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Mit dem Zug in die Gondelstadt Venedig: Redakteurin Claudia Köhle auf Reisen...

Langsam und gemächlich nach Venedig:. Da kommt man auch mit Flieger oder Auto hin. Wir haben die Trendstadt jedoch ganz altmodisch per Zug erkundet...


Mit dem Zug in die Gondelstadt Venedig: Redakteurin Claudia Köhle auf Reisen...
© privat

Der Wiener Westbahnhof, 20.45 h, Gleis 7: Ich habe das Doppel-abteil im Euro Night Allegro Don Giovanni für mich alleine und inspiziere neugierig meine rollende Bettstatt für die kommende Nacht. Vor mir liegt schließlich eine knapp 12-stündige Reise nach Venedig – und meine erste Nacht im Schlafwagen! Ob sie erholsam wird? Das "Tak Tak" des Zuges und Schlafen in Bewegung sind angeblich nicht jedermanns Sache: In weiser Voraussicht habe ich deshalb an zugtauglichen Proviant gedacht: Schlafsocken für nächtliche Toilettenbesuche und Ohropax, falls mich das monotone Schienenklappern doch nicht in den Schlaf wiegt. Apropos Schlaf: So ein Abteil besteht aus zwei Etagenbetten, die sich zwar als erstaunlich bequem erweisen, die ausgeklappt jedoch fast den gesamten Platz einnehmen. Kofferöffnen ist dann unmöglich. Es empfiehlt sich also, den Wäschebeutel (ein Waschbecken ist im Abteil ebenfalls vorhanden) sowie das Gewand für den nächsten Tag in einer Extratasche mitzunehmen! So, jetzt noch schnell den Mantel in die Garderobe gehängt, und schon kann man es sich mit einem ersten Drink und Früchten (beides im Preis inkludiert) gemütlich machen. Eigentlich eine tolle Sache: Denn während ich schon ganz gemütlich in meinem Venedig-Reiseführer blättere, stünde ich am Flughafen gerade mal in der Check-in-Schlange, und eine zusätzliche Nacht im Hotel hätte ich außerdem noch buchen müssen, wenn ich statt des Nachtzugs den Flieger gewählt hätte. Und außerdem: In welchem Flugzeug kann man sich schon so langstrecken wie in meinem rollenden Bett?

Endlich Venedig!
Der nächste Morgen. 7.30 Uhr: Ein freundlicher Zugbegleiter weckt mich mit einem ans Bett servierten Frühstück. Und während ich noch schlaftrunken meinen Kaffee schlürfe, passieren wir bereits den Bahndamm in Richtung Lagunenstadt. So bequem habe ich mich Bella Venezia bislang jedenfalls noch nie genähert!

Weltwunder im Wasser.
Da die im 5. Jahrhundert nach Christus auf Millionen von Holzpfählen erbaute Hauptstadt der Provinz Venetien zwangsläufig autofrei ist, werden die über 150 Kanäle als Transportwege genutzt. Das bedeutet: Ab dem zentral gelegenen Bahnhof S. Lucia geht es entweder per Gondel, Wassertaxi (beide ca. € 90,– pro Stunde) oder per öffentliches "Dampfboot" weiter. Das Tagesticket fürs Vaporetto Ponte Rialto, in deren unmittelbarer Nähe sich mein Hotel, der Palace Bonvecchiati , befindet. Altes Gemäuer, modernes Design, zentrale Lage, und das alles zum fairen Preis – richtig gebucht, muss Venedig gar nicht so teuer sein! Und mit dem eingesparten Geld geht's gleich zum Shopping: Sämtliche Luxuslabels findet frau hinter dem Markusplatz, rund um das Hotel Bauer Grunwald und in den angrenzenden Seitengassen. Wer es lieber etwas günstiger mag: Trendige Vintagemode gibt's in der Boutique As you like , am Campiello S. Selvatico . Der beste Flohmarkt findet am Wochenende auf dem Campo Santa Margherita statt, und in der Filiale der Lifestyle-Kette Coin gibt's junge Mode und Kleinigkeiten für die Wohnung. Idealer Ausgangspunkt für so eine Trend-Tour: die Ende letzten Jahres fertig gewordene, ultramoderne Ponte della Constituzione über den Canal Grande . Von hier ist es auch nicht weit ins In-Viertel Cannaregio , das sich innerhalb der letzten Jahre vom Arbeiter-bezirk in ein Künstler- und Kreativviertel mit kleinen Handwerksbetrieben und Galerien verwandelt hat.

Noch mehr Kultur gefällig?
Das Peggy Guggenheim Museum ist ein Klassiker mit hübschem Garten und toller Terrasse (Anleger: Accademia ). Vom Anleger Arsenale aus kann man danach gleich auf den Lido weiterfahren und im Sonnenuntergang am Sandstrand das venezianische Traditionsgetränk, den Spritz (Wein, Prosecco, Aperol oder Campari) probieren. Viel romantischer lässt sich ein Abend in der Lagunenstadt kaum beginnen...

Redaktion: Claudia Köhle