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Wenn ich mehr als 2 Hände hätte...

Die Kleine braucht Hilfe, das Baby krabbelt davon und eigentlich muss MamaWahnsinnHochDrei-Bloggerin Verena die Wäsche aufhängen. Kommt euch bekannt vor?

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Wenn ich mehr als 2 Hände hätte...

Mamabloggerin Verena Enzenhofer: "Als Mutter hätte ich gern 4 Hände!"

© Verena Enzenhofer

Ich hänge gerade die Wäsche auf (und davon haben wir IMMER viel). Während mir wieder ein kleines einsames Söckchen zwischen den Stäben hinunter flutscht, schreit die älteste Prinzessin aus dem Kinderzimmer: „Maaaamaaa! Maaammmaaa! Koooommmm. Ich brauche bitte ganz dringend deine Hilfe. JETZT!“

Auf die Frage, warum meine Anwesenheit so wichtig sei, folgt konsequentes Schweigen. Als ich nachhake und wissen will, ob sie sich verletzt hat, höre ich ein knappes "NEIN"!

Gut!

Das Baby-Mädi erkundet in der Zwischenzeit neben mir den Boden und das Söckchen, zu dem sich no-na noch ein zweites (auch nirgends dazu passendes) verirrt hat. Ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen und mache weiter.

Ich greife in den Wäschekorb, hole die pinke Leggings der mittleren Maus heraus und merke, dass die Grasflecken noch immer oben sind. ÄHHHHH! Der Betroffenen selbst scheint die Problematik mit ihrer Hose schnurzegal zu sein, sie sitzt ganz ruhig bei Tisch und malt ein Bild.

„Maaamaaa! Koommmm! Bitte. SCHNELL. JETZT!“, mein ältester Sonnenschein klingt schon ungeduldiger. Antwort bekomme ich aber noch immer keine. Das Baby-Mädi inspiziert währenddessen eine Rassel (die Socken sind schon längst uninteressant). Sie greift sie an, schüttelt sie, kostet sie, schmeckt sie, schüttelt sie wieder und lacht.*

»Maaaaaaammmmaaaaaaaa! JETZT!«

„Maaaaaaamaaaaaaaaaaa! Maaaamaaaaaaaaaa! SCHNELL! Komm JETZT!“, das klingt schon sehr fordernd – fürs Bitte war keine Zeit mehr. Doch – wie soll es anders sein – Antwort gibt es wieder keine.

Plötzlich wird auch der mittlere Augenstern unruhig, sie ist hungrig. UND: Zur absoluten Draufgabe hat sich das Baby beim Erkunden mit der Rassel selbst zu fest auf den Kopf gehaut und weint vor Schreck. „Maaaaaaaaaaaaaaaaammmmmmmmaaaaaaaaaaaaaaaaa! DRINGEND! JEEEEEEEEEETZT!“, höre ich wieder aus dem Kinderzimmer. Ich lasse (wie so oft) die Wäsche Wäsche sein, nehme mein kleinstes Mädi in den Arm und laufe in den oberen Stock.

Dort angekommen sitzt die große Maus mit ihrem Lieblingsbuch in der Hand in ihrem Mini-Stuhl und will, dass ich es ihr vorlese. JETZT! Nur die Bilder alleine sind ihr schon zu fad. Das Baby-Mädi beginnt just in diesem Moment wieder mit dem Jammern. Ihr kleines Intermezzo von vorhin ist zwar schon vergessen, aber im Kinderzimmer der älteren Schwestern liegen so viele für sie interessante (aber lebensgefährliche!) Dinge, sie will hier hinunter und alles entdecken. JETZT! Doch: Das ist derzeit Sperrzone!!! „Maaaaaaaaammmaaaaaaaaa. Ich habe Hunger. Komm JETZT, bitte!“, ruft inzwischen das Sandwichkind von unten. „Maaaaaaaaaaaaaaammmmmaaaaaaaaa! Bitte vorlesen! JETZT!“, schreit die Große. „ÄÄÄhhhhhhhhhhhhhhhhh. BÄÄÄÄÄÄÄÄÄHHHHHH,“ klagt das Baby-Mädi in meinen Armen.

WUUUUUSSSSSAAAAAAAAAA! Ich atme GANZ tief ein, presse die Luft schnell durch die Nase wieder hinaus, im Anschluss schicke ich das JETZT in die Pause! Und das schaut derzeit so aus: Ich bitte meine 2 größeren Mäuse, meine Hände zu zählen – egal wie oft sie es versuchen, es werden nicht mehr. Dann frage ich, was ich alles erledigen müsste: 4 Sachen! Nach der Rechnerei** erkläre ich, dass das nicht funktioniert, ich kann mit 2 Händen nicht gleichzeitig das Buch halten, das Essen zubereiten, mit dem Baby-Mädi spielen und den Papa anrufen (das wollen sie nämlich jetzt). Und hätte ich tatsächlich mehrere Hände, wäre ich DIE Hauptattraktion im Zirkus. Der Nachteil: Jeder will mich sehen, ich dürfte nur einmal pro Woche heim. Das wollen sie dann auch nicht. Pädagogisch wertvoll oder nicht, darüber lässt sich streiten, der Zweck ist erfüllt. Und anschließend mach‘ ich alles; zuerst das eine, dazwischen kommt natürlich ein nicht kalkulierter Klo-Gang, dann das andere, immer der Reihe nach; soweit es meine 2 Hände zulassen.

In diesem Sinne wäre ich euch sehr dankbar, wenn ihr mich wissen lasst, wie ihr dem JETZT eine Pause verdonnert. Denn mein Zirkus-Ausflug verliert bestimmt bald seine Wirkung.


* Es ist so süß, wie sie gerade die Welt entdeckt und dabei bemerkt, was sie schon alles kann.


Über die Autorin: Verena ist begeisterte Mutter von drei Mädels (5, 4 und 1 Jahr) und bloggt unter MamaWahnsinnHochDrei Vergnügliches aus dem chaotischen Mama-Leben.

Themen: Eltern, Kinder

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