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Ich habe mit Eigelb Haare gewaschen

Man muss gar nicht viel Geld für Haarkuren ausgeben, wenn man das nicht möchte. Wie wäre es zum Beispiel, mit einem Eigelb statt klassischem Shampoo?

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Ich habe mit Eigelb Haare gewaschen
© istockphoto.com

Ich bin nicht knausrig, aber wenn ich etwas mag, dann ist das Sparen! Ich shoppe am liebsten im Sale, scanne regelmäßig Lebensmittelprospekte nach den besten Angeboten durch und kaufe meine Beautyprodukte gerne von der Drogerie-Eigenmarke. Aber wenn es noch billiger geht, bin ich da natürlich auch immer dabei.

Und dieses Hausmittel ist mir auf diversen Kanälen von sozialen Medien immer wieder zugespült worden: Eine Haarkur, bestehend aus einem Eigelb. Besser gesagt wurden mir massenhaft Fotos und Clips von Frauen zuteil, die ein einzelnes Eigelb auf dem Kopf tragen und dabei geschockt dreinschauen. Wie schwer es wirklich ist, dieses glibberige Teil auf dem Scheitel zu balancieren merkte ich dann am eigenen Leib.

Aber dazu später mehr, nun erst einmal die Vorteile dieser etwas absurden Prozedur: Das Eidotter enthält sehr viele Proteine, die durch das längere Einwirken lassen einer Haarkur, direkt in die Haare und in die Kopfhaut gelangen können. Dabei soll man aber darauf achten, dass man seine Mähne nicht mit Proteinen übersättigt. Wie man aber überhaupt feststellen kann, welchen Proteingehalt die eigenen Haare haben, findet man nicht so leicht.

In einem Forum konnte ich einen Beitrag zu diesem Thema auftreiben, der besagt, man solle sein Haar ohne Produkte durchwaschen, abrubbeln und dann lufttrocknen lassen. Wenn es sich dehnt, ohne zu brechen und sich "gummiartig" anfühlt, dann hat man angeblich Proteinmangel.

Da ich erst vor Kurzem beim Frisör war und einen relativ kurzen Schnitt trage, sind meine Haare gut beisammen. Trotzdem wollte ich erstens wissen, wie es sich anfühlt ein Eigelb in die Haare zu massieren und zweitens, welche Wirkung letzteres hat, wenn man sonst kein anderes Mittelchen verwendet. Die schnellste Methode geht so: Zwei Eigelbe und ein bisschen Öl (Entweder Oliven-oder Kokosöl) vermischen und dann einmassieren. 20 bis 30 Minuten einwirken lassen und mit lauwarmen Wasser ausspülen.

Gesagt getan: Ich habe ein Eigelb mit Kokosöl gemischt – das zweite habe ich mir für Fotozwecke auf den Kopf gelegt. Das erste dieser fotogeilen Eigelbe hat sich (zum Glück) sofort in die Spüle verabschiedet. Zum Glück deswegen, weil es auch den Fußboden hätte treffen können. Das Zweite legte ich sehr viel vorsichtiger mit der Hand auf den Kopf und knipsten schnell ein-zwei Fotos. Es platzte zwar, blieb aber wo es war. Der erste Erfolg des Tages.

Das Massieren stellte sich als recht eklige, klebrige Angelegenheit heraus. Wahrscheinlich hätte ich mehr Öl dazugeben müssen, aber als ich bei der Sache war, war es schon zu spät. Für die Warterei bedeutet die Klebrigkeit der eintrocknende Masse, dass man alles machen kann was man möchte, ohne die ganze Wohnung anzukleckern. Und weil man nicht auf eine Tropferei achtgeben muss, vergisst man nach einiger Zeit, was man da auf dem Kopf hat. Die Zeit vergeht also wie im Flug!

Beim Auswaschen kannte ich den Tipp mit dem lauwarmen Wasser noch nicht, weswegen sich die Masse bei der normalen, etwas heißeren Temperatur nicht besonders gut löste. Deshalb hab ich da ein bisschen geschummelt und ein Tröpfchen Shampoo hinzugegeben, was die Sache ziemlich schnell in Wohlgefallen auflöste. Ich schwöre aber, dass ich danach nichts mehr benutzt habe, also keinen Conditioner, kein Anti-Frizz-Mittel, kein Haaröl, keinen Hitze- und keinen Haarspray.

Und trotzdem war das Föhnen meiner anspruchsvollen Frisur kein Problem. Die Haare glänzen, fühlen sich sehr kräftig an und stehen auch nicht in alle Richtungen ab, obwohl die U-Bahn-Luft nicht der gnädigste Windhauch ist. Ich möchte diesen Erfolg sehr gern der Eigelb-Kur zuschreiben, obwohl ich das leider nicht beweisen kann. Aber nochmal versuchen werde ich es allemal!