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Minuskalorien - gibt es sie wirklich?

Lebensmittel, die bei der Verdauung mehr Kalorien verbrennen, als sie dem Körper zuführen - gibt es solche "negativen Kalorien" wirklich?

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Minuskalorien - gibt es sie wirklich?
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Bestimmte Obst- und Gemüsesorten sollen so kalorienarm, aber gleichzeitig derart aufwendig zu verdauen sein, dass der Körper bei Aufnahme im Endeffekt mehr Kalorien verbrennt als er aufnimmt. So zumindest die Theorie. So sollen dann auch die Kilos purzeln...wie von allein. Zu schön um wahr zu sein?

Zu den Wunderlebensmitteln zählen angeblich Artischocken, Spargel, Sellerie, Chicorée, Rettich und Kohl. Bei den Obstsorten werden je nach Quelle Ananas, Äpfel, Erdbeeren, Grapefruit, Wassermelone und Papaya dieselbe magische Eigenschaft zugeschrieben. Anders ausgedrückt: Ernährt man sich nur von diesen Produkten müsste eigentlich konstant an Gewicht verloren werden.

Gibt es Minuskalorien wirklich?

Das Problem: Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Existenz von Minuskalorien. Während es stimmt, dass die Verdauung und Speicherung von Lebensmitteln dem Körper Energie kostet und es Lebensmittel gibt, die eben nur wenig Kalorien und ein mehr an Ballaststoffen enthalten, so kann die Energiebilanz doch niemals negativ sein.

Thermogenese ist der Fachbegriff für die Produktion von Wärme durch Stoffwechselaktivität. Also Wärme, die in weiterer Folge die Fettzellen zum Schmelzen bringt. Bei normaler Mischkost wird davon ausgegangen, dass rund acht bis zehn Prozent der eingebrachten Energie für die Thermogenese aufgewendet wird. So sagt die deutsche Gesellschaft für Ernährung: "Das aber 100 Prozent oder mehr verbrannt werden, ist wissenschaftlich nicht belegt. Negative Kalorien gibt es nicht."

Es wäre also einfach zu schön gewesen. Es gilt also weiterhin: Wer abnehmen will, muss schlicht weniger essen als verbraucht wird. Negativ-Kalorien gibt es vielleicht nicht, eine negative Kalorienbilanz aber sehr wohl. Wer sich an diese Tipps hält, sollte bald das eine oder andere Kilo weniger auf den Rippen haben - dazu braucht es übrigens keine 5 Kilo Ananas pro Tag.