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Was kostet deine Welt? Eine Life-Coachin spricht über ihr Einkommen

In unserem Money-Talk reden wir offen übers Geld. Dieses Mal mit Simone, 43. Sie ist selbstständige Lebens- und Sozialberaterin in Wien.

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Was kostet deine Welt? Eine Life-Coachin spricht über ihr Einkommen
© Laura Stern

"Über Geld spricht man nicht" – das gilt besonders in Österreich. Das eigene Gehalt halten die meisten von uns geheim. Dabei sind wir tagtäglich mit unseren Finanzen konfrontiert. Wo ist der 100er im Geldbörsl schon wieder geblieben? Wie schaffen es andere Leute, etwas auf die Seite zu legen? Und wie viel verdienen eigentlich die KollegInnen, die mit mir im Büro sitzen? Nicht zuletzt trägt diese Verschwiegenheit in Sachen Einkommen dazu bei, dass Frauen immer noch nicht gleich viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Wir sagen, über Geld sollten wir dringend sprechen! Deshalb fragen wir im Rahmen dieser Serie Frauen mit den unterschiedlichsten Berufen nach ihrer finanziellen Situation.Im aktuellen Teil unseres Finanz-Serie spricht Lebens- und Sozialberaterin Simone, 43, mit uns offen über ihre Einnahmen und wie viel sie monatlich ausgibt. Die Unternehmerin ist verheiratet und Mutter eines neunjährigen Sohnes.

WOMAN: Was genau arbeitest du?

Simone: Ich bin Frauen-Coachin, Lebens und Sozialberaterin und professionelle Popotreterin mit Herz.

Wie kann man sich einen normalen Arbeitstag von dir vorstellen?

Simone: Sie sind inhaltlich sehr variabel. Aber jeder einzelne beginnt mit einer ausführlichen Morgen-Routine: Ich meditiere, mache Sport und bereite alles für ein gemeinsames Frühstück mit der Familie vor. Zeitlich arbeite ich vor allem, wenn mein Sohn in der Schule ist, also zwischen acht und 14 Uhr. In dieser Zeit habe ich im Durchschnitt zwei Einzelcoachings, in denen ich Frauen helfe, ihr Leben und auch Business zum Positiven zu verändern. Oftmals habe ich auch Netzwerk-Termine mit Kolleginnen aus dem Bereich Mindset, Coaching, Persönlichkeitsentwicklung oder Finanzen. Natürlich kommt auch strategische Arbeit nicht zu kurz: Ich arbeite an langfristigen Strategie meines Unternehmens und erledige Operatives wie Newsletter, Blog-Artikel, Social Media Betreuung, etc. Den Nachmittag verbringe ich immer mit meinem Kind, wir sind so viel und so oft wie möglich in der Natur. Am Abend habe ich zwei bis dreimal die Woche Gruppen-Coachings oder ich bin in Talkrunden zu Gast. Anonsten verbringe ich den Abend mit meinem Kind, lese sehr häufig und bevor ich ins Bett gehe, meditiere ich und schreibe in mein Dankbarkeits-Tagebuch. Den Freitag halte ich mir grundsätzlich frei.

Welche Ausbildung(en) hast du gemacht?

Simone: Ich bin internationale Mag. Diplom Betriebswirtin (FH) Und Diplom Lebens und Sozialberaterin.

Welchen Stellenwert nimmt dein Job in deinem Leben ein?

Simone: Ich habe das große Vergnügen, dass mein Leben und meine Berufung sich in meinem Job wieder finden. Insofern ist es ein wunderbar großer Anteil.

Wie wichtig ist dir Geld?

Sehr wichtig. Ohne Geld kann ich weder in meine persönliche Weiterentwicklung noch in mein Business investieren. Mit mehr Geld kann ich mehr Menschen helfen und somit diese Welt ein klein wenig besser machen. Außerdem kann ich viel mehr Geld weitergeben, wenn ich es selbst habe. In Form von Spenden etc.

Hat dich Corona beruflich und finanzielle getroffen? Wenn ja, inwiefern?

Simone: Ich habe eine kontinuierlich positive Entwicklung in meinem Business, auch im Corona-Jahr, was daran liegt, dass ich schon im Vorfeld sehr viel online gemacht habe und somit bereits gut aufgestellt war.

Wie viel verdienst du?

Als Unternehmerin variiert das sehr und lag in den letzten Monaten zwischen 3500-6000 netto.

Wie zufrieden bist du mit deinem Einkommen?

Simone: Ich bin immer glücklich und zufrieden im Hier und Jetzt, und ich habe genauso große Visionen, bei der auch noch größere monetäre Mittel eine Rolle spielen.

Wie hoch sind deine privaten Fixausgaben?

Simone: 3.000 Euro.

Hast du eine private Pensionsvorsorge? Wenn ja, warum und wie viel gibst du monatlich dafür aus?

Simone: Ich habe noch eine Lebensversicherung, die ich von meinen Eltern übernommen habe, diese halte ich allerdings eher aus nostalgischen Gründen, nicht aus wirtschaftlichen. Ich bin der Meinung, dass gute Investitionen die bessere Pensionsvorsorge für mich sind. Derzeit investiere ich circa 500 € jeden Monat. Das kann aber auch mal variieren.

Sparst du Geld? Wenn ja, wie legst du es an?

Simone: Ich investiere vor allem in meine persönliche Weiterentwicklung (Bildung, Kurse, Seminare, Reisen, Bücher...) und ansonsten versuche ich sehr gut zu diversifizieren (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Krypto, etc.)

Wofür gibst du gerne und am meisten Geld aus?

Simone: Meine persönliche Weiterentwicklung.

Wie viel bleibt am Monatsende übrig?

Simone: Das hängt davon ab, wie viel ich investiere.

Was würdest du gerne haben, kannst es dir aber nicht leisten?

Simone: Derzeit definitiv noch mehr Investitionen in meinem Unternehmen für Wachstum und Skalierung.

Wie gut kannst du mit Geld umgehen? Und wie behältst du deine Finanzen im Blick?

Simone: Ich denke, dass ich recht gut mit Geld umgehen kann, obwohl da sicherlich Potenzial nach oben ist, was die Struktur im Bereich der Buchhaltung angeht. Ich bin sehr froh, eine wunderbare Steuerfee zu haben. Ich mache jeden Monat meine Abrechnung, jedes Quartal mit der Steuerberaterin die Abrechnung und so habe ich immer einen guten Überblick. Meine Kosten und Einnahmen sind ziemlich detailliert aufgeschlüsselt und ich versuche mich immer mehr am "Profit first" Konzept nach Erfolgsunternehmer Mike Michalowicz zur unkonventionellen Buchführung, in dem der Fokus auf Profit statt auf Umsatz in der Strategie und im monatlichen "Abrechnungswahn" gelegt wird.

Weißt du, wie viel deine KollegInnen aus der Branche verdienen?

Simone: Ich habe einen ganz guten Überblick über die Branche, wobei das extrem variiert, von unterhalb des Existenzminimum bis zu 600.000€ im Monat ist alles dabei.

Sprichst du mit deinem Freundeskreis über deine Finanzen?

Simone: Mit einem Teil ja. Vor allem im kollegialen Umfeld und mit neuen Freundschaften. Mit jedem kann ich allerdings nicht darüber sprechen.