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"Meine Wollke": endlich eine gesunde und nachhaltige Alternative zur Intimhygiene

#WOMANforWOMEN: Slipeinlagen sind ein Produkt, das nach einmaligem Verwenden weggeworfen wird. Aber eine Österreicherin beweist, das das auch anders geht - der eigenen Gesundheit und der Umwelt zuliebe.

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Sabine Fallmann - Meine Wollke
© Ludwig Fahrnberger

Produkte zur Intimhygiene landen an einer der sensibelsten Stelle unseres Körpers. Und dennoch sind darin oftmals Kunststoffgranulate, Chemikalien, Duftstoffe oder Plastikfolien enthalten. Dieselben belasten nicht nur unsere Umwelt, sie können ebenso ein Gesundheitsrisiko sein – von Allergien und Unverträglichkeiten bis hin zu Scheidenpilz.

Also beschloss Sabine Fallmann-Hauser eine gesunde sowie nachhaltige Alternative zu schaffen: Und heraus kam „Meine Wollke: waschbare Slipeinlagen, die dank Bio-Baumwolle besonders verträglich sind.

Durchschnittlich verwendet eine Frau 16.800 Slipeinlagen, Binden und Tampons in ihrem Leben. Diese wurden bisher nach einmaligem Verwenden sofort weggeworfen - und ein immenser Müllberg entsteht. Jede „Wollke“ soll jedoch rund 300 Wegwerf-Slipeinlagen ersetzen können. Zum Vergleich: Konventionelle Einwegprodukte brauchen etwa 500 Jahre zum Verrotten. Eine „Wollke“ verrottet – nachdem sie etwa 300-mal gewaschen wurde – in 2 bis 5 Jahren.

Aber wozu eignet sich eine Wollke genau? Die Slipeinlage eignet sich für die leichten Tage der Menstruation, als Backup für Menstruationstasse oder Tampon, als Unterstützung bei leichter Beckenbodenschwäche beziehungsweise Inkontinenz oder einfach als Wäscheschutz.

Wir wollen aber noch mehr wissen und haben die Gründerin selbst befragt:

WOMAN: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Meine Wollke zu entwickeln?
Fallmann-Hauser: In meiner Praxis, also in meinem Berufsalltag als Sexualpädagogin, habe ich in zahlreichen Gesprächen vor allem bei jungen Frauen bemerkt, wie viele eigentlich unzufrieden mit herkömmlichen Monatshygiene-Artikeln waren. Viele Frauen wünschten sich eine Alternative für ihren sensibelsten Körperbereich, um Hautirritationen, Scheidenpilze, Juckreiz, Harnweginfektionen und Ähnliches zu vermeiden. Deshalb war es mir wichtig, ein Produkt aus natürlichen Materialien zu entwickeln und damit einerseits die Frauengesundheit zu stärken und andererseits eine nachhaltige Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft zu setzen. Von Frauen für Frauen ist dabei auch ein zentrales Thema, da die „Wollken“ in einer Näherei in St. Pölten produziert werden.

WOMAN: Wie ist der Name entstanden?
Fallmann-Hauser: Der Name leitet sich vom Wort Baumwolle ab. Deshalb wird „Meine Wollke“ mit zwei LL geschrieben. Weiters soll es ein einfacher und leicht verständlicher Name sein und eine Assoziation zum luftig-leichten Tragekomfort herstellen und somit ein heikles Thema mit einem Begriff erfassen.

WOMAN: Wie ist bisher das Feedback von anderen Frauen?
Fallmann-Hauser: Das Echo ist anhaltend groß und ich erhalte viel positives Feedback und Zuspruch. Ein tiefgründiges und weitreichendes Umdenken hat bereits bei vielen Frauen stattgefunden. Die vergangenen Wochen haben mir gezeigt, dass „Meine Wollke“ ein sehr spannendes, aber zugleich tabuisiertes Thema darstellt, das stark polarisiert. Es gibt nach wie vor großen Erklärungsbedarf, um zum Beispiel den Unterschied zwischen einer Binde für die Monatsblutung und einer Slipeinlage für leichte Tage beziehungsweise als Backup für Menstruationstasse oder Tampon herauszustreichen. Diese Unwissenheit führt bei manchen Frauen immer wieder anfänglich zu Skepsis, bevor sie sich intensiver mit der Thematik beschäftigen.

WOMAN: Was sind ihre Erfahrungen als Frau am hart umstrittenen Start-up-Parkett?
Fallmann-Hauser: Es hat intensive Überzeugungsarbeit benötigt, das Unternehmen als ernsthaftes Business in einer männerdominierten Unternehmerwelt zu positionieren. Dennoch sind mir immer wieder Männer begegnet, die für das Thema offen waren und mir mit Rat und Tat zur Seite standen um „Meine Wollke“ auf solide und professionelle Beine zu stellen. Mir ist es sehr wichtig, zu 100 % hinter meinem Produkt zu stehen und ein stabiles Netzwerk aufzubauen. Meine Erfahrung als Start-up ist grundsätzlich positiv und ich möchte jeder Frau raten, ihren Mut zusammen zu nehmen und sich zu trauen in die Wirtschaft zu gehen. Es ist einfach ein sehr spannender Weg.

WOMAN: Hatten sie jemals das Gefühl, dass ihre Idee als Nischenidee abgetan wurde – obwohl ja mehr als die Hälfte der Menschheit davon profitieren könnte?
Fallmann-Hauser: Genau genommen hatte ich für mich nie das Gefühl ein Nischenprodukt zu entwickeln. Dieses Gefühl hatten andere für mich und zeigten mir das auch – und das kostete mich immense Überzeugungskraft sie vom Gegenteil zu überzeugen. Ich gehe noch immer davon aus „Meine Wollke“ zu einem Mainstream-Produkt zu machen, denn Wiederverwendbarkeit ist auf jeden Fall sinnvoll. Mein Ziel besteht darin, jede Frau tagtäglich selbst wählen zu lassen, welches Produkt für sie das Richtige ist: herkömmliche Produkte oder nachhaltige Produkte, die gleichzeitig trendig, chic und modern sind. Ich wünsche mir, dass diese Botschaft ankommt.

"Meine Wollke" ist ab 14,99 Euro auf wollke.at, bei BIPA oder in ausgewählten Geschäften erhältlich.

Wollke Laura