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Nie mehr schüchtern!

Bei Partys stehst du als Zuschauerin am Rand. Du hast Angst, vor einer Gruppe zu sprechen. Fällt es dir schwer, neue Leute kennenzulernen? Wie du deine Schüchternheit überwindest.

Kommentare: 2

Frau lächelt schüchtern zu einem Mann.

NIe wieder schüchtern! Dazu musst du die Komfortzone verlassen.

© Corbis

Die Welt ist voller Dancing Stars, Topmodels und Naturtalenten. Eine Welt, die von dir erwartet, perfekt zu sein. Eine Welt, die dich an dir zweifeln lässt und dich einschüchtert. Die Auslöser für Gefühle von Schüchternheit sind natürlich unterschiedlich. Die dahinterstehenden Befürchtungen, nicht gut genug zu sein oder abgelehnt zu werden, sind Grundängste, die in jedem von uns stecken.

Wer seine Komfortzone nicht verlässt, bleibt stecken. Beziehungs-Coach Dominik Borde (Sozialdynamik.at) ist in seiner Praxis immer wieder mit Frauen konfrontiert, die Hemmungen haben, jemanden anzusprechen oder sich in einer Gruppe zu öffnen. Borde: "Wer aber seine Komfortzone nicht verlässt und nicht ganz bewusst gegen seine Schüchternheit angeht, der versäumt vielleicht den idealen Partner oder verpasst wertvolle Ziele in seinem Leben." In seinem neuen Buch "Beziehungsstatus glücklich – was Sie als Frau über die Liebe wissen sollten" beschreibt Borde, wie man seine Schüchternheit in zehn Schritten überwindet.

Der Wiener Beziehungscoach Dominik Borde.
Beziehungscoach Dominik Borde verrät, wie man die Schüchternheit überwindet.
1

Verschaff' dir Klarheit über deine Schüchternheit! Woran genau erkennst du, dass du schüchtern bist?
Wie, wann, wo, mit wem und in welchen Momenten verhältst du dich schüchtern? Was genau muss geschehen, damit du dich schüchtern verhältst? Halte diese Gedanken schriftlich fest! Es zahlt sich aus.

2

Definiere deine Ziele – und mach' sie messbar! Woran genau wirst du erkennen, dass du selbstsicher geworden bist? Wer würde deine Selbstsicherheit zuerst bemerken? Und welche positiven Auswirkungen hätte es auf dich und deine Umgebung, wenn du in jedem Moment und mit jedem Gegenüber selbstsicher agierst?

3

Lerne Ablehnung auszuhalten! Schüchterne Menschen sind häufig egoistisch in ihrem Denken, weil sie alles auf sich selbst beziehen. Das klingt vielleicht im ersten Moment befremdlich, aber ein selbstbewusster Mensch kümmert sich weniger darum, was andere von ihm denken als darum, was er selbst von sich denkt. Schüchterne Menschen haben nicht ausreichend geübt, mit Ablehnung umzugehen. Das Obst im Supermarkt verfault nicht schneller, nur weil es nicht von dir ausgesucht wurde, und auch du bist nicht weniger wert, wenn du mal abgelehnt wirst. Statistisch gesehen gibt es für jeden Menschen, der dich ablehnt, einen, der dich liebt, so wie du bist. Zeig dich also authentisch von deiner besten Seite und konzentriere dich darauf, die Menschen kennenzulernen, die dich lieben, so wie du bist.

4

Achte auf deine Körperhaltung! Überlege dir jetzt einmal einen Moment lang, worin der Unterschied in der Körperhaltung einer besonders selbstbewussten und der einer verschüchterten Person liegt. Dein Körper ist ein geniales Tool, um eine sofortige Veränderung deines Selbstbewusstseins zu bewirken (etwa durch breite Schultern). Nütze deinen Körper, indem du dich ganz bewusst in einen ressourcenreichen Zustand versetzt. Das geht ganz einfach: Erinnere dich zurück an einen Moment, in dem du besonders selbstbewusst warst. Ob das bei einem erfolgreichen Geschäftsabschluss war oder bei der gelungenen Ausübung eines Hobbys – erinnere dich an einen stolzen Moment deines Lebens. Überlege dir nun: Wie bist du dagestanden, wie hast du geatmet, was hast du dir in diesem Moment selbst gesagt und welches Bild hattest du vor Augen? Verwende diese Quelle als Ressource für ein Date, Vorstellungsgespräch, Treffen mit Freunden oder einfach im Alltag, und bring deinen Körper dabei bewusst in dieselbe Haltung von damals.

5

Nütze Vorbilder! Vielleicht kennst du jemanden, von dem du denkst, er oder sie sei besonders charismatisch, charmant, witzig oder eloquent im Umgang mit anderen. Schau dir das genaue Verhalten dieses Menschen an. Wie steht, worüber redet er oder sie, was würde er oder sie in der Begegnung mit anderen wahrscheinlich denken? Werde dir einiger dieser herausragenden Eigenschaften bewusst (Lächeln, Körperspannung, Gesten, Sprechtempo, Wortwahl, Einstellung, Reaktionen, Verhaltensweisen) und integriere manches davon angepasst an dein eigenes Leben und deine Individualität.

6

Lass negative Glaubenssätze sein! Kennst du derartige Glaubenssätze aus deinem Leben?
• Ich muss andere Menschen beeindrucken.
• Ich darf es mir mit dieser Frau oder diesem Mann nicht vermasseln, denn ich hab dabei einiges zu verlieren.
• Ich muss mein Gegenüber davon überzeugen, dass ich es wert bin.
• Sollte ich abgelehnt werden, ist das eine große und total wichtige Angelegenheit.
• Wenn ein attraktiver Mann sich nicht für mich interessiert, heißt das, ich bin nicht okay.
Wenn du deine Schüchternheit überwinden möchtest, dann streich diese Glaubenssätze! Wandle sie lieber in positive Formulierungen um. Und halte diese schriftlich fest!

7

Hab' keine Erwartungen! Mach dir keine Sorgen über den Ausgang eines Gesprächs. Ein erstes Kennenlernen ist kein Aufnahmetest, sondern soll vor allem Spaß machen. Verhalte dich interessiert am Gegenüber, aber niemals bedürftig nach Aufmerksamkeit und Anerkennung.

8

Sprich', was immer dir einfällt! Erzähle von dem, was dir gefällt und dich bewegt. Solltest du der Meinung sein, dein Leben sei zu gewöhnlich, um andere zu unterhalten, dann tu dir selber einen Gefallen und unternimm etwas dagegen. Alles, was dich begeistert, ist als Gesprächsstoff geeignet und wenn dir gerade nichts mehr einfällt, stell Fragen, die dein Gegenüber dazu ermutigen, von sich zu erzählen.

9

Üben, üben und nochmals üben! Charisma und selbstsicheres Auftreten sind vor allem Übungssache. Übe tagtäglich den Umgang mit anderen Menschen, egal ob Mann oder Frau. An der Supermarkt-Kassa, beim Einkaufen, in der U-Bahn, … Überall gibt es Gelegenheiten, mit anderen ins Gespräch zu kommen und zu kommunizieren. Schwimmen lernt man im seichten Wasser, darum übe deine Kommunikation zunächst dort, wo du weniger Hemmungen verspürst. Tipp: Beim Chat im Internet hast du Gelegenheit, mit hunderten Menschen ohne direkten Face-to-Face-Kontakt Kommunikation zu üben. Sobald du im Chat routinierter darin geworden bist, dich mit Menschen auszutauschen, empfiehlt es sich, möglichst bald das Gelernte auch im Alltag einzusetzen.

10

Kassier' einen Korb! Diese Übung ist eine Herausforderung, die sich wirklich auszahlt! Die größte Angst vieler schüchterner Menschen ist es, eiskalt abgelehnt zu werden. Setze dich absichtlich dieser Erfahrung aus! Wie? Indem du hinausgehst und bewusst provozierst, bei jemandem abzublitzen. Hier geht es jetzt nicht darum, jemanden kennenzulernen, für dich zu begeistern oder eine Telefonnummer zu kassieren. Genau das Gegenteil davon ist erwünscht, um deine Angst in diesem Bereich besser kennenzulernen und sie zu überwinden, zu meistern. Das Ergebnis dieser Übung ist immer verblüffend anders als erwartet, probier es einfach aus!

Kommentare

Autor

Ich hab unter anderem grad die beiden Bücher von Herrn Borde gelesen und muss sagen, wirklich aussergewöhnliche Ratgeber sind das. Ganz anders als die üblich, seichte Lektüre die einem aus diesem Bereich meist zugemutet wird. Unerwartet warmherzig einerseits und andererseits sehr direkt und klar verständlich. Männlicher Rat der wirklich was wert ist.

Autor

hehe, cooler Tipp einfach mal abblitzen! Das muss ich versuchen. ich bin zwar nicht schüchtern aber vor einer Gruppe reden mag ich auch nicht. Aber das geht wohl eh vielen so. Coole Tipps jedenfalls. Danke

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