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Micro-Cheating: Der Betrug auf Raten

Du verschweigst deinen Beziehungsstatus, du textest heimlich mit jemanden: Warum "Micro-Cheating" die böse Vorstufe zum tatsächlichen Betrug ist.

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Micro-Cheating: Der Betrug auf Raten
© Photo by Mikaela Shannon on Unsplash

Es kommt vor. Sehr wahrscheinlich hast du es selbst schon gemacht. Wir leben in einer Zeit voller Optionen. Da ist es wenig verwunderlich, wenn man immer im Hinterkopf hat, dass demnächst um die nächste Ecke möglicherweise eine bessere Alternative biegt.

Darin erklärt sich das Nutzungsverhalten von Dating-Apps wie Tinder. Kaum einer der angemeldeten User sucht dort eine ernsthafte Beziehung. Gefühle sind swipebar, Likes so schnell verteilt wie entzogen, wenn drei Wische weiter ein noch schöneres Profilbild wartet. Jeder zweite Tinder-User bleibt selbst dann weiter aktiv, wenn er jemanden fix datet oder sich bereits (zumindest nach früheren Vorstellungen) in einer Beziehung befindet.

"Micro-Cheating" ist das hässliche Trend-Wort, das Beziehungsexperten in den letzten Jahren mit fortschreitendem Boom sozialer Netzwerke und Dating-Apps beschäftigt.

Was ist "Micro-Cheating"?

Faktisch: Eine Serie scheinbar kleiner und für sich genommen harmloser Aktionen, die aber darauf hinweisen, dass sich eine Person sich emotional außerhalb der eigenen Beziehung orientiert. Die klassischen Beispiele: Man textet heimlich mit einer anderen Person, man lügt über seinen Beziehungsstatus, man speichert jemand unter falschen Namen in seinem Handy.

Das klingt zunächst nicht so wild. Ein wenig Flirten hat noch nie geschadet. Solange nichts passiert, wird auch niemand verletzt. Oder?

Leider falsch. Auch wenn die Schmerzgrenze von Menschen unterschiedlich hoch oder tief liegt: Am Ende sollte man sich fragen, warum man etwas zu verbergen hat.

Geheimhaltung ist der Kern des Mikro-Betrugs. Wer offen dazu steht, ab und zu auch mal gerne zu flirten, der stößt bei seinem Partner damit zwar vermutlich nicht auf wahnsinnig viel Freude – aber wenn man es im Geheimen macht, dann deutet das auf Hintergedanken hin. Und das träufelt endgültig das Gift des Misstrauens in deine Beziehung.

Wie geht man damit um, wenn der Partner zum Mikro-Betrug neigt?

Zunächst muss man die Absicht hinter dem Verhalten des Partners erkennen. Geht es um Selbstbestätigung? Ist er nur freundlich? Oder ist er bereit, das zunächst vergleichsweise harmlos wirkende Flirt-Spiel bis zum Finale durchzuziehen?

Da sein Verhalten aber – egal, aus welchen Gründen auch immer er so handelt - für dich verletzend ist, bleiben dir zwei Möglichkeiten:

  • Handelt es sich um eine unbewusste Angewohnheit und reine Freundlichkeit, die dein Partner im Laufe der Zeit entwickelt hat (unter anderem, weil frühere Partner nichts dagegen einzusetzen hatten), dann ist es für dich nun an der Zeit, Grenzen zu setzen und neue Regeln festzulegen.
  • Gewinnst du aber den Eindruck, dass dein Partner aktiv auf der Suche nach einem Flirt ist, bewusst mit dem Feuer spielt und auch nicht bereit ist, dies zu ändern, dann ist es an der Zeit, sich zu überlegen, ob diese Beziehung für dich wirklich gut ist.