Ressort
Du befindest dich hier:

Mathematik-Trauma ist ein echtes, psychologisches Problem

Wir wussten es! Die Angst vor der Mathematik und die allgemeine Ablehnung von Zahlen ist ein echtes psychologisches Problem und nicht nur eine Ausrede.

von

mathematik angst
© istockphoto.com

"Sorry, aber ich bin einfach schlecht mit Zahlen.", jeder kennt jemanden, der diesen Satz fast täglich auf den Lippen trägt. Und tatsächlich hat man häufig das Gefühl, dass die Welt geteilt ist. Auf der einen Seite leben jene, die Zahlen nur anschauen müssen, um ihren Sinn sofort zu begreifen. Und dann gibt es noch die andere Hälfte, in deren Kopf ein heilloses Knäuel entsteht, wenn sie Zahlen sehen. Der Gag: Beide Seiten haben keine Ahnung, wie sich die andere Seite fühlt.

Und da man ja in den meisten Fällen 12 Jahre damit verbringt, alle möglichen Spielarten der Mathematik zu lernen, ist es noch schwerer vorstellbar, dass jemand nicht mal eine einfache Multiplikation schnell hinbekommt. Man mag glauben, dass die Person einfach faul ist oder die Verantwortung abgeben möchte. Doch, dass dahinter eine echte Angst, ja Panik, steckt, klingt wie das ärgste First-World-Problem.

Mathe-Panik: Kennen das nicht alle?

Doch es ist wahr! Das Zahlenknäuel im Hirn hat einen Namen: Math-Anxiety oder Mathe-Panik. Diese Panik tritt vor allem dann auf, wenn Personen unter Druck stehen. Warum diesem Problem übrigens nachgegangen wurde, ist, weil laut aktuellen Erhebungen im US-Schulsystem immer mehr Kinder an den sogenannten "Timed Tests", also Prüfungen auf Zeit, scheitern. Vor allem im Mathematik-Unterricht ist das ein Problem.

ForscherInnen der Cleveland State University haben deshalb alle Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte zusammengefasst, die sich mit dem Problem der Mathe-Angst beschäftigt haben. Tatsächlich wurde sogar schon 1972 eine Skala erfunden ("Mathematics Anxiety Rating Scale"), mit deren Hilfe man feststellen wollte, wie Menschen in verschiedenen Situationen mit Zahlen umgehen. Und vor allem: Wie leicht es ihnen fällt. Menschen, die sich in stressigen Situationen nicht leicht mit Mathe tun, haben auch in anderen Stresstests eher schlechter abgeschnitten, so die Wissenschaftler.

Laut ihren Ausführungen gibt es tatsächlich einen Unterschied zwischen Menschen, die Zahlen wie Sprache "lesen" können und Menschen, für die Zahlen wie Aliens durch den Kopf schwirren. Letztere scheitern dann immer, wenn Zeitdruck ein Faktor ist oder, wenn sie die Aufgaben nicht auf ihre Art lösen können. Gibt man ihnen nämlich Stift und Papier und nimmt den Zeitfaktor weg, können auch sie komplexere Aufgaben lösen.

Die Forschung empfiehlt einerseits den Mathematikunterricht anders zu gestalten. Kinder sollen schon früh und vor allem spielerisch an Zahlen zu gewöhnt werden. Helfen können dabei Gedächtnisspiele wie Sudokus. Solche Rätsel helfen übrigens auch Erwachsenen, die das Gefühl haben, an Mathe-Panik zu leiden. Wie in jeder Situation trifft auch hier zu: Man lernt nie wirklich aus!

Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

Thema: Internet-Hype

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .