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Bei der Flugbuchung extra draufzahlen, nur um nicht auf dem Mittelsitz zu landen? Nicht notwendig!

Man kann sich nicht richtig bewegen, der Sitznachbar schläft und kommt mit seinem Kopf immer näher. Klo-Gehen? Aussichtslos. Das ist der Mittelplatz im Flieger.

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Mittlerer Sitzplatz Flugzeug
© Photo by Kay on Unsplash

Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich eigentlich auf der Suche nach meinem Sitzplatz im Flugzeug noch nie ein glückliches Gesicht gesehen, das mich von einem der Mittelsitze aus angesehen oder gar angelächelt hätte. Kein Wunder - dieser Sitzplatz ist ungefähr so beliebt wie die erste Reihe im Kino, wo man sich die komplette Halsmuskulatur beim Nach-oben-Starren auf die Leinwand verrenkt. Aber warum ist dieser Platz eigentlich so unbeliebt? Und warum zahlen manche Menschen bei ihren Flugbuchungen extra drauf, nur um ja nicht auf dem verhassten Mittelsitz zu landen? Vielleicht ist das nach dieser Erkenntnis ja nicht mehr der Fall...

"Würden Sie mit mir Platz tauschen?"

Eine Reise kann wohl kaum schlechter starten, als im Flugzeug auf dem Mittelsitz zu landen. Und meistens stößt auch die Frage danach, ob die Sitznachbarin so lieb wäre, mit einem Platz zu tauschen, nur auf wenig Verständnis.

Und wenn's dann so richtig blöd läuft, dann bleibt die Stimmung ab diesem Zeitpunkt - zusätzlich zu den gefühlten Minusgraden im Flieger selbst - zwischen ihr und einem selbst den kompletten Flug über schwer unterkühlt, sodass sie einen nicht mal wecken würde, wenn es etwas zu Essen oder zu Trinken gibt... Umgekehrt natürlich auch nicht - zu groß ist die Neo-Feindschaft.

Die Gründe, warum niemand den mittleren Sitzplatz zu mögen scheint, sind einfach zu erklären. Zum einen wird man zwischen zwei anderen Menschen eingepfercht. Noch blöder ist das Ganze, wenn man keinen der beiden kennt und/oder beide extrem viel Platz für sich in Anspruch nehmen. Letzter Ausweg: Massive Flugangst vortäuschen und damit drohen, sich im Laufe des Fluges übergeben zu müssen, sodass man doch noch den Gangplatz ergattert. Dann wäre da noch das Thema Klo-gehen, das - genauso wie beim Fensterplatz - unangenehm ist, weil man im äußersten Blasen-Notfall sogar den schlafenden Sitznachbarn auf dem Gangplatz für ein bisserl Lulu aus seinem Schlaf reißen muss. Zu guter Letzt weiß man beim Mittelsitz auch nie, wo man eigentlich hinschauen soll: Geradeaus nach vorne befindet sich die wenig spannende Kopfhaut eines Fremden, wenn man aber den Kopf nach links oder rechts dreht, dann fühlen sich unsere SitznachbarInnen automatisch angestarrt und starren somit auch zurück.

Mittelsitz = maximaler Komfort!

Was aber bestimmt die wenigsten wissen: Eigentlich bietet gerade der Mittelsitz den maximalen Sitzkomfort! Zum einen ist es dort durch die SitznachbarInnen eindeutig wärmer als auf dem Fenster - oder Gangplatz. Laut Reiseexpertin Rosie Panter hätte die Person, die in der Mitte landet, außerdem Anspruch auf beide Armlehnen - quasi als Entschädigung dafür, dass sonst alles an diesem Sitzplatz beschissen ist. "Es ist allgemein anerkannt, dass der Passagier auf dem Mittelplatz das kürzere Streichholz gezogen hat, daher sollte er den Luxus beider Armlehnen genießen dürfen", so die Expertin. Empfinden wir als absolut richtig und fair!

Es gibt nun also zwei Möglichkeiten, die Armlehne-Situation in Angriff zu nehmen:

  • Entweder beide Armlehnen mit einer Selbstverständlichkeit für sich selbst beanspruchen und die Sitznachbarinnen gegebenenfalls (bei Protest ihrerseits) in selbstmitleidigem Ton auf die groben Nachteile dieses Sitzplatzes hinweisen
  • Sollten die Lehnen bereits in Verwendung sein, am besten freundlich nachfragen, ob diese einem überlassen würden. Im Notfall auch hier wieder die Opferrolle ganz klar demonstrieren. Und wenn gar nichts helfen sollte - es gibt ja schließlich auch noch andere Möglichkeiten, sich Gehör zu verschaffen...
Thema: Reise

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