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Eine Versicherungsmitarbeiterin über ihren Kontostand

Arbeiten, zahlen, leben: Wie viel verdient eine Mitarbeiterin bei einem Versicherungsmakler? Und wie viel bleibt am Ende des Monats übrig? Wir haben im Rahmen unserer Serie nachgefragt.

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Eine Versicherungsmitarbeiterin über ihren Kontostand
© istockphoto.com

"Über Geld spricht man nicht" - das gilt besonders in Österreich. Das eigene Gehalt halten die meisten von uns geheim. Dabei sind wir tagtäglich mit unseren Finanzen konfrontiert. Wo ist der 100er im Geldbörsl schon wieder geblieben? Wie soll ich die Reparatur des Autos bloß bezahlen? Wie schaffen es andere Leute, etwas auf die Seite zu legen? Und wie viel verdienen eigentlich die KollegInnen, die mit mir im Büro sitzen? Nicht zuletzt diese unnötige Verschwiegenheit ins Sachen Einkommen trägt dazu bei, dass Frauen immer noch nicht gleich viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Wir sagen: Schluss damit, über Geld spricht man! Deshalb fragen wir im Rahmen dieser Serie Frauen mit den unterschiedlichsten Berufen: Was kostet deine Welt? Wie viel verdienst du? Was bleibt am Monatsende übrig? Im zehnten Teil der Serie haben wir eine Backofficemitarbeiterin bei einem Versicherungsmakler zum Interview gebeten.

Susanne K. ist 22 Jahre alt und arbeitet als Backofficemitarbeiterin bei einem Versicherungsmakler. Nach dem Abschluss der Schule mit der AHS-Matura, fing sie an, bei einer größeren Versicherung zu arbeiten. Dann wechselte sie zu einem kleineren Unternehmen und ist nun für die Fuhrparks-Abteilung zuständig. Sie beschäftigt sich mit Vertrags- als auch Schadensabwicklung im KFZ-Bereich.

Wie viel verdienst du monatlich?
Susanne: Ich verdiene Brutto 1823,52 Euro für 40 Stunden die Woche.

Wie hoch sind deine Fixausgaben?
Susanne: Meine Fixkosten liegen bei ungefähr 900 Euro inklusive Lebensmittel.

Sparst du Geld, wenn ja wie viel, wie legst du es an?
Susanne: Mein Freund und ich haben ein gemeinsames Sparkonto auf das wir beide einzahlen. Wenn am Ende des Monats was übrig bleibt, was nicht immer funktioniert aber durchaus vorkommt, oder größere Beträge wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld kommen, zahlen wir es auf das Konto ein. Ich hab auch noch ein eigenes Sparbuch, das ich seit Jahren habe und nie angegriffen hab - der "Notgroschen" sozusagen.

Wie viel bleibt am Ende übrig?
Susanne: Wenn etwas übrig bleibt, was nicht immer vorkommt, weil zum Beispiel Tierarztkosten oder Reparaturen beim Auto oder im Haushalt anfallen, sind es meistens so um die 100 Euro.

Am Ende bleibt ein bisschen was für die Tierarztkosten der zwei Katzen übrig.

Und wie wichtig ist dir Arbeit generell? Welchen Stellenwert nimmt sie in deinem Leben ein?
Susanne: Das ist schwierig zu beantworten. Obwohl ich nicht viele Überstunden mache, arbeitet man am Abend arbeitet immer noch nach - zumindest im Kopf. Ich frage mich dann: "Hat es mit den Kunden heute gepasst? Hätte ich noch was besser machen können?" Auf jeden Fall ist es wichtig, dass das Umfeld passt. Wenn du viel Zeit in der Arbeit verbringst, sollte es mit den Kollegen gut klappen. Und im Endeffekt würde ich wahrscheinlich immer arbeiten, egal wie viel Geld ich hätte, aber vielleicht nicht 40 Stunden die Woche.

Bist du zufrieden mit deinem Gehalt?
Susanne: Ich verdiene in dieser Branche für mein Alter wirklich nicht schlecht. Mehr ist aber natürlich immer gut!

Weißt du, was deine KollegInnen verdienen?
Susanne: Bei wenigen weiß ich es genau, bei anderen ungefähr. Aber es ist mir eigentlich auch egal, ich habe nicht mehr oder weniger nur weil ich weiß was meine Kolleginnen verdienen. Wir haben unterschiedliche Ausbildungen, nicht die gleichen Aufgaben und sind auch unterschiedlich alt.

»Unsere Katzen sind der größte Luxus.«

Wofür gibst du gern Geld aus?
Susanne: Ich gehe alle drei Wochen ins Nagelstudio.
Mir sind gepflegte, schöne Nägel sehr wichtig und wenn ich sie mir selbst lackiere, hält der Nagellack nicht so lange und so genau bekomme ich es auch nicht hin.

Wofür würdest du gern mehr Geld haben?
Susanne: Sparen! Mein Freund und ich wollen uns irgendwann mal eine Eigentumswohnung kaufen, und dafür braucht man Erspartes. Wenn man eben nur hin und wieder was weglegen kann, dann wächst der Betrag leider nur sehr langsam an.

Redest du mit deinem Freundeskreis übers Geld?
Susanne: Diese "über Geld redet man nicht" Sache habe ich noch nie verstanden. Meine Freunde und ich reden über Geld, wenn's auf das Thema kommt, ja.

Größter Luxus? KATZEN!

Wie teilst du dir die Einnahmen mit deinem Freund?
Susanne: Mein Freund macht gerade eine Lehre, und bekommt Familienbeihilfe. Unsere gemeinsamen Fixausgaben betragen zirka 1.350 Euro. Davon zahle ich ungefähr 800 Euro da ich die Kosten fürs Auto alleine trage, weil mein Freund das Auto nicht wirklich nutzt da er keinen Führerschein hat. Bei den Lebensmitteln übernehme ich auch einen größeren Teil, da ich mehr verdiene als er.

Was ist dein größter Luxus?
Susanne: Unsere Katzen! Ich bin mit Tieren aufgewachsen und bin über glücklich, dass wir uns dieses Jahr selbst zwei Miezen zugelegt haben. Aber natürlich kosten sie Geld, was man nicht unterschätzen sollte.

Würdest du von dir selbst behaupten, dass du gut mit Geld umgehen kannst?
Susanne: Ja. Das habe ich von meinen Eltern gelernt - die haben mir schon als Kind erklärt, dass Geld nicht auf den Bäumen wächst.

Kannst du dir die Dinge leisten, die du gerne haben möchtest oder musst oft auf was verzichten?
Susanne: Ich würde gerne regelmäßig zur Massage gehen. Ich hatte bereits als Kind immer Probleme mit meinem Rücken und der Bürojob trägt nicht wirklich zur Besserung bei. Ansonsten kann ich mich nicht beklagen.