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Mammografie-Screening

Nach Bekanntwerden von Problemen mit dem Anfang dieses Jahres in Österreich gestarteten Mammografieprogramm zur Brustkrebs-Früherkennung gibt es jetzt Änderungen an dem Projekt.

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Mammografie-Screening
© agencyby/iStock/Thinkstock

Anfang März waren bei einer Pressekonferenz von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) im Burgenland erste Hinweise auf eine mangelnde Beteiligung der eingeladenen Frauen an dem Programm öffentlich geworden. Kurz darauf hatte Franz Frühwald, Bundesfachgruppenobmann der österreichischen Radiologen, gegenüber der APA unter anderem erklärt: "Bisher kommt auf die schriftliche Einladung fast keine Frau." In den Tagen darauf war von zweistellig hohen Raten an weniger Mammografien als in der Vergangenheit ohne dem Programm die Rede. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat dies allerdings vor einigen Tagen dementiert.

Jedenfalls wird das Programm jetzt adaptiert. Marianne Bernhart (frueh-erkennen.at) nannte folgende Maßnahmen: Alle Frauen, die in den ersten Wochen und Monaten noch ein nicht mit dem Logo der Aktion versehenes Kuvert mit der Einladung postalisch erhalten haben, bekommen ein Erinnerungsschreiben. Nun gibt es nur noch Kuverts mit Logos der Aktion. Die Einladungen für den Mai dieses Jahrs werden auf Mitte April vorgezogen, jene für Dezember 2015 vorgesehenen auf September 2014.

Noch gearbeitet wird an einer Internet-Opt-in-Lösung für Frauen, die sich selbst für das Programm anmelden wollen. Dies sind beispielsweise jüngere Frauen (40 bis 45) und Frauen im Alter über 70 Jahren. In solchen Fällen sollen auch die Zeit bis zum Eintreffen der schriftlichen Einladung verkürzt werden und die bisher angepeilten sechs bis acht Wochen Frist reduziert werden.

Einen weiteren Fortschritt könnte die Verteilung von Visitenkarten für das Propagieren der Aktion bei den Patienten an die niedergelassenen Ärzte sein. Aus Ärztekreisen war in den vergangenen Wochen zum Teil heftige Kritik gekommen, weil die Aktion ausschließlich auf den Einladungen aufgebaut sei und eine direkte Zuweisung zu einer Mammografie durch den Arzt des Vertrauens zur Früherkennung ohne Symptome oder Verdacht nicht mehr vorgesehen ist. In Tirol will man diese beiden Möglichkeiten derzeit weiter anbieten.

Wie im Hintergrund betont wird, seien die Standesvertreter der österreichischen Ärzteschaft in vielfacher Weise in der Planung des Mammografieprogramms eingebunden gewesen. Möglicherweise hat man allerdings den Einfluss der Vertrauensärzte, die mit ihren Zuweisungen bisher das "graue Screening" ohne Einladungen betrieben hatten, auf die Patientinnen unterschätzt.

Prinzipiell erhalten mit dem Programm alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren die persönliche briefliche Einladung zur Mammografie alle zwei Jahre. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren und 70 bis 74 Jahren können eine Einladung anfordern (bald "Opt-in" via Internet möglich).

Das Programm stellt vor allem darauf ab, dass Frauen, die bisher nicht oder nicht regelmäßig zu der Untersuchung gegangen sind, daran teilnehmen. Erst am 2. April hatten Innenministerin und ÖAAB-Bundesobfrau Johanna Mikl-Leitner, Dorothea Schittenhelm, die Bundesleiterin der ÖVP Frauen, und Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin (ÖVP) die akuten Probleme in einer Aussendung kritisiert.