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Maria Altmann: Besuch bei der alten Dame

Nach zähem Ringen ist fix: Die fünf Klimt-Bilder gehören der emigrierten Erbin. WOMAN besuchte die 90-Jährige daheim in Kalifornien – und sprach mir ihr über das Leben, die Liebe und ihren Stolz.


Maria Altmann: Besuch bei der alten Dame
© Lecureuil/Corbis für WOMAN

Der zerbeulte, mattgoldene Ford Taunus, Baujahr 1992, vor der besagten Adresse verwirrt gehörig. Ebenso wie der kleine Bungalow inmitten der Cheviot Hills, einem gutbürgerlichen Viertel von Los Angeles. Hier wohnt die Emigrantin Maria Altmann, der nach sechsjährigem Rechtsstreit mit der Republik Österreich die fünf umstrittenen Klimt-Gemälde zugesprochen wurden. Und damit ein Vermögen von 255 Millionen Euro …

„Wir können mit der Jause beginnen!“, winkt die betagte Dame in gepflegtem Wienerisch der Vorkriegszeit ins Haus. Es ist Nachmittag, und für Maria Altmann,90, Zeit für einen Imbiss. Sie bewegt sich flott, wirkt rüstig und fidel wie wenige andere ihres Jahrgangs. Im Esszimmer sind schon Eierspeise, Wurst und English Muffins aufgetischt. „Natürlich alles selbst gemacht“, klimpert sie schelmisch mit den Wimpern. Die alte Dame ist sich ihrer Wirkung voll bewusst …

Bescheiden. „Seitdem uns die Klimt-Bilder zugesprochen wurden, geht es hier zu wie in einem Taubenschlag“, schießt die Bloch-Bauer-Erbin aus der Pistole, als WOMAN im Wohnzimmer Platz nimmt. Auf einem der kaminroten Sofas, von wo aus man in den Garten mit dem Swimmingpool blicken kann – der einzige Luxus, den es hier gibt. „Geld war mir nie wichtig“, schielt Altmann auf den abgewetzten Teppich und die Polstermöbel, die förmlich nach neuen Bezügen schreien. „Dass ich mich so lange mit der österreichischen Obrigkeit wegen fünf Klimt-Bildern anlegte, hat nichts mit Gier zu tun. Ich wollte nur etwas zurückgewinnen, das meiner Familie gestohlen wurde …“

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