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Wenn Spatzen über Mode zwitschern

"Man kann nicht nicht kommunizieren. Und Mode ist eine Form der Kommunikation." Getreu diesem Motto betreibt die Wienerin Michaela Amort ihr Modeblog Tschilp.

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Wenn Spatzen über Mode zwitschern

Tschilp: Seit 2006 ortet Michaela Amort neue Trends

© Jenny FM Murray

Der Untertitel von Michaelas Blog sagt eigentlich schon fast alles: "Mode in Wien und andere Zustände von den Dächern gepfiffen". Wobei: Ein bisserl geschwindelt ist es schon – denn für Fashion Weeks wie in Berlin verlässt die passionierte Schreiberin und Fashionista schon mal die österreichischen Hauptstadt um ihre Eindrücke natürlich sofort zu zwitschern.

Seit 2006 bloggt Michaela Amort (im Brotberuf Marketing Managerin bei einem großen IT-Unternehmen) unter Tschilp.com über Fashion, stellt wunderbare Shop-Geheimtipps vor oder präsentiert Designer in kurzen 8-Fragen-Interviews. Jetzt drehen wir den Spieß mal um – und stellen ausnahmsweise einmal Michaela ein paar Fragen.

Michaela Amort: Schreibt seit acht Jahren unter Tschilp.com

WOMAN: Wo findest du die Inspiration für dein Blog?
Michaela: Überall – online wie offline. Durch Beobachtungen, Diskussionen, Lektüre, Ausstellungen, Kunst, Film, Werbung, Alltag – es gibt so viele Fragestellungen und Problemfelder... Wenn ich nur mehr Zeit hätte!

WOMAN: War Mode schon immer so ein wichtiger Teil deines Lebens?
Michaela: Mode ist aus meiner Sicht immer Teil des Lebens. Niemand kann sich da ausnehmen. Sich anzukleiden gehört schließlich zum Alltag. Es ist eine Form der Kommunikation, und da halte ich mich an Watzlawick: „Man kann nicht nicht kommunizieren!“

Tschilp.com: "Mode ist eine Form der Kommunikation". Hier eine Kollektion von Yamamoto

WOMAN: Gibt es ein Kleidungsstück, das du am liebsten hast?
Michaela: Derzeit ist das ein japanisches T-Shirt-Kleid – und mein Badeanzug.

WOMAN: Gibt es für dich auch NoGos?
Michaela: Hm, es kommt auf den Gesamteindruck an, die Haltung, den Stil. Wenn jemand angenehm riecht kann man über vieles hinwegsehen.

Inspirationen auf Tschilp.com

WOMAN: Du stellst auf Tschilp.com auch immer wieder neue Designerinnen und Designer vor. Dein derzeitiger Favorit?
Michaela: Meine Design-Favoriten in Österreich sind eindeutig Filip Fiska und Agnes Schorer mit ihrem Label Hartmann Nordenholz. Sie haben eine wunderbar puristische Herbst/Winterkollektion präsentiert. Dann das Utope Projekt von Wolfgang Langeder, wo es um aufwändige Hightech Menswear geht. International mag ich zur Zeit besonders Phoebe Philo (Celine ), die Jungs von Proenza Schouler , jüngere japanische Labels wie Kolor, Undercover, LGB und last not least Rick Owens.

Mode von Katarina Noever

WOMAN: Ortest du aktuell besondere Trends?
Michaela: Der einzige Trend, den ich derzeit erkennen kann, ist der zur Effizienzsteigerung in der Mode-Industrie. Damit wird der aktuelle Einheitslook produziert, der am wenigsten Aufwand braucht. Jede Naht kostet Geld, das Material wird mittels Computerschnitt-Software optimal eingesetzt. Das steht im Vordergrund und das sieht man auch. Das Resultat sind langweilige Schnitte und endlose Wiederholungen von dem, was sich gut verkauft hat. Natürlich gibt es Ausnahmen, kleine Labels, regionale, mehr nachhaltige Ansätze oder natürlich echte Luxusteile. Für viele Konsumentinnen ist der Unterschied leider nicht gut zu erkennen.

WOMAN: Mal abgesehen von der traurigen Uniformität: Welche Trends siehst du für Herbst?
Michaela: Lange Falten- und A-Linie-Röcke, weite Hosen, als bequeme Loafers getarnte High-Heels!

WOMAN: Quillt dein Kleiderschrank eigentlich schon über?
Michaela: Nein. Ich kaufe teuer, dafür aber wenig. Und ich miste gerne aus. Das macht den Kopf tatsächlich frei...

WOMAN: Gab es bei dir jemals einen Fashion Fauxpas?
Michaela: Sind Sneakers zum kleinen Schwarzen ein Fauxpas?

Thema: Modeblogs

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