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Wie erklärt man Kindern Terror?

Meist bekommen die Kleinen mehr mit als den Eltern bewusst ist. Eine Kinderpsychologin erklärt, wie man mit Kindern über Krieg und Terror spricht.

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Wie erklärt man Kindern Terror?

Terror macht auch den Kindern Angst. Nimmt dir Zeit, sprich mit ihnen!

© istockphoto.com

Viele Eltern fragen sich in dieser turbulenten und leider nicht nur besinnlichen Zeit, wie man mit den Kindern über Krieg oder Terroranschläge spricht. Kinder bekommen nämlich auch mit, was momentan passiert. Sie sehen Bilder in den Nachrichten und bekommen mit, dass die Erwachsenen darüber sprechen. "Terrormeldungen mit teils dramatischen Bildern gehen nicht spurlos an Kindern vorbei", ist sich Mag. Regina Stolz, Psychologin vom Institut Weitblick."Gefühle, die bei den Eltern ausgelöst werden gehen auf die Kinder über, denn dafür haben sie besonders sensible Antennen und können in weiterer Folge auch bei den Kindern selbst Ängste auslösen."

Wie erkläre ich Terrorismus?

Wenn Kinder ihre Eltern fragen, was Terrorismus ist, fällt es schwer die richtigen Worte zu finden. Man möchte das Erfragte schließlich kindgerecht erklären ohne dabei zu verängstigen. "Wie man einem Kind solche Begriffe erklärt, hängt natürlich auch vom Alter des Kindes ab", erklärt die Psychologin mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche. So könnte beispielsweise eine Antwort für ein Kindergartenkind sein, dass Terrorismus dann passiert, wenn erwachsene Menschen anderen Menschen absichtlich weh tun oder bewusst Dinge zerstören, nur um eigene Ziele zu erreichen.

Zeit nehmen

"Wichtig dabei ist es, dass man als Elternteil eigene Wort als Antwort auf die Fragen des Kindes findet und möglichst authentisch bleibt", fügt die Expertin hinzu. Meist reicht es dem Kind nicht eine kurze Antwort auf seine Frage zu bekommen, sondern im besten Fall ergibt sich ein Gespräch, das so lange weitergeführt wird, bis das Kind das Gefühl hat, dass seine Frage beantwortet wurde.

Wie erklärt man Kindern Terror?

Folgende Punkte sollten Eltern beachten:
1. Achte bei den Erklärungen darauf, dass du nicht dramatisierst und unnötige Ängste bei den Kindern auslöst.
2. Wenn ein Ereignis bei dir selbst Betroffenheit auslöst, teile dies auch dem Kind mit, es wird deine Gefühle ohnehin mitbekommen!
3. Gib dem Kind gegenüber ruhig zu, dass dies ein schwieriges Thema ist, das auch Erwachsene oft ratlos macht und keine einfachen Antworten zu finden sind!
4. Achte darauf, dass in deinen Erklärungen keine Vorurteile gegenüber bestimmte Gruppen von Menschen transportiert werden. Dein Kind wird sich an deinen Ansichten orientieren und kann so gegenüber anderen Kindern zu einem gelingenden Miteinander ohne Gewalt beitragen!
5. Frage das Kind nach seinen Vorstellungen und Gefühlen zu diesem Thema, so kannst du sicher gehen, dass das Kind keine unrealistischen Ängste oder falsche Vorstellungen entwickelt!
6. Wenn du merkst, dass das Kind verängstigt reagiert, vermittle ihm Sicherheit und Geborgenheit!

Wird der Terror immer mehr? Nein!

Wenn du noch weitere Fragen hast, besuche die Seite www.institut-weitblick.at und kontaktiere die ExpertInnen vom Team.