Ressort
Du befindest dich hier:

Mehr Tote durch Luftverschmutzung als durchs Rauchen: Neue Studie schockiert

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass Luftverschmutzung ein weitaus höheres Gesundheitspotenzial darstellt, als bisher gedacht. Feinstaub und Co bergen sogar ein tödlicheres Risiko als Rauchen.

von /

Mehr Tote durch Luftverschmutzung als durchs Rauchen: Neue Studie schockiert
© Patrick Herrera/ iStockphoto.com

Die Gefahr ist immer und überall: Luftverschmutzung verkürzt das Leben aller Europäerinnen und Europäer im Durchschnitt um zwei Jahre. Wie Forschungsteams des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Universitätsmedizin Mainz in einer neuen Studie ermittelt haben, wurde bisher noch zu sehr unterschätzt, welche gesundheitlichen Auswirkungen Abgase aus Industrie sowie aus dem Verkehr haben.

In Europa sterben dadurch jährlich 800.000 Menschen vorzeitig - mehr als durch Zigaretten oder durch Passivrauchen. Diese Gefahr kann jedoch nicht - wie das Rauchen - individuell vermieden werden. Atmen müssen wir schließlich alle.

Gefahr von Luftverschmutzung und Feinstaub bisher massiv unterschätzt

Vor allem Herz-Kreislauferkrankungen werden durch die Luftverschmutzung verstärkt. Die verunreinigte, vor allem die mit Feinstaub belastete Luft zieht die Atemwege sowie unseren Organismus ebenso wenn nicht mehr in Mitleidenschaft wie die bedeutendsten Gesundheitsrisiken (Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen). Denn die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt die Sterblichkeitsrate durch Zigaretten sowie Passivrauchen mit 7,2 Millionen Menschen pro Jahr an, bei Luftverschmutzung liegt diese Zahl nach neuen Studien sogar bei 8,8 Millionen pro Jahr.

Daher ist es umso wichtiger endlich von der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl (und damit auch Benzin oder Diesel) wegzukommen, da diese für den Großteil der Feinstaubbelastung verantwortlich sind und stattdessen auf alternative Energiegewinnung zu setzen.

„Wenn wir saubere, erneuerbare Energien einsetzen, erfüllen wir nicht nur die in Paris getroffenen Vereinbarungen zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels“, bestätigt Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie. „Wir können damit auch die von Luftverschmutzung verursachte Sterberate in Europa bis zu 55 Prozent verringern.“