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Model klagt an: Magerdruck bei der Fashion Week!

Rosie Nelson wiegt 55 Kilo bei 1,79 Meter Größe. Und ist damit zu dick (!) für die #LondonFashionWeek. Jetzt prangert das Model den Magerdruck an.

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Model klagt an: Magerdruck bei der Fashion Week!

Rosie Nelson: Superdürr – aber zu dick für die Modewelt

© Instagram/RosalieNelson

Wir zeigen euch jetzt gleich ein Bild einer Frau, die zu dick ist. Wohlgemerkt: Nicht WIR finden, dass diese Frau zu dick ist. Im Gegenteil. Wir würden ihr gerne ein Nutella-Brot reichen. Aber die Fashion-Welt befindet: Diese Frau ist zu kurvig für den Laufsteg.

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Ein von Rosalie Nelson 𯼼𦳕𯺺 (@rosalienelson) gepostetes Foto am

Die Frau heißt Rosalie Nelson. 1,79 Meter groß, zarte 55 Kilo. Ein Gewicht, dass nach herkömmlichen Kriterien fast bedenklich wäre. Aber nicht so für die größten und wichtigsten Mode-Labels. Die finden es ärgerlich, dass Rosie zu kurvig für ihre Entwürfe ist.

Im britischen Telegraph berichtet das britische Model jetzt über seine Erfahrungen während der Castings für die diesjährige London Fashion Week: "Egal wo ich hinkam - jeder Casting-Agent und Booker sagte mir, dass ich zu dick sei. Für den Catwalk fordern sie einen Hüftumfang von maximal 89 Zentimetern – ich komme aber auf 94 Zentimeter. Damit falle ich bereits aus dem Raster für Laufsteg-Models bei der Fashion Week."

Die Ablehnung traf die 23-Jährige hart: "Ich trainierte täglich eine Stunde und aß nur mehr Obst und Gemüse. Mein gesamtes Denken kreiste darum, wie ich Kohlenhydrate vermeiden kann und wie viele Kalorien ich bereits zu mir genommen habe. Vier Monate später hatte ich es geschafft: meine Hüften hatten nur mehr einen Umfang von 90 Zentimetern."

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Rosie Nelson suchte erneut die Agenturen und Booker auf. Doch ihr Körper genügte nach wie vor nicht: "Sie wollten, dass ich weiter Gewicht verliere. Eine Agentur sagte wortwörtlich: 'Wir wollen dich knochig, anders können wir dich nicht vermitteln!'"

Dies sei der Moment gewesen, in dem bei ihr ein Umdenken eingesetzt habe, schreibt die zarte Brünette. "Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich diesen Wahnsinn stoppen muss. Mir wurde eingeredet, dass ich fett wäre, solange, bis ich meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt und meinen Körper geschädigt habe."

Dies sei kein Einzelfall, sondern Magermodels die Realität der High Fashion-Welt. Doch immerhin ändert sich das Bewusstsein langsam – und formiert sich Widerstand via Social Media. So musste etwa erst kürzlich Designerin Victoria Beckham massive Kritik einstecken, da ihre Models bei der Schau in London erschreckend dürre Ärmchen hatten:

Rosie Nelson: "Die meisten Models sind blutjung. Mit 16 ist dein Körper noch zart – aber mit 18 verändert er sich. Auf einmal sind diese Mädchen weiblich. Und damit oft nicht mehr passend für das Business. Sie lassen sich unter Druck setzen, um dem Ideal zu entsprechen und Geld in diesem angeblichen Traumjob zu verdienen. Zurück bleiben kranke junge Menschen, die ein falsches Selbstbild und ein gestörtes Essverhalten haben." Doch es seien nicht nur die Models, deren Körperbewusstsein durch die Modeindustrie zerstört würde. "Die Designer argumentieren, dass ihre Kleidung nur an dürren Frauen richtig gut aussieht. Sie inszenieren ein Schönheitsbild, das junge Mädchen weltweit vergöttern und dem sie verzweifelt nacheifern wollen."

Nun fordert Rosie mit einer Petition auf Change.org, dass sich England ein Beispiel an Frankreich nehmen soll. Dort verbietet seit diesem Frühjahr ein Gesetz den Einsatz zu dünner Models in Kampagnen und auf den Laufstegen. In Paris wurde daraufhin bei einer Schau von Yves Saint Laurent ein Mädchen vom Laufsteg geholt. 59.000 virtuelle Unterstützer hat die Initiative des jungen Models bereits gefunden. Rosie: "Wir müssen es schaffen, dass Designer nicht mehr nach dürren, sondern nach gesunden Mädchen verlangen."

𯕕𯀀𥲀 taken by @robcrawford

Ein von Rosalie Nelson 𯼼𦳕𯺺 (@rosalienelson) gepostetes Foto am