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Die "tödliche Männergrippe" gibt es wirklich!

Ein bisserl Schnupfen, und dein Kerl leidet unsäglich? Jetzt hat die Forschung herausgefunden: Männer geht es tatsächlich schlechter bei Erkältungen oder Grippe.


Ihm läuft die Nase, ein bisserl Husten ist auch dabei. Eine leichte Erkältung, würden wir sagen. Und dein Freund? Die Familienpackung Taschentücher. Literweise Tee, aber bitte nicht zu heiß. Lippenwarm. Alle Medikamente neben dem Bett, die die Apotheke an dich ausgegeben hat (ohne die Drogenfahndung zu alarmieren). Ein Süppchen, bitte, wenn geht. Aber ohne die kleinen orangen Karottenflankerl, ja? Und alles vorgetragen mit krächzendem Stimmchen.

Warum Männer mehr unter einer Erkältung leiden als Frauen

Dein Freund verwandelt sich bei einer Erkältung nicht in ein Häufchen Elend? Gratulation!

Dein Freund leidet akut unter der "tödlichen Männergrippe"? Dann solltest du Nachsicht zeigen und Verständnis aufbringen.

"Wie bitte?" fragst du dich jetzt? "Nun ja..." sagen wir.

Laut einer wissenschaftlichen Studie haben Männer in der Erkältungszeit tatsächlich eine größere Last zu tragen als unsereins. Wie die Forschenden der University of Pennsylvania herausfanden, haben Männer nämlich ein schwächeres Immunsystem als wir Frauen. Mit einem Wort: Unser Körper kommt mit dem Kampf gegen Viren und Bakterien besser zurecht als der männliche.

Das weibliche Immunsystem ist stärker als das männliche

Jeder Mensch hat 23 Chromosomenpaare, die sich in jeder einzelnen Körperzelle wiederfinden. Chromosomen sind DNA-Bündel, die rund 2.000 Gene umfassen. Zusammengenommen enthalten die 46 Chromosomen alle Informationen über den spezifischen Organismus, zu dem sie gehören. Ein Chromosomenpaar besteht bei Männern aus einem X-Chromosom und einem Y-Chromosom, bei Frauen aus zwei X-Chromosomen.

Laut den MedizinerInnen liegt in der Dopplung der X-Chromosonen die Ursache für die Überlegenheit des weiblichen Immunsystems. Denn das liebe X enthält mehr der für die Immunabwehr zuständigen Gene. Wir aktivieren also bestimmte Zellen stärker als die Jungs. Yippieh!

Das weibliche Sexualhormon Östrogen stimuliert zudem das Immunsystem und hilft dabei, die Vermehrung von krankheitsspezifischen Abwehrkörpern zu fördern. Bei Männern ist es umgekehrt: Je mehr Testosteron, desto schwächer ist das Immunsystem.

Hinzu kommt, dass Frauen im Durchschnitt meist die Vorsorge ernster nehmen und damit gar nicht so leicht krank werden können: Sie waschen sich regelmäßiger und gründlicher die Hände, achten mehr auf eine gesunde Lebensweise und gehen häufiger zur ärztlichen Vorsorge.

Trotzdem leiden Frauen öfter unter Autoimmunerkrankungen

Leider hat das stärkere Immunsystem nicht nur Vorteile (war ja klar). Denn Autoimmunerkrankungen – also Krankheiten, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift – kommen aus genau diesem Grund bei uns Frauen häufiger vor. Rheuma, Multiple Sklerose oder Lupus (eine chronische Entzündung der Blutgefäße verschiedener Organe) betreffen vorwiegend Frauen.

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