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Stadtmenschen sind genauso hilfsbereit & sozial wie Landmenschen

In der Stadt lebt man in einer anonymen Welt und kümmert sich deshalb nicht wahnsinnig umeinander. Diese These hat zwar schon irgendwie Sinn ergeben, doch stimmen tut sie laut einer Studie nicht!

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Nachbarschaftlichkeit in der Großstadt? Yes, please!

© Photo by Ruta Celma on Unsplash

Mit Vorurteilen verhält es sich wie mit Zuckerwatte: Schmeißt man das Krümmelchen Wahrheit mit lauter Einbildungen und Unwahrheiten zusammen, wird trotzdem ein großer Wattebausch draus. Was dann noch stimmt oder falsch ist, lässt sich nachher nicht mehr so leicht feststellen. So ist es auch mit dem Gerücht, dass StädterInnen nicht viel von Nachbarschaftlichkeit halten. In einem anonymen Umfeld kümmert man sich halt nicht so umeinander. Das ist aber auf dem Land ganz anders. Weniger Leute, mehr Altruismus!

Klar, möchte man weder als asoziale Großstadtbewohnerin, noch als einmischungs-süchtige Landpartie bezeichnet werden, doch die Argumente klingen schon logisch. Nur, dass sie nicht ganz so stimmen! Das hat eine Studie der University of Western Australia festgestellt.

In der Stadt wie auch am Land: Man hilft mit!

Studienleiter Cyril Grueter wollte wissen, was wissenschaftlich gesehen an der "städtischen Unhöflichkeit" dran ist und ließ ein Lost-Letter-Expertiment durchführen. Dabei wurden über 800 vollends adressierte Briefe in urbanen und ruralen Gebieten fallengelassen. Mehr als die Hälfte aller Briefe kam am Bestimmungsort an - was laut Grueter ein beeindruckendes Ergebnis ist.

Das zeigt, dass Stadt- sowie Landmenschen denselben Altruismus an den Tag legten. Tatsächlich konnten die WissenschaftlerInnen fast keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Gebieten feststellen. Natürlich sei Perth, eine australische Stadt, die als urbaner Versuchsort verwendet wurde, nicht die typische Großstadt wie etwa New York oder Sydney, gab Grueter zu bedenken. Doch trotzdem sei das Ergebnis ein guter Ausgangspunkt für weitere Studien in diese Richtung.

Briefe wegwerfen?

Wem das mit den Briefen als wissenschaftliche Methode spanisch vorkommt: Die Methode wurde in den 1960er Jahren entworfen, um menschliches Verhalten in seiner unvoreingenommenen Form beobachten zu können. Worst Case bei einer psychologischen Untersuchung ist es, wenn die Versuchspersonen schon bei der Fragestellung wissen, welche Antworten von ihnen erwartet werden. In so einem Fall kann dann die Lost-Letter-Technik angewendet werden, wo die Versuchspersonen gar nicht wissen, dass sie Teil eines Experiments sind und deshalb ganz natürlich handeln.

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Thema: Psychologie

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