Ressort
Du befindest dich hier:

Meine X-Large-Familie! Scheidungskinder über ihr Leben in zwei oder mehreren Familien

Daheim bei Mama und bei Papa: Scheidungskinder, die in zwei oder auch mehreren Familien wohnen, führen ein ziemlich bewegtes Leben.


Meine X-Large-Familie! Scheidungskinder über ihr Leben in zwei oder mehreren Familien
© Neumayer

Manchmal verliere ich schon den Überblick bei meinen Sachen“, seufzt Fanny, 16. „Letzte Woche zum Beispiel habe ich stundenlang meinen Pass gesucht, weil ich nicht mehr wusste, ob ich mit dem Papa oder der Mama zuletzt verreist bin. Ich hatte schon Angst, dass ich nicht wegfliegen kann, aber zum Glück“, so Fanny erleichtert weiter, „waren die Dokumente bei der Mama, und wir konnten in aller Eile einen neuen Pass beantragen.“

Scheidungskinder, die nicht einen, sondern zwei Wohnsitze haben, sind mit Dingen konfrontiert, an die andere Kinder nicht mal denken. Der 17-jährige Simon etwa, der wie alle Jugendlichen der WOMAN-Reportage in zwei Wohnungen aufwächst, ärgert sich, dass „auf dem Freifahrtsausweis für Schüler keine zweite Adresse angegeben werden kann. Meine Eltern wohnen in zwei voneinander weit entfernten Bezirken, und ich muss, wenn ich beim Papa bin, extra einen Fahrschein lösen.“ Auch auf die simple Frage nach der Adresse haben diese Kinder keine einfa­che Antwort pa­rat. „Ich bin bei der Mama gemeldet, und darum gebe ich auch meis­tens ihre Adresse an“, sagt Schirin, 16. „Und wenn mich jemand fragt, war­um ich dann mit dem Bus in die andere Richtung fahre, dann erkläre ich halt, dass meine Eltern getrennt sind. Bei meiner Schwester ist es umgekehrt. Sie ist beim Papa gemeldet und wohnt meist nur zwei Tage unter der Woche bei unserer Mama.“ Auch die Geschwister Irina, 18, und Max, 15, haben keinen gemeinsamen Hauptwohnsitz: Die beiden wandern zwar seit zwölf Jahren miteinander von der Mama zum Papa und wieder retour, sind aber rechtlich „geteilt“. „Der Papa hatte bis zu meiner Volljährigkeit die Obsorge für mich, die Mama hat sie für den Max. Damals“, erklärt Irina, „gab es noch keine gemeinsame Obsorge, und dar­um haben sie sich das ausgemacht. Sie wollten verhindern, dass sie sich gegenseitig ausspielen.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen WOMAN

Thema: Scheidung