Menschen auf der Straße sie anstarren. Sie hat jedoch das Selbstbewusstsein gefunden, dennoch offen auf Leute zu zu gehen und über sich selbst zu lachen. Sie fühlt sich wohl, hat Spaß an Mode sowie Make-up, zeigt, dass Schönheit in uns allen steckt und möchte damit allen Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind, Mut machen.

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