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Fashion für die Seele: Fr. Jona&son

Modedesignerin, Mutter und zusätzlich Bloggerin. Sonja vereint ihr Leben in ihrem Blog Frau Jona&son, das durch einen gewissen Eco-Flair geprägt ist.

von

Designs Fr. Jona & son
© Christina Diwold

„Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ - Grüne Erde, green cotton, green showroom oder goldgreen, sind nur ein paar Begriffe die im Blog von Frau Jona&son vorkommen. Die Bloggerin Sonja Wöhrenschimmel-Wahl vereint den bewussten, aktiven und ökonomischen Umgang sowohl mit unserer Umwelt als auch mit der Mode, die wir tragen. Wir durften einen kleinen Blick in ihr Leben werfen.

WOMAN: Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Fashionblog zu starten?
Sonja: Ich komme vom Modedesign, genauer gesagt von der Textilkunst. Als ich Mutter wurde, verlagerte sich mein Interesse immer mehr in Richtung „grünerer“ Mode und nachhaltigem Lebensstil. Dazu kam mein Wunsch, grüne Modelabels zu porträtieren - diese wurden mehr oder weniger von klassischen Modemagazinen und Blogs ignoriert - und die Liebe zu gutem Design mit anderen zu teilen.

WOMAN: Wo findest du deine Inspiration?
Sonja: Die Themen liegen auf der Straße. Gerade in der letzten Zeit kamen die unerträglichen, gefährlichen Arbeitsbedingungen in den Textilbetrieben Bangladeshs und anderen Ländern gehäuft ans Licht. Das allein ist schon ein Grund, immer wieder darauf hinzuweisen, welche Mode man unterstützen und kaufen sollte und welche nicht. Ansonsten inspirieren mich Oberflächen und Strukturen in der Natur, Reisen für neue Farb- und Geschmackszusammenstellungen und Gespräche.

Modeblog Fr Jona&son

WOMAN: War Mode immer schon ein Teil deines Lebens?
Sonja: Ich habe mit 6 Jahren begonnen, Kleidungen für meine Puppen zu nähen und mir einen Rock. Dafür bekam ich eine ordentliche Strafe, weil ich den neuen Hauskittel meiner Mutter zerschnitten hatte. Mit 13 wollte ich Designerin werden. Die Liebe zu Gestaltung, das Zusammenstellen der für mich richtigen Proportionen und Farbkombinationen, das Verstehen von Kleidersprache, ja das alles, gehört zu meinem Leben dazu.

WOMAN: Welche Kleidungsstücke sind deine Liebsten?
Sonja: Meine selbst entworfenen Kleider und Röcke sowie einige Vintage-Schätze.

WOMAN: Was ist dein persönliches No-Go?
Sonja: Mode der Achtziger Jahre. Sie symbolisiert für mich den Aufstieg einer „Schneller-Höher-Mehr“-Mode, die Zurschaustellung eines protzigen Stils, der nichts mit Ressourcenschonung zu tun hatte. Außerdem habe ich hier meinen ersten Teil der Jugend erlebt, was bedeutet, dass ich diese Zeit selbst mit auftoupierter Frisur verbracht habe. Und deren Farben, Formen, Aussage und Style nicht mehr sehen kann.

WOMAN: Hast du eine favorisierte Designerin oder Designer?
Sonja: Es waren eigentlich immer Labels wie Marni oder Antonio Marras für ihren Stil - derzeit gefällt mir Elsien Gringhuis, eine junge Eco Fashion-Designerin mit reduziertem Stil plus interessanten Oberflächengestaltungen. Und dazu Augustine Teboul, ein deutsch-französisches Label.

Modeblog Fr Jona&son

WOMAN: Wie findest du die derzeitigen Trends?
Sonja: Ich beschäftige mich nicht mit Trends. Jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens in unterschiedliche Situationen und Gemütslagen. Der geistige Horizont verändert sich. Danach richtet sich die Bekleidung.

WOMAN: Welche Basics muss ich in meinem Kleiderschrank haben?
Sonja: Zuerst definiert frau eine Grundfarbe als Basis: Dunkelblau, Schwarz oder Grau etwa. Daraus ergibt sich dann die dunkle Hose, ein Paar Eco-Jeans, ein Pencil Skirt, eine elegante Jacke, ein Cardigan. Dazu ein Mantel. Und das obligatorische unbedruckte T-Shirt.

WOMAN: Welche Trends kommen auf uns zu im Herbst?
Sonja: Das kann sich jede Frau selbst fragen: „Welche Farben und Formen brauche ich, um gut durch die Herbst- und Wintermonate zu kommen? Habe ich neue Farbvorlieben? Mag ich einen neuen Stil ausprobieren? Wie kann ich meine bestehende Garderobe durch eine neue Farbe und neue Formen neu akzentuieren?“ Was ich mir persönlich für mein Styling entwerfen möchte, ist ein Kleid mit dreidimensionaler Oberfläche, dazu die Themen Colour Blocking und grafische Formen. Dazu endlich ein Tweedblazer, um meinen Brit Chic, der mir schon seit Jahren gefällt, zu vervollständigen. Und das Kombinieren von verschiedenen Denims - sprich: alte Jeans zerschneiden und die verschiedenen Indigotöne kombinieren. Dazu die Farbe Jade und kräftiges Pink.

Modeblog Fr Jona&son

WOMAN: Verfolgst du auch andere Blogs? Welche zum Beispiel?
Sonja: Veggie Love ist das schönste Vegan Lifestyle-Blog Deutschlands. Mit vielen Tipps rund um Essen, Fashion und Beauty. Dann noch anders anziehen, ebenfalls aus Deutschland. Smilla porträtiert Menschen auf der Straße in ihren Looks und lässt sie über sich erzählen. Das beste Streetstyle-Blog, das ich kenne und das absolut frei von Marken-Bashing ist. Und Green Kitchen Stories, wo es um tolle vegetarische Küche geht, wunderschön fotografiert. Was ich mir gerne ansehe - abseits von Blogs - ist Etsy, die Online-Kreativ-Plattform aus den U.S.A. Wenn ich das Bedürfnis habe, mir ein wenig Design für den Alltag anzusehen, besuche ich diese Seite. Um mich an der Kreativität anderer zu erfreuen.

Modeblog Fr Jona&son

WOMAN: Quillt dein Kleiderschrank schon über?
Sonja: Naja, als Kleiderliebhaberin mit großer Liebe zu Vintage und andere Stilen ist mein Schrank voll und zusätzlich von drei Lebensphasen bestimmt. Modedesignerin, Mama und jetzt wieder Berufstätige mit neuen Ideen für meinen Style. Dazu kamen noch unterschiedliche Kleidergrößen.

WOMAN: Was war dein peinlichster Fashion-Fauxpas?
Sonja: Das ungute Gefühl, „underdressed“ zu sein, beschlich mich vor einigen Wochen auf der Berlin Fashion Week, als ich die „Green Lounge“ in Tageskleid und zu bequemen Sandalen mitfeierte. Und das aus Bequemlichkeit. Style hat nicht immer etwas mit absoluter Relaxtheit zu tun, die eigentlich geplanten Peeptoes hätten mir einfach ein konzentrierteres Körpergefühl gegeben.

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