Ressort
Du befindest dich hier:

Lindner: Der Fall der eisernen Lady

Die Neo-Politikerin sorgt für Aufruhr. Jetzt melden sich Ex-Mitarbeiter aus der ORF-Zeit und erzählen von cholerischen Schreianfällen und sogar einem tätlichen Übergriff.

von ,

Lindner: Der Fall der eisernen Lady

Familienaufnahme auf Lindners Gut: Regisseur und Stiefsohn Fabian Eder (Otto A. Eders Sohn aus erster Ehe), Gattin Katharina Stemberger und Tochter Anna sieht Lindner an Feiertagen.

© Roland Ferrigato

Eine Schande für Österreich. Der geht's nur um die Kohle! Letztklassig." Oder: "Gier frisst Hirn. War schon immer so." Auf Facebook prasselt ein Shitstorm sondergleichen auf Monika "Moneyka" Lindner, 69, nieder. Und auch im heimischen Blätterwald sorgt der geplante Parlamentseinzug der Ex-ORF-Generalin für heftiges Rauschen. Hauptgrund der aktuellen Erregung ist das stattliche Salär, das Lindner ab 29. Oktober zur bestverdienenden Pensionistin des Landes machen würde (10.000 Euro ORF-Pension plus 8.700 Euro Abgeordneten-Gehalt). Ursprünglich wollte Lindner (zuvor ÖVP-nahe) ihr Mandat beim mittlerweile krisengebeutelten "Team Stronach" annehmen - nachdem der damalige Klubchef Robert Lugar sie als "Speerspitze im Kampf gegen ORF, ÖVP und Raiffeisen" ins Rennen geschickt hatte, lehnte sie ab. Nun zieht sie doch als "wilde" Abgeordnete ins Parlament.

Beinhart. So weit, so bekannt. Wer aber ist die Frau, die scheinbar unbeeindruckt von Kritik und Shitstorm via Tageszeitung Österreich ausrichten lässt: "Da muss ich halt durch!"? WOMAN machte sich auf Spurensuche und fand viele ehemalige Mitarbeiter, die sich noch gut an den lindnerschen Arbeitsstil als Sendungsleiterin von "Willkommen Österreich" in den 1990er Jahren erinnern können. Von den Moderatoren soll sie stets als "Sprechpuppen" gesprochen haben, Lizzy Engstler, damals eine der Hauptpräsentatorinnen, nannte sie "Zitronentörtchen". Das sind eher die putzigen Anekdoten. Insider aber erzählen auch, wie sehr Monika Lindner gefürchtet war. Einer erinnert sich: "Ihre Standard-Sprüche waren: Mir ist lieber, du hast ein Magengeschwür als ich. Oder auch: Bin ich nur von Idioten umgeben? Sie soll mit "enormer Verachtung" und "menschlich untergriffigst" an ihre Untergebenen herangegangen sein. Eine ehemalige Mitarbeiterin spricht von einem "Schreckensregiment".

»Weinen hat sehr viel mit Selbtmitleid zu tun. Ich wurde darauf konditioniert, stark zu sein.«

Übergriff. Einer der Moderatoren aber erhebt heute einen besonders schweren Vorwurf: "Während einer Sendung brüllte sie mich wieder einmal zusammen, weil ihr ein Detail nicht gefiel. Und dabei zog sie mich vor lauter Wut an den Haaren." WOMAN konfrontierte Linder am vergangen Montag mit den Vorwürfen. Sie ließ uns via PR-Lady Gabriela Würth ausrichten: "Die Gerüchte um Handgreiflichkeiten sind frei erfunden. Wir alle wissen, dass Frau Lindner sehr temperamentvoll sein kann - aber weit entfernt von Handgreiflichkeiten." Der Ex-Moderator ist bereit, seine Version auch vor Gericht zu bezeugen.
"Den Gegenwind halte ich noch aus", gab sie der Kronenzeitung am vergangenen Wochenende noch zu Protokoll. Massiver Protest ist für die geborene Schlesierin (heute Polen) und in Innsbruck aufgewachsene Lindner ohnehin nichts Neues. Dass sie hart im Nehmen ist, verriet die umstrittene Einzelkämpferin und leidenschaftliche Waidmännin einst in WOMAN: "Weinen hat sehr viel mit Selbtmitleid zu tun. Ich wurde darauf konditioniert, stark zu sein." Und weiter: "Ich bin ein Schlachtross. Die Hörner schallen und ich setze mich in Bewegung." Die Frau scheint es ernst zu meinen ...