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Lebensgefährlich dürr – dennoch gebucht!

Es ist eine Geschichte, die schockiert: Obwohl das magersüchtige Model Georgina Wilkin an beginnendem Organversagen litt, wurde sie für den Catwalk gebucht.

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Lebensgefährlich dürr – dennoch gebucht!

Georgina Wilkin: Das kranke Mädchen wurde gerne für Kampagnen gebucht

© Georgina Wilkin

Es mag erfolgreiche Plus-Size-Models geben und Kampagnen gegen Magersucht in der Modelbranche ("Du bist keine dürre Skizze!") – doch ein wirkliches Umdenken hin zu einem gesunden Körperbild hat in der Fashionbranche nach wie vor nicht stattgefunden.

Das beweist erneut die tragische Geschichte des britischen Models Georgina Wilkin. In einem Interview mit der Zeitung Daily Mail erhebt die 23-Jährige schwere Vorwürfe. Mit 16 Jahren sei sie als Model entdeckt worden. Ihr Agent sei begeistert von ihren dürren Armen und Beinen gewesen, habe sie aufgefordert, weiter abzunehmen: "Georgina, was auch immer du tust, um so dünn zu sein: Tu' es weiter!"

Als junges Mädchen habe sie dieses Mantra verinnerlicht. Die Folge: Georgina Wilkin litt sieben Jahre unter schwerer Magersucht. "Ich habe manchmal zwei Tage hintereinander nichts gegessen. Dann nur ein wenig Salat und Gemüse. Die Vorstellung, zu zunehmen und so wichtige Aufträge zu verlieren, war unerträglich."

Sie habe ihre Eltern belogen, um abends nicht mit ihnen essen zu müssen. "Meine Mutter bemerkte, wie dürr ich war – aber sie sah auch, wie glücklich ich war, Teil dieser Branche zu sein. Und je dünner ich war, desto erfolgreicher wurde ich." Wilkin arbeitete für Top-Labels wie Prada , hatte Shootings für Mode-Retailer wie Topshop und Gap .

"Jeder in der Branche wusste, dass ich magersüchtig war," so Wilkin zu Daily Mail . "Meine Lippen und meine Finger waren blau, weil ich so dünn war, dass mein Herz Probleme hatte, das Blut durch meinen Körper zu pumpen. Aber es ging nicht nur mir so, ich kenne mindestens fünf bekannte Models, die ebenfalls diese typischen blauen Verfärbungen hatten."

Sogar als Wilkin an beginnendem Organversagen litt, wurde sie von den Designern noch gebucht. "Sie mögen diesen Look: Blass, so dünn, dass die Knochen hervorstechen und die Augen in tiefen Höhlen liegen. Es ist einfach nur krank. Du würdest viel mehr Aufträge bekommen, wenn du dünner wärst – das ist der gefährliche Satz, der sich tief in die Psyche der jungen Mädchen einbrennt.“ "

Erst als sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde und ihr die Ärzte sagten, dass ihr Leben in Gefahr sei, schaffte es Georgina Wilkin, den bedrohlichen Kreislauf zu unterbrechen. Heute ist sie nicht mehr im Model-Business – sondern erzählt ihre Geschichte, um junge Mädchen zu warnen. Und um ein Umdenken in der Modebranche zu provozieren.

Georgina Wilkin: "Je dünner du bist, desto mehr Aufträge bekommst du..."