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Neuer Trend: #Mommy Makeover

Du bist Mutter? Dann hast du bestimmt schon über chirurgische Runderneuerung nachgedacht. Sagen US-Chirurgen, die das #MommyMakeover zum neuen Trend ausrufen.

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Jade Beall fotografiert für ihr Buch "A Beautiful Body" Schwangere und Frauen nach der Geburt

A Beautiful Body Project: Feiert den weiblichen Körper nach der Schwangerschaft

© Jade Beall/A Beautiful Body

Erinnert ihr euch? Es ist nicht einmal ganz drei Jahre her, da feierten wir #abeautifulbodyproject, ein Foto-Projekt der Künstlerin und Mutter Jade Beall. Die zelebrierte auf ihren Bildern die "Super-(S)heros", also Mamas, die sich vor der Kamera entblößten, ohne Retusche, ohne Photoshop. Sie zeigten ihre Körper, so, wie sie eben sind, wenn man Kinder auf die Welt gebracht hat.

Keine Post-Baby-Bodys wie jene von Victoria's Secret-Models, die drei Wochen nach der Geburt ihres Fortpflanzes wieder mit straffen Popöchen und Parmesan-Hobel-Bäuchen über den Catwalk staksen. Sondern weibliche Körper mit Dehnungsstreifen, Hängebusen und weichen Bäuchen. "Dieser Körper hat Leben geschenkt, es gibt keinen Grund, ihn als hässlich zu verdammen," so die #abeautifulbody-Antwort auf den postnatalen Hang-Over. Toll!

Aber was blieb übrig, von der "Wir sind schön, so wie wir sind"-Bewegung? Denkbar wenig, um ehrlich zu sein.

Denn auch wenn breiter Konsens darüber herrscht, dass der weibliche Körper Famoses leisten kann und ein paar Dellen deshalb wirklich keine Rolle spielen sollten, so gibt es trotzdem kaum eine Mutter, die sich nicht insgeheim doch hin und wieder wehmütig an ihren prallen und straffen Busen der Prä-Milcheinschuss-Ära erinnert. Und kaum eine, die nicht schon einmal "Dehnungsstreifen entfernen" oder "Bauch nach Geburt straffen" gegooglet hat.

Mommy Makeover: Nach der Geburt bitte wieder wie vor der Geburt

Auf die "unschönen Folgen der Schwangerschaft", wie es die Ratgeber-Literatur formuliert, gibt es leider auch keine schöne Antworten. "Macht ja nix." "Ich find dich so auch gut". "Das wird schon wieder." Alles entweder gelogen. Oder so, dass man es nicht hören will.

Eine konkrete Entgegnung aber gibt es, und natürlich ist sofort wieder von einem Trend die Rede. #MommyMakeOver heißt die scheinbare Lösung und beschreibt eine Vielzahl ästhetischer und plastischer Chirurgie-Eingriffe, die richten sollen, was die Schwangerschaft aus dem Lot gebracht hat.

Dehnungsstreifen werden beseitigt, Brüste angehoben, Brustwarzen versetzt, der Bauchnabel so platziert, dass er nicht mehr so weit heraussteht, Schamlippen werden verkleinert und Scheiden verengt. Und wer das Gefühl hat, dass die Risse, die bei der Geburt entstanden und jetzt vernarbt sind, irgendwie stören, kann sich die Vagina innerlich glätten lassen.

In den USA ist die chirurgische Rundumerneuerung "seit langem üblich", schreibt die "Welt", "für kalifornische Chirurgen gehört das ‹Mommy Makeover› zum Standard", schreibt die "NZZ". Auch in Deutschland bieten Fachärzte eine Art Runderneuerung nach Schwangerschaft und Geburt an. Jährlich werden in Deutschland rund 20.000 Brustvergrößerungen und 10.000 Brustverkleinerungen vorgenommen. Die Zahl der Eingriffe nimmt Jahr für Jahr um zehn bis 15 Prozent zu.

Dabei ist die chirurgische Runderneuerung einer Frau kein Zahnarztbesuch, das bestätigen sogar die selten zimperlichen Praxen aus den USA. Auf der Seite von "Marina Plastic Surgery", einer auf #MommyMakeOver spezialisierten Praxis in Los Angeles und Beverly Hills, wird darauf hingewiesen, dass sich die Frauen mindestens ein bis zwei Wochen Erholungszeit nach dem Eingriff nehmen müssen. Nach einer Bauchdeckenstraffung dürfen die Patientinnen frühestens nach sechs Wochen wieder schwer tragen.

Allein auch deshalb sind die Meinungen in den Foren und Blogs der US-Mama-Portale geteilt. Von #Aufschrei über #IchWillSoBleibenWieIchBin bis zu #WoIstDerEingriffAmBilligsten variiert es.

Dabei – und auch das sollte eigentlich keine Frage sein – sollte es jeder Mutter selbst überlassen sein, wie sie es schafft ihren Körper wieder zu mögen. Mit Massagen, Yoga, Topfenwickel, beinhartem Workout, einfach so oder eben per chirurgischer Generalüberholung.