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Marley: Eine 11-Jährige ändert die Buchwelt

"Ich hatte es satt, nur von weißen Jungs und Hunden zu lesen," sagt Marley Dias. Warum die 11-Jährige unter #1000BlackGirlBooks die Buchwelt ändert.


Marley: Eine 11-Jährige ändert die Buchwelt

Marley Dias (11) will mehr schwarze Mädchen als Buchheldinnen

© WeLoveBam.com

Was habt ihr eigentlich so mit 11 Jahren gemacht? Ihr wart in der Schule, habt vermutlich etwas Sport betrieben und die Nachmittage mit Freundinnen verbracht.

Die Bilanz von Marley Dias nach 11 Lebensjahren: sie hat Waisenkinder in Ghana unterstützt und einen Vorschuss für ihr erstes Buch erhalten. Zur kleinen Berühmtheit wurde die entzückende Schülerin aus New Jersey aber aus einem ganz anderen Grund.

Denn Marley startete das Projekt #1000BlackGirlBooks auf Twitter. Bis 1. Februar, so das ehrgeizige Ziel der 11-Jährigen, wollte sie 1000 Bücher sammeln und an eine Kinderbibliothek in Jamaica spenden. Es sollten aber nicht irgendwelche Bücher sein...

#1000BlackGirlBooks: Schwarze Protagonistinnen in Kinderbüchern

"Ich habe es satt, immer nur von weißen Jungs und Hunden zu lesen," meinte sie eines Tages zu ihrer Mutter Janice. "Warum gibt es so wenige Kinderbücher, in denen schwarze Mädchen die Heldinnen sind?" Die Antwort ihrer Mutter: "Wenn es dich stört, warum änderst du es nicht?"

Marley mit einigen der gesammelten Bücher

Andere hätten jetzt vielleicht die Hände in den Schoß gelegt oder eine Kinderfilm-DVD eingelegt. Aber nicht Marley Dias, 11 Jahre alt und voller Engagement. Zusammen mit ihren beiden besten Freundinnen Briana und Amina gründete sie den Blog "WeLoveBam" (wobei das BAM für die Anfangsbuchstaben der Mädchen-Clique steht) und begann ihren Aktionismus. Binnen kürzester Zeit verbreitete sich der Hashtag #1000BlackGirlBooks wie ein Schlagfeuer, berichteten Medien wie die -USElle , die Huffington Post oder eben die NYT über die kleine Aktivistin.

"Andere sagen vielleicht, dass sie wahnsinnig überrascht vom Erfolg ihrer Twitter-Kampagne sind – ich nicht," so die Kleine selbstbewusst zur NYT . "Ich wusste, wenn wir einen Aufruf auf Twitter machen, dann sammeln wir in kürzester Zeit 1000 Bücher mit schwarzen Titelheldinnen!"

Und so war es auch. Am 13. Februar eröffnet Marley mit ihrer Mutter und dem Team der Hilfsorganisation GrassROOTS Community Foundation ein Lese-Festival in einer Schule für benachteiligte Kinder im jamaicanischen St. Mary.

Ist sie damit zufrieden? Nicht doch. Marley Dias: "Ich will, dass sich mehr ändert. Nämlich auch das Bewusstsein der Buchverlage und Schriftsteller, dass es in Amerika Millionen kleiner schwarzer Mädchen gibt, die gerne lesen. Und die sich freuen, wenn die Heldin ihres Buches jemand ist, mit dem sie sich identifizieren können...."

Thema: Feminismus