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Meine verfickte Reise!

Mona Rausch erzählt in ihrem neuen Buch "Meine verfickte Reise" von den sexuellen Erlebnissen ihrer einjährigen Weltreise. Im Interview mit WOMAN verrät sie aber noch mehr...


Meine verfickte Reise - Interview zum Buch

Wenn nicht jetzt, wann dann?

© Thinkstock Images. Pic by Noel Hendrickson

Mona Rausch ist nur ihr Pseudonym. Ihren richtigen Namen wissen wir nicht. Ein Foto von ihr dürfen wir auch nicht zeigen, denn Mona möchte anonym bleiben. Was wir aber wissen ist, dass die Anfang 40jährige, sehr attraktive Kölnerin für ein Jahr eine Weltreise unternommen hat und all ihre Erlebnisse nun in einem Buch mit dem Titel "Meine verfickte Reise" publiziert hat. Der Titel des Buches kommt nicht von ungefähr, denn Mona erkundete auf ihrer Reise das erotische Treiben auf fünf Kontinenten. Im Interview haben wir mit ihr über den Flirtkurs in Moskau, ihren Lover in Malaysien und über andere sexuelle Erlebnisse auf ihrer Reise gesprochen.

WOMAN: Mona, erzähl uns wie es zu dieser Reise vor 2,5 Jahren kam!
Mona: Ich kehrte zurück nach Hamburg zu meinem Mann. Die Beziehung lief nach einem Trennungsjahr nicht besonders gut und mir wurde klar, dass es trotz gutem Willen nicht mehr funktionieren würde. Beruflich hatte sich für mich noch nichts Neues ergeben. Die Entscheidung, aufzubrechen war eine Mischung aus Flucht und dem Gedanken „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Wenn man rundum eingebunden ist, ist es ja häufig schwer, sich „loszueisen“.

»"Als normaler Tourist reist man oft an der Wahrheit vorbei."«

WOMAN: Hast du deine Reise genau geplant?
Mona: Die Länderabfolge habe ich grob geplant. Im Land selbst habe ich dann relativ spontan das unternommen, was sich gerade anbot. In manchen Ländern habe ich auch Bekannte besucht und denen die Planung überlassen. Gut gefallen hat mir immer, wenn ich Einblicke in den Alltag der jeweiligen Länder bekommen habe. Als normaler Tourist reist man oft an der Wahrheit vorbei.

WOMAN: Hast du ihn auf der Reise vermisst?
Mona: Unterwegs war ich so vielen Eindrücken ausgesetzt, dass ich wenig Zeit hatte, mich in Nostalgie nach meinem Ehemann zu verlieren. Klar gab es Momente, in denen ich am liebsten sofort zurück in seine Arme geflohen wäre. Ein konkretes Beispiel: Als ich ausgeraubt wurde und ohne Hab und Gut in Marokko zur Polizei musste. Aber dann kam immer schnell der Gedanke „Jetzt erst recht“.

WOMAN: Dein Buch handelt davon, dass du die Welt umreist und mit vielen Menschen Sex hast. Wie kam es dazu? Haben sich die Situationen so ergeben oder waren die Treffen geplant?
Mona: Wie in meinem ersten Roman "Mein verficktes Jahr" beschrieben, hatte ich ja in sexueller Hinsicht bereits ein ziemlich „wildes“ Jahr hinter mir. Ich hatte jetzt nicht unbedingt geplant, in den Ländern, die ich bereiste, Sex zu haben. Andererseits hatte ich auch keine Berührungsängste, wenn ich jemand nettes kennen lernte. Ich war auch neugierig auf das Fremde, wie zum Beispiel den asiatischen "Lover" in Malaysien.

Manche Treffen, wie das Date in New York oder in Ibiza habe ich geplant. Dafür habe ich ein internationales Datingnetzwerk genutzt. Damit kann man sich weltweit verabreden. Grandios.

WOMAN: In Kenia warst du auf den Spuren der „weißen Massai“. Hattest du auch dort Bekanntschaften?
Mona: Wenn man in Kenia in Bars geht oder tanzen, lernt man zwangsläufig Männer kennen. Und irgendwann war eben auch einer dabei, der mir gefiel. Wir verbrachten eine nette Zeit miteinander. Aber irgendwie ist es immer schwierig wenn man sich ständig fragen muss: Will er mich oder mein Geld?

»"Bei diesem Flirtkurs bekommt Frau rundum alles beigebracht, wie sie den Mann manipuliert und geradewegs in die Ehe manövriert. In Russland haben das alle Frauen drauf."«

WOMAN: Erzähl uns von deinem Flirtkurs in Moskau und was dabei herauskam!
Mona: Bei diesem Flirtkurs bekommt "frau" rundum alles beigebracht, wie sie den Mann manipuliert und geradewegs in die Ehe manövriert. In Russland haben das alle Frauen drauf. Entweder sie sind Naturtalent sind oder nehmen eben Nachhilfe in dieser Sache. Hier konnte ich nur lernen.
„Eine Frau, die den Raum betritt, muss ihn zum Strahlen bringen“, lautete der erste Merksatz unserer Lehrerin. Das heißt, alles beginnt mit der Haltung und mit dem Gang. Wir lernten zuerst, uns auf High Heels zu bewegen wie eine Königin. Das heißt, alle anderen Frauen lernten es, ich bin in der Hinsicht ein hoffnungsloser Fall. Dann brachte sie uns die üblichen Tricks bei: Haare werfen, nur mit dem Strohhalm trinken, um mit diesem Spielen zu können, dem Mann die volle Aufmerksamkeit schenken. Den Extrovertierten reden lassen, dem Introvertierten Fragen stellen. „Die gute Frau ist dem Mann Freundin, Geliebte, Hausfrau und Mondäne“. Oje, dass sind ja vier Rollen auf einmal, dachte ich. Ich bin schon mit dem Spagat Hure und Heilige überfordert.

Ich lernte in einem Club einen Milliardär kennen, dem all diese Tricks wurscht waren. Wir verbrachten eine tolle Nacht miteinander aber am Ende scheiterte alles an der Sprache. Bei ihm ging nichts ohne Übersetzer und den wollte ich auf Dauer nicht mit ins Bett nehmen.

WOMAN: Mit wie vielen Menschen hast du auf dieser Reise insgesamt geschlafen?
Mona: Es waren ca. elf. Wie gesagt, nicht auf jeder „Station“ kam es dazu. In manchen Ländern wird Sex derartig als Geschäft praktiziert, dass es schon keinen Spaß mehr macht.

WOMAN: Waren da auch Frauen dabei oder Sex mit mehreren Menschen?
Mona: In Marokko lernte ich einen Amerikaner kennen, der mir ein Date zu dritt verschaffte: Er ich und eine Bauchtänzerin.

WOMAN: Welche deiner sexuellen Erfahrungen aus dieser Zeit war für dich die spannenste?
Mona: Spannend war sicherlich die Nacht in Buenos Aires in einem dieser „Love Hotels“. Das sind Hotels speziell für Paare, die sonst keine Gelegenheit haben, zusammen zu kommen. Die Räume sind nach bestimmten Mottos gestaltet. Ich landete in einem SM-Raum mit einem Mann, von dem ich dachte er sei schwul. Ich erlebte mein blaues Wunder. Und entdeckte eine ganz neue (sadistische) Seite an mir. Gelegenheit macht eben Liebe.

WOMAN: Du sagst du bist durch deine Reise bei dir selbst angekommen. Wie fühlt sich das an?
Mona: Man hat das Gefühl, man muss nicht jedem Abenteuer hinterherrennen, sondern die guten Dinge kommen von ganz allein auf mich zu. Wie eben meine Reisebekanntschaft Carl, die sich von etwas Lockerem zu etwas Vielversprechendem entwickelte.

WOMAN: Das heißt dein Exmann ist Geschichte und du bist jetzt vergeben?
Mona: Mein Ex-Mann wird immer ein Teil meines Lebens sein. Aber wir sind geschieden und ich lebe in einer neuen Beziehung.

WOMAN: Was rätst du Frauen, die frustriert sind in Liebesdingen, ob Single oder vergeben?
Mona: Es ist natürlich nicht jedermanns Sache, gleich eine Weltreise zu unternehmen, wenn die Dinge zu Hause mal nicht so gut laufen. Aber man kann sich auch im Alltag kleine Inseln schaffen, in denen man in sich herein horcht und fragt: was brauchst du gerade? Und sich das selbst erfüllt statt darauf zu warten, dass andere Menschen die eigenen Bedürfnisse erfüllen.

Meine verfickte Reise - Interview zum Buch
Meine verfickte Reise, von Mona Rausch

Das Buch "„Meine verfickte Reise – Wie ich einmal die Welt umrundete, um bei mir selbst anzukommen“ von Mona Rausch ist nun für 14,99 Euro im mvg Verlag erhältlich.