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Ja, wir beurteilen Menschen auch wegen ihrer Körperform

Triangel-, Apfel- oder doch Sanduhr-Silhouette? Wenn man jemanden kennenlernt, dann beeinflusst die Körperform des Gegenübers den ersten Eindruck.

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koerperformen
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Der erste Eindruck zählt! Innerhalb weniger Sekunden hat man sich unterbewusst schon ein ziemlich genaues Bild vom Gegenüber gemacht. Das funktioniert auch, wenn man noch gar nicht viel miteinander gesprochen hat. Und auch, wenn man sich den Spruch "Don't judge the book by it's cover" zu Herzen nimmt, kann man nichts gegen seine eigenen Instinkte tun. Für die zählt ein bestimmter Aspekt besonders, wenn es um die schnelle Beurteilung eines Menschen geht: die Körperform.

Warum bewerten wir Menschen wegen Äußerlichkeiten?

In der Psychologie war natürlich schon lang klar, dass Äußerlichkeiten wichtig sind, um einen Eindruck vom Gegenüber zu gewinnen. Das ist aus evolutionsbiologischer Sicht auch ganz logisch, denn in unseren Instinkten ist festgeschrieben, dass hübsche Menschen tendenziell auch gesünder sind. Außerdem sagt die Haltung, die Mimik und die Gestik einiges darüber aus, ob einem das Gegenüber feindlich oder freundlich gesinnt ist. In unseren Genen ist der Drang zur Fortpflanzung noch immer fixiert, weshalb auch unser Gehirn auf diese Muster zurückgreift. Denn es lässt sich besser mit jemanden fortpflanzen, der nicht krank und auch nicht bösartig aussieht.

Warum ist diese neue Studie so interessant?

Die Forschung der University of Texas zeigt nicht nur, wie sehr der Körper des Anderen in unsere Beurteilung einfließt, sondern auch, dass wir von der schieren Form des Körpers Eigenschaften über die Persönlichkeit ableiten.

140 realistische 3D-Körpermodelle wurden 76 TeilnehmerInnen gezeigt, die die Körper von allen Seiten betrachten konnten. Eine Liste von 30 Eigenschaften wurden den Probanden gezeigt und sie mussten dann jedem Körper Eigenschaften zuschreiben. Dabei haben sich die WissenschaftlerInnen die Liste nicht aus der Nase gezogen, sondern die Merkmale von dem "Big Five"-Modell der Persönlichkeitspsychologie abgeleitet. Demnach lässt sich jeder Mensch innerhalb dieser fünf Sphären einordnen: Aufgeschlossenheit, Perfektionismus, Geselligkeit, Kooperationsbereitschaft und Verletzlichkeit.

Besonders beliebt waren rechteckige Körper.

Welche Eigenschaften schreiben wir welchen Körperformen zu?

Alles in allem ist es so, dass wir leichtere, also schlankere, Körper mit positiven Eigenschaften assoziieren. Die Probanden gebrauchten häufig die Worte "selbstbewusst" oder "enthusiastisch". Bei schwereren Körpern ist das Gegenteil der Fall. Hier wurden Worte wie "Faulheit" oder "Nachlässigkeit" verwendet.

Besonders gut kamen rechteckige Körper an - bei Männern und Frauen! Sie wurden als vertrauenerweckend, schüchtern, verlässlich und anderen eher passiven Merkmalen versehen.

Was können wir mitnehmen?

Die ForscherInnen betonen, dass es hier weder Körper noch das Geschlecht von Personen diskriminiert werden soll. Man wolle nur einen Einblick darin gewähren, welche Faktoren beim berühmten ersten Eindruck eine wichtige Rolle spielen. Der Wissenschaft ist durchaus bewusst, dass sich dieser Eindruck ganz leicht ändern kann, vor allem, wenn man die Person besser kennenlernt. Und es ist nützlich, sich selbst zu kennen und zu wissen, wie man auf Menschen reagiert. Wer offen bleibt und nicht nur auf die Instinkt-Stimme hört, macht es richtig!