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Instagram: Werden die Like-Herzchen nun abgeschafft?

Es war DIE Schreckensmeldung, die kürzlich die Runde machte: Instagram wird die Like-Funktion abschaffen! Auch wenn das bisher nur Gerüchte sind: Ein guter Grund sich zu fragen, was das für Influencerinnen & Co bedeuten würde.

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Like Symbol Instagram
© iStock/DStarky

Zur Debatte um die Abschaffung der Herzerl-Funktion, sagte Instagram-Chef Adam Mosseri im Zuge der kürzlich stattgefundenen Facebook-Entwicklerkonferenz F8 in Kalifornien: “Wir möchten nicht, dass sich Instagram wie ein Wettbewerb anfühlt“.

Uiuiui - was könnte diese mögliche Änderung für hauptberufliche BloggerInnen bedeuten?

(Vorerst) keine Panik! Sollte diese Maßnahme tatsächlich umgesetzt werden, so ist vorgesehen, dass ProfilbetreiberInnen weiterhin sehen können, wie gut – oder manchmal auch weniger gut – ihr Bild bei der Community ankommt. Die Diskussion betrifft lediglich die öffentliche Anzeige der Likes.

Ob sich der als Grund für die Abschaffung genannte Wettbewerbsdruck dadurch allerdings verringern ließe, sei dahingestellt. Denn bis dato waren es in erster Linie die Follower-Zahlen, die für BloggerInnen, Firmen als auch private UserInnen im Mittelpunkt standen. Die roten „Gefällt mir“-Herzen sind zwar nicht unbedeutend, haben aber bei weitem nicht so einen hohen Stellenwert wie die Frage nach der Followerzahl.

Was könnte die Abschaffung der Like-Funktion für Influencerinnen bedeuten?

Jede Followerin und jedes Like entscheidet über den Erfolg von Influencerinnen - zumindest sehen das die meisten aufstrebenden Bloggerinnen so. Daher könnte man auch sagen, dass diese beiden Faktoren als deren Währung anzusehen sind. Denn Kooperationen basieren auf der sogenannten Engagement Rate eines Profils: Dadurch erhalten Firmen Informationen darüber, inwiefern die geposteten Beiträge zu Interaktionen bei den FollowerInnen führen. Im Klartext: Wie gut sich die gezeigten Inhalte über diese Person vermarkten lassen.

Wenn man sich vor allem in den vergangenen zwei Jahren, viel (zu viel) auf Instagram aufgehalten hat, dann weiß man allerdings, dass einige Insta-Nutzerinnen auch gerne ein bisschen flunkern wenn es um ihr Zahlenwerk geht. Das Kaufen von Followern, Likes und Kommentaren gehört mittlerweile nämlich zu der App wie H.P. Baxxters Piercing zu seiner Augenbraue.

Problematischer wäre eine derartige Veränderung der App für BloggerInnen und InfluencerInnen vermutlich dann, wenn sich die App-Spezialisten künftig der Followerzahl annehmen und diese ausblenden würden. Denn sie ist der eigentliche Erfolgsmagnet der Insta-Stars. Je höher die Zahl neben dem Profilbild, desto größer auch die Massendynamik, diesem Profil zu folgen – frei nach dem Motto: Tun ja schließlich 150.000 andere auch schon, also mach ich´s auch. Zudem zählen auch Firmen für ihre Marketing-Aktionen eher auf Profile mit einer höheren Follower - als Likezahl.

Würde der Algorithmus funktionieren, wenn die Likes nicht mehr sichtbar sind?

Was den Wegfall der Herzchen angeht, so wären dahingehend vor allem zwei Aspekte interessant:

  • Was passiert mit dem bestehenden Algorithmus? Greift dieser noch, wenn die Likes nicht mehr öffentlich einsehbar sind?
  • Haben Firmen weiterhin die Möglichkeit, BloggerInnen in Form von Analysetools, wie beispielsweise Social Blade, auswerten zu lassen? Denn basierend auf derartigen Zahlen entscheiden diese, ob sich eine Kooperation mit dem entsprechenden Profil firmenseitig auszahlt.

Diese Fragen lassen sich wohl erst beantworten, wenn diese Veränderungen auch bei uns zu Tragen kommen. Eines ist jedoch sicher: Sollten Firmen nicht mehr überprüfen können, inwiefern die einzelnen Profile und Posts performen, dann könnte diese Änderung tatsächlich zu einem großen Problem für hauptberufliche BloggerInnen werden! Ohne Analyse kein Auftrag. Und ohne Auftrag kein Influencen.

Nach einem ersten Testlauf, der laut Mosseri gerade in Kanada durchgeführt wird, wird sich zeigen, ob und wie relevant diese Änderung tatsächlich ist. Derzeit steht nämlich noch nicht fest, ob der Testlauf auch in anderen Ländern vorgesehen ist.

Weitere Umstellungen der Instagram-App: Ein paar Gedanken am Rande

  • Fake - und Ghost-Accounts löschen: Eine allgemeine Säuberung der App könnte dazu beitragen, das Thema Follower in den Griff zu bekommen. Dies wurde Anfang des Jahres bereits gestartet. Nachdem es im Zuge dessen jedoch auch zu Löschungen echter Profile kam, ruderte Instagram zurück und stellte die Followerzahlen wieder auf ihren ursprünglichen Zustand zurück.
  • Abmahnung bei mehrmaligem Follower-Kauf: Es bedarf eines Monitoring-Tools, das all jene UserInnen ausfindig macht, die sich ihre Community erkaufen. Diese Scheinwelt, in der ein bisschen Geld in die Hand genommen wird, um sich Erfolg zu erkaufen, führt zu einem hohen Druck all jener, die ein erfolgreiches Business-Profil betreiben möchten. Instagram sollte daher all jene Profile abmahnen, die mehr als ein Mal FollowerInnen kaufen und diese gegebenenfalls der Plattform verweisen.
  • Den Grundgedanken der App als Inspirationsquelle zurückholen: Instagram wurde von seinen ursprünglichen MacherInnen eigentlich erschaffen, um die Menschen weltweit mit Inspiration aller Art zu versorgen. Mittlerweile zählt jedoch nur noch, wer wie viele FollowerInnen und KooperationspartnerInnen vorzuweisen hat - ungeachtet dessen, ob die Community echt oder erkauft ist. Die Abschaffung des Like-Buttons könnte einen ersten Schritt in diese Richtung bedeuten.
  • Instagram als zahlungspflichtige App: Der enorme Andrang, sich via Instagram der Welt zu zeigen und auf den Erfolg über Nacht zu hoffen, treibt viele UserInnen dazu, sich mehrfache Accounts zuzulegen. In Form einer zahlungspflichtigen App könnte diesem Phänomen ein Riegel vorgeschoben werden. Zudem könnte dadurch wahrscheinlich auch der Zahl an Fake - und Ghost-Accounts entgegengewirkt werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt heißt es abwarten, denn es wird bekanntlich nie so heiß gegessen wie gekocht! Und ein Gedanke zum Schluss: Das Gute an diesen geplanten Neuerungen: Instagram übernimmt endlich Verantwortung. Wenn man das World Wide Web als auch Büchergeschäfte abklappert, dann wird deutlich, dass mittlerweile zahlreiche Studien dazu existieren, dass Social Media bei (jungen) Menschen vermehrt zu Depressionen führe. Der ständige Vergleich, die Vereinsamung sowie der soziale Druck werden dabei als Auslöser von Angstzuständen und Depressionen herangezogen.

Thema: Report

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