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Motorsport: Meinungen über eigene Rennserie für Frauen gespalten

Eine eigene Formel-Rennserie für Frauen sorgt in den letzten Tagen für Kritik. Die W Series soll ausschließlich weiblichen Pilotinnen vorbehalten sein.

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Susie Wolff
© Getty Images

Schafft eine eigene Formel-Rennserie für Frauen mehr Aufmerksamkeit und Chancenverbesserung im männerdominierten Motorsport? Diese Frage polarisiert seit Mittwoch Expertinnen und Experten, aber auch Fans. Da wurde nämlich in London die W Series präsentiert, die im kommenden Jahr starten sollen. Die Rennserie soll ausschließlich für Pilotinnen zugänglich sein. Unterstützt wird das Projekt von Ex-Formel-1-Fahrer David Coulthard und Stardesigner Adrian Newey. Sie werden als Berater und Ausbildner der Pilotinnen tätig sein.

2019 sollen auf sechs Saisonstationen Europarennen ausgetragen werden. Gefahren wird mit identischen Formel-3-Autos auf Topstrecken und ehemaligen Formel-1-Kursen um ein Preisgeld von 1,5 Millionen Dollar. Auf die Siegerin wartet ein Scheck von 500.000 Dollar (437.000 Euro).

Kritik von Frauen

Das Ziel sei es, Frauen zurück in die Formel 1 zu bringen, hieß es bei der Präsentation am Mittwoch in London. Kritik an dem Vorhaben kommt vor allem vonseiten der Frauen. Die meisten Fahrerinnen wollen gegen Männer antreten. Die Geschäftsführerin des Williams-F1-Teams, Claire Williams, bezeichnete die W Serie sogar als "Rückschritt". Die Indy-Pilotin Pippa Mann sprach von einem "traurigem Tag" für den Motorsport. Frauen würden separiert behandelt werden – Unterstützung sei das keine. Die Geschäftsführerin der W Series Catherine Bond Muir meint dazu: "Durch die W Series wird ihre Anzahl im Jahr 2019 deutlich steigen. Damit können viel mehr Rennfahrerinnen ihr Potenzial zur Entfaltung bringen."

Frauen in der Formel-1-Geschichte

In der Formel 1 spielten geschichtlich gesehen nur selten Frauen mit: Maria Teresa de Filippis wurde 1954 Zweite bei der Italienischen Sportwagenmeisterschaft. Sie war die erste Frau, die bei einem Lauf zur Automobil-Weltmeisterschaft startete. Lella Lombardi fuhr zwischen 1974 und 1976 zwölf Rennen. Giovanna Amati scheiterte 1992 in der Qualifikation. Zuletzt betrat Susie Wolff (Bild) die Formel-1-Bühne. Sie war 2014 und 2015 Test- und Entwicklungsfahrerin bei Williams. "Ich bin mir sicher, dass eine Frau auf diesem Level bestehen kann", sagt sie. Susie Wolff war vor Kurzem bei uns im Interview.