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Masern- und Keuchhusten-Gefahr durch Impfrückgänge

Impfen muss man ein Leben lang

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Masern- und Keuchhusten-Gefahr durch Impfrückgänge

Masern- und Keuchhusten-Gefahr durch Impfrückgänge

© APA/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL

Durch Rückgänge von Impfraten droht vor allem bei Masern-Mumps-Röteln und Keuchhusten die Gefahr von größeren Ausbrüchen. Auch gegen Covid-19 ortete die Medizinerin Daniela Kasparek am Freitag in einer Pressekonferenz des Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH) noch eine Impflücke in der heimischen Bevölkerung. "Impfen muss man ein Leben lang", verwies sie auf nötige Auffrischungen bei vielen Impfungen. Arztbesuche sollten immer zur Überprüfung des Impfstatus genützt werden.

Impfungen sind eine große Erfolgsgeschichte der Medizin, tödliche Infektionen wurden stark zurückgedrängt oder sogar ausgerottet. Das birgt aber das Risiko, dass manche Krankheiten in Vergessenheit geraten und die jeweilige Impfung von der Bevölkerung vernachlässigt wird, wurde bei dem Medientermin in Wien anlässlich der Europäischen Impfwoche (24. bis 30. April) erläutert. "Ich selber habe Masern das letzte Mal 1995 gesehen", sagte Kasparek, die als Kinderärztin in Wien-Ottakring tätig ist. "Das Nicht-Mehr-Kennen einer Krankheit führt zu Impfnachlässigkeit", erläuterte sie.

2008 hatte es in Österreich bereits einen größeren Masernausbruch mit mehreren hundert Infizierten gegeben. "Von 1.000 erkrankten Kindern sterben bei Masern drei", warnte Kasparek. Gegen Keuchhusten gibt es alle zehn Jahre eine Auffrischung mit einem Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig vor Diphtherie, Tetanus, und Polio schützt. "Das Wichtigste ist die Aufklärung", sagte die Kinderärztin. Dafür nehme sie sich mit den Eltern ihrer jungen Patientinnen und Patienten viel Zeit.

Bei Vertriebenen aus der Ukraine in Österreich befürchtet die Medizinerin ebenfalls Impflücken gegen Masern sowie gegen Keuchhusten und Gehirnhautentzündung. Auf die kostenlosen Impfungen im Kinderimpfprogramm haben auch die Geflüchteten bis 15 Jahre Anspruch. Ohne einen mitgeführten Impfpass müsse davon ausgegangen werden, dass man alle Impfungen nachholen muss, empfahl Kasparek.

"Wir retten jede Minute bis zu fünf Menschenleben", sagte ÖVIH-Präsidentin Renee Gallo-Daniel anhand von WHO-Schätzungen zu jährlich bis zu drei Millionen verhinderten Todesfällen durch Impfungen. Impfungen bringen außerdem eine Reduktion der Spitalsaufenthalte, weniger Arbeitsausfälle, die Reduktion von Epidemien und von Langzeitfolgen wie Invalidität und dadurch insgesamt eine Kostenersparnis für das Gesundheitssystem. Eine Grundvoraussetzung dafür sei vor allem Vertrauen in die Impfungen, betonte Gallo-Daniel.

Der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (PHARMIG) wies am Freitag in einer Aussendung neben den Masern auch auf die Influenza-Impfung hin, gegen die sich die Bevölkerung in Österreich bisher nur unterdurchschnittlich geschützt hat. " Jeder Erkrankungsfall ist einer zu viel, vor allem wenn er durch eine Impfung vermeidbar gewesen wäre", hielt Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog fest.