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Jetzt kommen sie so richtig auf Tour(en)

Von den null Punkten beim ESC ließen sie sich nicht runterziehen. Als Vorband von OneRepublic gingen The Makemakes jetzt auf Tour. WOMAN begleitete die Musiker. Resümee: Wenig Schlaf und viel Bier!

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  • Der ganz normale Tourwahnsinn! Die Makemakes nehmen uns mit auf Konzertreise.

    Bild 1 von 18 © Valentin Weinhäupl
  • Na aber hallo! Die drei Musiker oben ohne. Kann sich sehen lassen!

    Bild 2 von 18 © Valentin Weinhäupl

Als es hieß „Besucht uns doch auf unserer Tour“, ging die Fantasie mit mir durch. Den VIP-Pass für das Konzert auf der Burg Clam umgehängt hab ich mir vorgestellt, wie backstage die Leute um einen umherschwirren, Obstteller bringen, die Füße massieren, die Haare machen und sich um all das kümmern, was einem selbst lästig und mühsam ist. Ich habe mich sogar kurz schon im Privatjet von einem Konzert zum nächsten fliegen gesehen. Wie das Superstars wie Mariah Carey eben machen.

Nur, dass ich nicht mit ihr unterwegs war, sondern mit Dominic Muhrer, Markus Christ von Florian Meindl von den Makemakes. Und die sind Rock’n’Roll. Was das heißt? Kein Nächtigen im Fünf Sterne Hotel, sondern im Bus, während acht Männer im selben Schlafabteil um die Wette schnarchen (am lautesten angeblich Manager Paul...) . Rock’n’Roll heißt scheinbar auch, (ungewaschene) Socken überall herumliegen zu lassen, alle drei Minuten eine neue Dose Bier aufzumachen, sich in Duschen am Campingplatz zu waschen (Ohne Flipflops wird das zur Mutprobe!) , sich das Essen vom Buffet zu holen und den dreckigen Teller selbst wegzuräumen.

Auch sonst ist das Leben auf Tour ganz schön anstrengend. Bis auf zwei, drei Stunden Freizeit (Skaten, Backgammon oder Playstation spielen) ist der Tag von früh bis spät durchgetaktet. Presselady Uli behält den Terminplan dabei streng im Auge. Größte Herausforderung für sie: Die drei Musiker zusammenzuhalten. Wie stressig das sein kann, merke ich, als ich mein Interview machen möchte. Sich gemütlich zusammensetzen ist nämlich nicht drin. Also heißt’s flexibel sein und improvisieren. Während die Makemakes nach ein paar Interviews und dem Soundcheck zu einem VIP-Empfang auf die Burg Clam eilen, laufe ich ihnen mit dem Diktiergerät hinterher und stelle ihnen am Weg meine Fragen. Der schnellste Weg vom Backstagebereich führt durch das Publikumsgelände. Theoretisch vielleicht ein guter Plan … Wären da nicht die vielen Fans, die alle ein Foto von ihnen wollen. Ich muss mein Interview ungefähr alle dreißig Sekunden unterbrechen und nebenher noch als Fotografin für Gruppenbilder einspringen.

15 Minuten später geht’s weiter – und zwar ziemlich steil bergauf. Die drei legen ein ordentliches Tempo vor, ich hetze hinterher. Und während ich mich auf dem Event ins Ecke stelle und erst einmal durchatme, werden sie weiter umlagert. Fünf Minuten vergehen und wir müssen retour. Nächster Programmpunkt: ein Meet & Greet, das fünf Fans gewonnen haben. Danach muss sich die Band auch schon fertig machen für ihren großen Auftritt. Nur noch eine Stunde und die Show fängt an. Das mit dem Styling geht aber ziemlich zackig. Die drei sind uneitel und Markus hat sowieso nur zwei Shirts für die einwöchige Tour eingepackt.

Es wird ernst! Die Musiker machen sich auf in Richtung Bühne. Ich darf mit. Und bin sogar selbst nervös. Alle sind hoch konzentriert. Ich beobachte Dominic, als er sich das Mikro hinten an der Hose festmacht und seine Hände dabei zittern. Erwischt! Auch die coolsten Rocker haben Lampenfieber …

WOMAN: Also ich hab mir euren Touralltag ein bisschen anders vorgestellt …

Markus: Tja, die Wahrheit ist: Stinkende Männer, stinkende Socken und stinkende Schuhe.

Dominic: Und vor allem: Rumplige Straßen. Und dann soll man im Bus schlafen, wenn’s einen dauernd durchrüttelt.

WOMAN: Im Bus nächtigt ihr ja alle im selben Abteil. Wer schnarcht am lautesten?

Markus: Unser Manager Paul. Den hab ich schon immer gehört …

Dominic: Ja, aber halb so schlimm! Es gibt ja Ohrstöpsel und MP3-Player zum Übertönen.

WOMAN: Es heißt, dass das, was man in der ersten Nacht in einem fremden Bett träumt, in Erfüllung geht …

Markus (kichert) : Ich hab geträumt, dass ich mit Paul McCartney Skifahren war.

Dominic: Ich hoff echt, dass das wahr wird. Das wäre echt, echt geil!

Florian: Sind wir eh auch vorgekommen in deinem Traum?

Markus: Na freilich! Nur was etwas skurril war: Nach dem Skifahren sind wir in kurzer Hose beim Lagerfeuer gesessen. Aber vielleicht sind wir einfach weiter nach Neuseeland gejettet.

WOMAN: Klingt fein! Jetzt zu etwas Unbequemen: Woran werdet ihr euch auf Tour nie gewöhnen?

Dominic: Die Toiletten und Duschen sind meistens nicht so schön wie daheim.

Markus: An den Tankstellenfraß! Daran will man sich erst gar nicht gewöhnen.

Florian: Zu viel davon und bald würde uns niemand mehr anschauen wollen. Das wäre ja auch nix. Das Catering bei den Konzertlocations war aber meistens gut. Bis auf einmal in Mazedonien. Die Suppe war ein Wahnsinn! Da haben sie gefrorenes Gemüse in kaltes Wasser geworfen und nicht aufgewärmt. Ich glaub, die Veranstalter hat’s einfach nicht gefreut, für uns zu kochen.

Markus: Wenn man viel Bier trinkt, sollte man wenigstens gesund essen! Ich schneide den anderen immer ein Obst auf in der Früh (lacht) .

WOMAN: Ein Klassiker: Man verreist und kaum packt man den Koffer aus, kommt man drauf, dass man etwas zu Hause vergessen hat. Was ist bei euch daheim liegen geblieben?

Dominic: Meine Flipflops. Das war beim ersten Mal Duschen nicht so geil, aber dann hab ich mir eh welche besorgt.

WOMAN: Du hättest dir ja die von deinen Bandkollegen ausborgen können …

Markus: Wir tauschen eh hin und wieder Gewand.

Florian: Oder ziehen unabsichtlich was vom anderen an.

WOMAN: Wer von euch macht eigentlich am meisten Unordnung im Bus?

Florian: Niemand, wir sind echt ordentlich!

WOMAN: Na, das hab ich gesehen …

Florian: Wirklich! Aber wir haben ein paar Leute von uns dabei, die das mit dem ordentlich sein nicht so gut können.

Thema: Musik