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Máxima: Eine moderne Königin

Máxima, Prinzessin der Niederlande, Prinzessin von Oranien-Nassau, Frau von Amsberg. Die Argentinierin wird heute an der Seite ihres Gatten Prinz Willem-Alexander zur Königin gekrönt. Das Porträt einer perfekten Monarchin.

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  • Prinzessin Maxima zieht eine Grimasse in Richtung ihrer Tochter

    Máxima, die Mutter: Entspannte Grimasse zu ihren Töchtern Amalia, Alexia und Ariane.

    Bild 1 von 4 © Reuters/Robin van Lonkhuijsen
  • Maxima von den Niederlanden besucht die griechische Kirche

    Style-Star: Elegant und trotzdem modisch. Máximas Stil wird in Holland kopiert.

    Bild 2 von 4 © Reuters/John Kolesidis

Sie strahlt Würde und Grandezza aus, ist intelligent, anmutig und authentisch. Die Rolle der Königin scheint Máxima Zorreguieta, 41, - so ihr Mädchenname - maximal auf den Leib geschrieben. Am 28. Jänner dieses Jahres kündigte Königin Beatrix, die seit 33 Jahren die Geschicke der Niederlande lenkt, ihre Abdankung an - um Platz für die neue royale Generation in der reichsten Monarchie Europas zu machen. Mit 30. April wird ihr Sohn Willem-Alexander, 45, den Thron besteigen, an seiner Seite: seine schöne Frau Máxima.

Kennengelernt hatten sich der Prinz und die Bankerin im Jahr 2000 bei einer Veranstaltung im spanischen Sevilla. Máximas beste Freundin Cynthia hatte die beiden miteinander bekannt gemacht. Obwohl sie damals noch liiert war, ließ sich die schöne Blonde von Willem-Alexander erobern. Doch fast wäre die "Cinderella“-Story des bürgerlichen Mädchens, das zur Königin wird, gar nicht zustande gekommen …

»Máxima: Eine Cinderella-Story«

Wildes Partyleben

Die gebürtige Argentinierin hatte die Sympathien der Oranjes nicht von Beginn an. Schuld daran: Máximas ausschweifendes Partyleben, das ihr fast zum Verhängnis wurde. Bereits als Teenager, als sie noch die englischsprachige Eliteschule "Northlands“ in Buenos Aires besuchte, feierte sie gerne und ausgelassen in den Bars ihrer Heimatstadt Pergamino. Gönnte sich heimlich einige Drinks, rauchte Zigaretten und wechselte von einer kurzlebigen Affäre zur nächsten. Und auch in New York, wo sie ab ihrem 25. Lebensjahr eine neue Heimat fand, machte sie neben ihrem Job als Top-Bankerin in einer Dependance der Deutschen Bank die Jazzbars und Kellerclubs der Upper Westside unsicher. Das alles beschreibt die Biografie "Máxima - Königin der Niederlande“ (erschienen im Droemer-Verlag). Kurz vor ihrer Vermählung mit Willem-Alexander Anfang 2002 tauchte sogar ein Video von Máxima im Internet auf, das sie wild feiernd, rauchend und flirtend mit argentinischen Freunden zeigt. Das holländische Volk war entrüstet - das sollte die zukünftige Prinzessin sein? Da half es auch nichts, dass sich Máxima zuvor zwei Jahre lang einem niederländischen "Einbürgerungskurs“ unterzog.

Skandal: Die faschistische Vergangenheit von Máximas Vater

Noch ungelegener kam ihr dann, dass niederländische Journalisten in der Vergangenheit der Familie Zorreguieta wühlten. Und öffentlich machten, dass ihr Vater Jorge Zorreguieta, 85, als Landwirtschaftsminister Teil der siebenjährigen Militärdiktatur von General Jorge Videla war. Zorreguieta wurde vorgeworfen, mitverantwortlich für die Ermordung von 30.000 Menschen zu sein. Máximas Vater stritt diese Vorwürfe ab - und beteuerte, er habe nichts von den Gräueltaten gewusst. Trotzdem war das holländische Volk in hellem Aufruhr und forderte die Auflösung der umstrittenen Verbindung von Willem-Alexander und Máxima. Mittlerweile gilt aber als ausgeschlossen, dass ihr Vater persönlich an Repressionen beteiligt war.

Trotz aller Widrigkeiten stand Willem-Alexander stets hinter seiner Verlobten. Er hätte für sie sogar auf die Krone verzichtet. Das wusste auch seine Mutter Beatrix. Also wurde der Staatsräson zuliebe hinter den Kulissen ein - für Máxima schmerzlicher - Kompromiss gefunden. Máximas Eltern, Jorge und María, durften der Trauung nicht beiwohnen. Ein Schlag ins Gesicht für die zukünftige Monarchin. Sie bekam zu spüren, wie es ist, Teil der königlichen Familie zu sein: ein goldener Käfig, in dem eigene Anrechte und Freiheiten wenig Platz haben. Das gab ihr Königin Beatrix auch des Öfteren unmissverständlich zu verstehen.

Tränen für den Vater

Am 2. 2. 2002 läuteten für Prinz Willem-Alexander und Máxima Zorreguieta in der Nieuwe Kerk in Amsterdam schlussendlich die Hochzeitsglocken. Unter den 1.700 geladenen Gästen waren nur 54 Freunde und Verwandte aus dem engsten sozialen Umfeld der Braut geladen. Ihre Anreise mussten Máximas Gäste selbst zahlen, bei den Feierlichkeiten hatten sie sich an die strengen Regeln eines 128-Seiten-Protokolls zu halten. 900 Millionen Zuschauer verfolgten das Spektakel weltweit im TV. Darunter auch ihre Eltern. In einer Suite im Londoner Nobelhotel "Ritz“, die Königin Beatrix als Entschädigung für die beiden gebucht hatte, sahen sie zu, wie ihre Tochter in einer weißen Valentino-Traumrobe vor den Altar schritt. Máxima ließ es sich aber nicht nehmen, ihren Eltern via TV einen Gruß zu schicken: Während der Zeremonie wurde "Adíos, Nonino“ (dt.: "Auf Wiedersehen, Väterchen“) angestimmt. Der Lieblingstango ihres Vaters. Ihre Tränen konnte die Braut dann nicht mehr zurückhalten - zu groß der Schmerz über die Abwesenheit der geliebten Eltern. Und ganz Holland weinte mit ihr. Erst zwei Jahre später waren die Eltern zur Taufe der ältesten Tochter Amalia geladen.

Der Hype um Máxima

Mit ihren Tränen wurde Máxima bei den Oranjes zu deren Prinzessin der Herzen. Und seitdem reißt der Hype um ihre Person nicht ab. Ziert sie - alleine oder mit ihren Töchtern Amalia, Alexia und Ariane - das Cover einer Illustrierten, verdoppelt sich die Auflage. Selbst ihr Look wird zigfach kopiert. Denn obwohl sich die zukünftige Königin an ein strenges Protokoll halten muss, was ihr Auftreten und Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit betrifft (sie darf weder Jeans tragen noch außerhalb des Palastes rauchen), löst sie mit ihrem Styling neue Trends aus. Es gibt keine Niederländerin, die populärer ist als sie. Mittlerweile steht sie sogar höher in der Gunst der Holländer als Prinz Willem-Alexander selbst. Warum das so ist, ist schnell erklärt. Sie ist bodenständig geblieben: Für wohltätige Zwecke schwimmt sie durch Amsterdams Grachten, schwingt in Brasilien zu Samba-Sounds die Hüften und verzichtet am Wochenende großteils auf eigenes Personal. Die Prinzessin sorgt für frischen Wind im holländischen Königshaus. Übrigens: Im Lateinischen bedeutet Máxima "die Größte“. Als hätten ihre Eltern schon bei der Geburt geahnt, welch bedeutende Rolle ihre Tochter einmal einnehmen würde …