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Medizinische Sensation: Diese Zwillinge sind weder eineiig noch zweieiig

Einen Fall wie diesen gab es weltweit bisher nur ein einziges Mal: Zwillinge aus Australien sind mütterlicherseits identisch, also eineiig: Sie teilen 100 % der DNA ihrer Mutter. Aber sie teilen gleichzeitig nur einen Bruchteil der DNA des Vaters und sind daher "halb-identisch".

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Medizinische Sensation: Diese Zwillinge sind weder eineiig noch zweieiig
© iStockphoto.com

Zwillinge sind selten, aber nicht ungewöhnlich - sowohl ein- als auch zweieiige Geschwister sowie deren Entstehung im Mutterleib sind gut erforscht. Es gibt jedoch eine Mischform der beiden, die bisher weltweit nur einmal entdeckt wurde. Aber nun gibt es einen weiteren Fall aus Australien.

Bei Vorsorgeuntersuchungen ging man davon aus, dass es sich bei diesen Babys um eineiige Zwillinge handelt - dann entdeckte man jedoch, dass die beiden nicht das gleiche Geschlecht teilten, was bei eineiigen Zwillingen unmöglich ist: „Ultraschall-Aufnahmen zeigten nur eine Plazenta und eine Position der Fruchtblase, die beide auf eineiige Zwillinge hindeutete“, so Nicholas Fisk von der University of New South Wales in Sydney. „Aber mit 14 Wochen enthüllte der Ultraschall, dass es sich um einen Jungen und ein Mädchen handelte – das ist bei eineiigen Zwillingen ausgeschlossen.“

Wie entstehen eineiige Zwillinge?

Eineiige Zwillinge entstehen, wenn ein Spermium eine Eizelle befruchtet hat und sich daraus zwei Kinder entwickeln. Genetisch gesehen haben diese das gleiche Erbgut und sind quasi Klone voneinander.

Wie entstehen zweieiige Zwillinge?

Zweiige Zwillinge entstehen, wenn zwei Spermien zwei Eizellen befruchten und sich zwei Kinder gleichzeitig entwickeln. Genetisch gesehen haben sie nicht mehr gemein als jedes andere Geschwisterpaar: Sie teilen zu jeweils 50 Prozent die mütterliche und die väterliche DNA.

Wie entstehen halb-identische Zwillinge?

Halb-identische Zwillinge sind eine Mischform aus eineiigen und zweieiigen Zwillingen: Zwei unterschiedliche Spermien befruchten eine einzige Eizelle. Normalerweise kann dies gar nicht passieren, da biologische Prozesse eine solche Doppelbefruchtung verhindern (beziehungsweise die Embryos nicht überleben). So soll der Nachwuchs vor genetischen Fehlbildungen geschützt werden. Denn bei einer Doppelbefruchtung entsteht kein üblicher doppelter Chromosomensatz, sondern ein dreifacher.

„Doch im Fall der halbidentischen Brisbane-Zwillinge scheint die befruchtete Eizelle die Chromosomen rechtzeitig auf verschiedene Zellgruppen aufgeteilt zu haben" erklärt Michael Gabbett von der Queensland University.

Das Erbgut der beiden Spermien des Vaters wurde auf verschiedene Zellen verteilt, das der Mutter hingegen nicht. Daher haben die Zwillinge zu 100 Prozent das gleiche mütterliche Erbgut (eineiig), aber nur zu rund 50 Prozent das gleiche väterliche Erbgut (zweieiig).

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