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9 Materialien, die du mit bestem Gewissen anziehen kannst

Ein Kleid aus Milch, Hemden aus Hanf, Hosen aus Eukalyptus oder eine Lederjacke aus Ananas? All diese alternativen Materialien schonen nicht nur unsere Umwelt, sondern fühlen sich auch noch richtig gut auf unserer Haut an!


grüne Mode
© iStockphoto.com

Manchmal weiß man wirklich nicht mehr, was man anziehen soll: Polyester und andere Kunststoffe sind gleichbedeutend mit Plastik und daher umweltschädlich. Natürliche Stoffe, wie Baumwolle haben durch den Einsatz von Chemikalien oder durch den hohen Wasserverbrauch bei der Produktion leider auch meist keine gute Ökobilanz. Die Produktion von einem Kilo Baumwolle benötigt beispielsweise rund 11.000 Liter Wasser.

Aber es geht auch anders: Wie wäre es beispielsweise mit einem Kleid aus Milch, langlebigen Hemden aus Hanf, Hosen aus Eukalyptus oder einer Lederjacke aus Ananas? All das ist dank aktueller Forschungen längst keine Traumvorstellung mehr.

Janika Takats, Geschäftsführerin von sens media, einem Unternehmen, das sich für einen Imagewandel der Kulturpflanze Hanf einsetzt, empfiehlt neun nachhaltige Alternativen zu Baumwolle, Polyester und Co. vor, die nicht nur umweltschonend, sondern auch tragbar sind:

Hanf:

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Kleidung aus Hanf ist keine neue Erfindung. Bereits vor mehreren tausend Jahren wurden Hanffasern aus den Stängeln der bei uns heimischen Pflanze gewonnen und daraus langlebige Stoffe hergestellt. Die Kulturpflanze hat viele Vorteile: Sie wächst schnell, kommt ohne Pestizide aus und benötigt wenig Wasser. Ebenso wie Leinen, fühlen sich Stoffe aus Hanf kühlend auf der Haut an. Besonders für Allergikerinnen und Alergiker ist das atmungsaktive Material geeignet, da keine Chemikalien verwendet werden.

Leinen:

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Die Leinenfaser wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Ähnlich wie Hanf benötigt Flachs weniger Wasser als Baumwolle und ist in Europa heimisch. Durch die kühlende und atmungsaktive Wirkung ist Leinen besonders für lockere Kleidungsstücke geeignet. Abzüge gibt es lediglich für das schnelle Knittern und den Einsatz von Chemikalien beim konventionellen Flachsanbau. Beim Kauf deshalb darauf achten, dass es sich um Bio-Flachs handelt.

Piñatex - Ananas-Leder:

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Piñatex wurde von der spanischen Designerin Dr. Carmen Hijosa erfunden, der auffiel, dass bei der Ananas-Ernte erhebliche Mengen Blätter übrig blieben. So erfand sie einen Prozess, durch den sie daraus einen lederartigen Stoff herstellen konnte. Die Vorteile: Ananas-Leder ist vegan, biologisch abbaubar und in der Herstellung günstiger als das tierische Pendant. Ein zusätzliches Plus ist, dass die nicht verwerteten Blätter im Anschluss zur Produktion von Dünger oder Biogas verwendet werden.

Leder aus Pilzen:

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Pilz-Leder wird aus Myzel, dem unterirdisch wachsenden Wurzelgeflecht von Pilzen, hergestellt. Durch Zugabe von Abfallprodukten wie Maisschalen oder Sägespänen kann so ein lederartiges Material produziert werden. Das vegane Leder lässt sich bedrucken und mit verschiedenen Farben und Mustern versehen. Pilz-Leder ist reißfest, wasserabweisend und umweltfreundlich.

Kork:

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Man sieht es immer häufiger auf den Straßen: Kleidung und Accessoires aus Kork. Ob Taschen, Gürtel, Schuhe oder sogar Jacken - das recyclebare Material ist angesagt, wie nie. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kork ist natürlichen Ursprungs und bei der Herstellung ist keine Abholzung nötig. Auch Chemie ist bei der Produktion kaum notwendig. Positive Eigenschaften sind außerdem die wasserabweisende Oberfläche, antibakterielle Aspekte und die Langlebigkeit der besonderen Baumrinde.

Soja-Seide:

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Herkömmliche Seide wird hergestellt, indem Kokons von Seidenraupen, die die Fasern für Seide liefern, ausgekocht werden. Für viele Fashionistas ein Argument gegen das weiche Material. Doch es gibt eine vegane Alternative: Soja-Seide. Als Nebenprodukt der Tofu-Produktion entstehen Sojafasern, die zu Seide verarbeitet werden können. In den Eigenschaften unterscheidet sich dieses Material nicht von herkömmlicher Seide - sie ist weich, kühlend, widerstandsfähig und luftig sowie biologisch abbaubar.

Textilien aus Milch:

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Auf den ersten Blick mag Kleidung aus Milch merkwürdig erscheinen. Doch die neue Faser ist wohl das Überraschungsmaterial der letzten Jahre. Bei der Herstellung wird vollkommen auf chemische Zusätze verzichtet. Die Fasern beugen zusätzlich der Alterung der Haut vor, regen die Blutzirkulation an und unterstützen das Zellwachstum. Dafür ist ein Milch-Anteil von 20 Prozent, laut der Erfinderin von QMILK, im Stoff bereits ausreichend. Ein weiterer Vorteil: Für die Faserherstellung wird keine Milch verwendet, die für Lebensmittel geeignet wäre, sondern zum Beispiel bei der Käseproduktion übrig bleibt.

Lyocell:

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Zu den Zellulosefasern zählt Lyocell, auch als Tencel bekannt, ein Stoff, der aus Eukalyptus- oder Buchenholz hergestellt wird. Eukalyptusbäume wachsen schnell, weshalb der Ertrag höher ist als bei Baumwolle. Die Faser ist außergewöhnlich glatt, seidig, wärmt wie Schurwolle und ist zusätzlich sehr langlebig. Im Gegensatz zu Viskose ist die Cellulose-Regeneratfaser biologisch abbaubar und damit eine gute Alternative. Das haben auch die großen Modehäuser wie H&M (Conscious) erkannt und nutzen den Stoff für viele ihrer Produkte.

Kleidung aus Abfall

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Das ECONYL® Regenerationssystem schafft aus Nylon in alten Teppichen, Textilabfällen oder Fischernetzen hochwertiges Garn, indem es Polyamid-6-Wertstoffe in primäre Rohstoffe für die industrielle Herstellung verwandelt. Die Marke reduziert so die weltweite Abfallmenge, indem sie diese von Deponien und aus den Weltmeeren sammelt und durch Abfall-positives Upcycling in Produktionskreisläufe zurückführt.

Viele dieser nachhaltigen Materialien haben sich in der Textilproduktion noch nicht durchgesetzt. Jedoch gibt es bereits einige Designerinnen und Designer, die sich mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigen. Wer beim Shopping auf Nachhaltigkeit achtet, sollte Ausschau nach Bio-Siegeln halten oder zum Beispiel auf recycelte Baumwolle zurückgreifen.

Thema: Bio & fair

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