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Melanie Scheriau & ihr Ehemann Seth Harris

Melanie Scheriau & Seth Harris: Sie ist eines der erfolgreichsten Models des Landes, er ein amerikanischer Top-Unternehmer. Seit zwölf Jahren leben sie zusammen in New York. Uns gaben sie ihr erstes gemeinsames Interview.


  • Bild 1 von 2 © Ernst Kainerstorfer
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"Und jetzt bitte ein verliebtes Lächeln", wünscht sich WOMAN-Fotograf Ernst Kainerstorfer, nachdem es sich Topmodel und PULS-4-Moderatorin Melanie Scheriau , 33, und Ehemann Seth Harris, 33, in der Suite des Wiener Hotels "The Ring" gemütlich gemacht haben. "So wie damals, als wir noch nicht verheiratet waren?", scherzt der Unternehmer. Österreichs beliebter Model-Export Melanie Scheriau und der amerikanische Top-Unternehmer Seth Harris (ihm gehören mehrere Restaurants und eine Software-Firma) sind seit über zwölf Jahren ein Paar, seit zweieinhalb verheiratet. Doch traute Zweisamkeit gibt’s bei den beiden trotzdem selten. Mal pendelt er zwischen seinen Niederlassungen in New York, Chicago und San Francisco, dann jettet sie wieder für Modeljobs mehrere Tage lang quer über den Erdball. Der kurze gemeinsame Abstecher nach Wien, wo wir die beiden zum WOMAN-Interview getroffen haben, ist da schon eine Ausnahme …

WOMAN: Zahlenlastiger Unternehmeralltag und die glamouröse Modelwelt: Wie passen diese beiden Welten zusammen?

Melanie: Perfekt! So habe ich immer jemanden, der meine Steuer erledigt!

Seth: Steuer und Green Card, deshalb hat sie mich eigentlich geheiratet. (lacht) . Im Ernst: Wenn wir bei der Arbeit sind, arbeiten wir beide extrem viel und hart. Untereinander sprechen wir dann aber nicht wirklich darüber.

Melanie: Beim Essen in einem guten Restaurant wird das Smartphone ausgeschaltet. Genauso im Urlaub.

Seth: Melanie sperrt meinen BlackBerry im Hotelsafe ein. Einmal am Tag darf ich meine Mails checken, was am Anfang echt hart ist. Man hört dann plötzlich das Handy läuten, obwohl es gar nicht da ist.

WOMAN: Wann waren Sie zuletzt zusammen auf Urlaub?

Seth: Das ist lange her. Wir haben vor zwei Jahren geheiratet, waren allerdings noch immer nicht auf Honeymoon! Aber wir arbeiten daran …

Melanie: Als Seth kurz nach unserer Hochzeit seine neue Software-Firma gegründet hat, war das eine der härtesten Phasen unserer Beziehung. Er hat 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche gearbeitet. Da blieb für nichts mehr Zeit.

WOMAN: Qualitative gemeinsame Zeit bleibt bei vielen Paaren auf der Strecke. Wie hat es bei Ihnen dennoch geklappt?

Seth: Melanie ist schon immer viel gereist, wir kennen es gar nicht anders. Aber wenn wir beide zuhause in New York sind, sind wir wirklich zusammen. Dann werden nebenbei nicht noch zig andere Dinge erledigt. Ich weiß, Sie denken sich jetzt: "Ooohhh, wie kitschig!", aber so funktioniert es. Natürlich ist es von Zeit zu Zeit auch sehr hart. Als Melanie für "Austria’s next Topmodel" gedreht hat, war sie zweieinhalb Monate am Stück weg.

Melanie: Aber egal wie lange wir getrennt sind, wir sagen uns jeden Tag einmal, dass wir uns lieben. Das finde ich wichtig. Ich denke, wir werden mal ein Problem damit haben, wenn einer von uns aufhört zu reisen. (Zu Seth) Was machen wir dann?

Seth: Für solche Fälle gibt es dann die Scheidung! (lacht)

WOMAN: Seth, keine Angst, dass Melanie sich unterwegs in einen anderen verguckt?

Seth: Schauen Sie mich an, ich bin doch ein gut aussehender Typ … (grinst)

Melanie: Er hat noch immer all seine Haare, mein Mann ist ein guter Fang! Wenn ich sehe, dass andere Frauen mit ihm flirten, bin ich nicht eifersüchtig. Weil ich weiß, dass wir zusammengehören. Und umgekehrt genauso. Ich war nie eine große Flirterin.

Seth (zu Melanie) : Wie hast du mich dann eigentlich rumgekriegt? Als wir uns das allererste Mal begegnet sind, warst du ziemlich unhöflich.

Melanie: Nicht unhöflich, aber ich war damals noch in einer Beziehung. Auch wenn wir nicht mehr glücklich miteinander waren. Und als ich Seth zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich insgeheim gleich, dass ich mit diesem Mann zusammen sein werde. Nur bei ihm hat’s ein bisschen länger gedauert, weil er keine Freundin wollte.

WOMAN: Wie haben Sie ihn schließlich doch überzeugen können?

Seth: Sie ist einfach nicht mehr gegangen … (lacht)

Melanie: Ich habe mich rar gemacht, um spannend zu bleiben. Hätte ich dauernd angerufen, wäre ich für ihn ja uninteressant gewesen. Es war eine Challenge, und ich liebe Herausforderungen!

WOMAN: Wunderbar! Ich habe nämlich eine für Sie beide. Es gibt folgendes Zitat von Marilyn Monroe: "Ich bin egoistisch, ungeduldig und ein wenig unsicher. Ich mache Fehler, ich bin außer Kontrolle und manchmal schwer zu handhaben. Aber wenn du meine schrecklichste Seite nicht erträgst, dann verdienst du auch nicht meine beste." Bitte beschreiben Sie einander anhand Ihrer schlechtesten Eigenschaften …

Melanie: Ich fange an! Du bist sehr unentschlossen, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Da brauchst du oft ewig. Deine Unordentlichkeit macht mich wahnsinnig. Und du kannst sehr launisch sein, in der einen Sekunde bist du noch superhappy und in der nächsten wirklich wütend.

Seth: Das ist alles? Okay, ich muss meine Worte jetzt sehr vorsichtig wählen … Ich finde es interessant, wie sehr du auf deiner Meinung beharrst. Wenn man dich von etwas überzeugen will, ist es, als würde man gegen eine 100 Meter dicke Wand fahren. Und es dauert lange, bis du Vertrauen fasst. Du lässt Menschen nicht leicht an dich heran. Für die meisten bist du die toughe und immer fröhliche Melanie, doch du bist auch sehr sensibel und nimmst dir Dinge manchmal zu sehr zu Herzen.

Melanie: Wenn es um die Arbeit geht, bin ich sehr entspannt, aber in einer Beziehung will ich alles perfekt haben. Da kann ich schwierig sein. Ich würde mich selbst niemals daten.

Seth: Kann ich bitte eine Kopie dieser Aufnahme haben? (lacht) Das ist wie eine Therapie. Wir sollten öfter solche Interviews machen.

WOMAN: Nach zwölf gemeinsamen Jahren, können Sie einander noch überraschen?

Seth: Das kommt drauf an: Als Person überrascht sie mich immer wieder. Melanie ist ständig darum bemüht, mein Leben zu verbessern. Aber schafft es Melanie, eine Überraschungsparty für mich zu schmeißen? Nein! Weil sie die Einladungen am Esstisch liegen lässt und mich bittet, die Cupcakes ins Lokal zu bringen.

Melanie: Ich kann einfach keine Geheimnisse für mich behalten. Das liegt bei uns in der Familie.

Seth: Einen Tag vor unserer Verlobung habe ich ihren Vater angerufen, um ihn um die Hand seiner Tochter zu bitten. Weil ich ihn bereits kenne, habe ich dazugesagt, dass er niemandem davon erzählen soll – auch nicht seiner Frau! Fünf Minuten später ruft mich Melanie an: "Willst du mir vielleicht etwas sagen? Meine Mutter hat mir gerade zu unserer Verlobung gratuliert." So läuft’s bei den Scheriaus! (lacht)

WOMAN: Auf meinem Schreibtisch liegt gerade ein Buch – "100 Fragen, die Ihre Beziehung retten". Eine gefällt mir besonders gut: Warum ist aus Ihnen beiden mehr als nur eine flüchtige Affäre geworden?

Melanie: Weil ich hartnäckig war.

Seth: Als wir zusammengekommen sind, hatte ich einen bekannten Nachtclub in New York. Mit Anfang 20 hast du da ein recht gutes Leben. Aber Melanie hat das nie interessiert. Sie hat nicht mit mir Zeit verbracht, weil sie etwas für sich rausschlagen wollte, sondern weil wir Spaß hatten. Statussymbole sind ihr egal.

Melanie: Wir waren mal auf einer Party, und ich habe hinter der Bar mit P!nk Getränke gemixt. Ohne zu wissen, wer sie war, denn sie hat sich bei mir mit Alecia vorgestellt.

Seth: Ein anderes Mal kamen Madonna, Lenny Kravitz und Leonardo DiCaprio in den Club. Ich habe Melanie angerufen, sie solle auch vorbeischauen. Aber sie lag bereits im Pyjama auf der Couch und meinte nur: "Ich schaue CSI und werde mich jetzt sicher nicht mehr umziehen. Melde dich, wenn Queen Elizabeth kommt …"

WOMAN: So viele Paare leben jahrelang zusammen, aber nach der Hochzeit folgt die Trennung. Was macht Sie so sicher, dass diese Liebe ewig hält?

Melanie: Wir sind nicht nur ein Ehepaar, sondern auch Freunde. Egal wo und wie, ich weiß, dass wir auch in 50 Jahren noch zusammen sein werden.

Seth: In der Presse gibt es all diese Geschichten über Models und ihr fabelhaftes Leben. Wenn ich nachhause komme, steht Melanie in der Küche und kocht Reisfleisch. Herrlich normal! Sie ist meine Familie, und ich kann mir niemand Besseren vorstellen. Außerdem wäre es traurig, wenn jeder, der vor den Altar tritt, darüber nachdenkt, wann er sich scheiden lässt. Wir wissen auch, dass wir sterben werden. Aber wenn ich hier sitze und darauf warte, verpasse ich das Leben.

Melanie Zingl