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Ich habe mit Aktivkohle Zähne geputzt

Schwarze Paste, weiße Zähne: Kann Aktivkohle wirklich die Zähne aufhellen, oder ist das nur eine Legende? Ich teste den Beauty-Hack... Obacht: Fotos!

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Ich habe mit Aktivkohle Zähne geputzt
© istockphoto.com

Aktivkohle ist ein Internet-Superstar geworden. Zuerst kam die schwarze Maske aus dem asiatischen Hautpflege-Bereich, dann wurde Aktivkohle in Shampoos reingemischt und nun soll man damit auch noch die Zähne putzen. Ich frage mich, ob diese Spielereien nur populär werden, weil es erwachsenen Menschen erlaubt, sich schwarze Pampe aufs Gesicht zu schmieren und mit "dreckigen" Zähnen Selfies zu machen. Oder steckt doch was hinter dem Allheilmittel Aktivkohle?

Bewiesen ist, dass die Kohle aus der Apotheke ein chemisches Multitalent ist. Weil es sich so stark bindet und eine große Oberfläche hat, eignet es sich hervorragend bei Magen-Darmproblemen. Aus demselben Grund wird Kohle im Industriebereich bei Belüftungs- und Wasseraufbereitungsanlagen verwendet.

Aktivkohle im kosmetischen Bereich zu verwenden ist ein relativ neuer Trend, weswegen man mit der wissenschaftlichen Beobachtung noch ein bisschen hinterherhinkt. Laut Verbrauchermagazin "Ökotest" gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit von Zahnpasten, die mit Aktivkohle versetzt sind. Medizinisch gesehen, ist Aktivkohle in Kosmetika aber unbedenklich.

Und trotz dieser Informationen, die man schon beim ersten Mal googlen nachlesen kann, wird dieser Beauty-/Life-Hack immer weiter empfohlen, oder besser gesagt die DIY-Version. Die geht wie folgt: Einfach zwei Kohletabletten zerbröseln und vorsichtig mit Wasser verrühren, bis eine Paste entsteht. Und das war’s auch schon!

In dieses wunderschönes, schwarzes Gemisch tunkt man die Zahnbürste und versucht einen guten Batzen bis zum Mund zu balancieren. Dann kommt auch schon der lustige Part: Zähne mit der Kohlepaste putzen und dann noch fünf Minuten auf den Zähnen einwirken lassen. Ich hatte bei diesem Vorgang Spaß, keine Frage. Aber es ist wirklich ein wahnsinnig komisches Gefühl, sich ein krümeliges Mischmasch über die Zähne zu verteilen.

Für alle, die Sand und Ähnliches nicht mögen, könnte diese Beschreibung triggernd sein: Es fühlt sich an, als hätte den Staub hergenommen, der produziert wird, wenn man ein Loch in die Wand bohrt und diesen mit Wasser vermischt. Es knirscht richtig zwischen den Beißerchen! Die fünf Minuten Warterei können einem also ziemlich lang erscheinen. Und dann glaubt man, dass man den Mund nur ausspülen muss bevor man außer Haus gehen kann. Keineswegs.

Unterm Zahnfleisch und in den Zahnlücken klebt noch ziemlich viel Kohle, die auch mit aktivem Schrubben nicht effektiv entfernt werden kann. Ich stand also da, mit meinen un-aufgehellten und kohleverkrusteten Zähnen und dachte mir: "Gut, dass die Leserinnen diesen Hack nun nicht mehr selbst probieren müssen!"

Kommentare

Wolf Wieland

Die vorher-nachher Fotos beweisen doch gar nichts. Es ist auf den ersten Blick zu erkennen, dass das zweite Bild eine viel wärmere Farbtemperatur hat, wie das erste. Daher wirken die Zähne intensiv gelb. Ich hatte erst erwartet, dieser Artikel sei ernsthaft gemeint. Es ist aber wohl eher ein Witz - schade.

WOMAN

Lieber Wolf,
In dem Artikel wird nicht behauptet, dass die Aktivkohle die Zähne noch gelber macht. Und natürlich sind das keine professionell geschossenen Fotos! Der Artikel ist trotzdem nicht als ‚Spaß‘ gedacht. Es ist nur ein einfacher Selbstversuch eines viralen Trends, der vielleicht gar nicht so gut funktioniert.
Dein WOMAN-Team