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Mrs. Sherlock Holmes im geheimen Einsatz: So spannend ist das Leben als Detektivin

Kameras im Paparazzo-Stil, Diktiergerät, Perücke: Dinge, die Helga Mnich stets dabei hat. Sie ist Detektivin! WOMAN gewährt sie Einblick in eine spannende Branche.


Mrs. Sherlock Holmes im geheimen Einsatz: So spannend ist das Leben als Detektivin
© WOMAN/Froese

Sie hat keinen treuen Dr. Watson als Assistenten an ihrer Seite. Fährt keinen roten Ferrari wie TV-Schnüffler Magnum. Und sie löst auch keine mysteriösen Mordfälle à la Hercule Poirot. Der Alltag der Berufsdetektivin Helga Mnich, 48, besteht aus Partnerüberwachungen und Ermittlungen für Zivilprozesse. Die sie meist allein, oft unter widrigen örtlichen Bedingungen, bei jedem Wetter und vor allem unbemerkt absolviert! "Unauffälligkeit ist oberstes Gebot!", schildert die Inhaberin einer Detektei im 16. Wiener Gemeindebezirk (www.detektei-infos.at) ihren knochenharten Job - österreichweit finden sich in etwa 200 Unternehmen nur fünf Prozent Frauen.

Nervenkitzel
Oft unbequem, dafür aber spannend und überraschend ist ihr Beruf. Das war auch der Grund, warum sich die abenteuerhungrige Kärntnerin vor 23 Jahren auf das Inserat einer Detektei hin bewarb. Mittlerweile blickt sie auf über 1.000 bearbeitete Fälle zurück. Von Firmenbetrug über Ehebruch bis zu Nachbarschaftsstreitigkeiten. Das bis heute Faszinierende für die Topdetektivin, die mittlerweile das Büro ihres ehemaligen Chefs und nunmehrigen Ehemannes übernommen hat: "Man weiß nie, was passiert, wie lange man unterwegs ist, wohin die Beobachtung führt!"

Ziel: unbekannt
Helga Mnich erinnert sich an den Fall "Almrausch". Es galt, einen Mann zu observieren, der regelmäßig einer Männerkartenrunde beiwohnte, gelegentliche Übernachtungen inklusive. Mnichs Klientin vermutete eine Geliebte als tatsächlichen Grund. "Der Mann verließ um 17 Uhr die Wohnung in Wien. Doch statt zur Kartenpartie fuhr er auf die Südautobahn, über Wechsel und Pack in ein einsames Tal in Kärnten. Dort wechselte er in den Geländewagen einer Dame, die den Berg rauffuhr, einen Schranken öffnete, ihn hinter sich wieder schloss und weiterfuhr." Kein Problem für die erfahrene Ermittlerin, die ihr eigenes Auto zurück ließ, sich als Wandersfrau adjustierte und mit dem Nachtsichtgerät den Berg hinaufstapfte. Bis zu einer Almhütte, vor der sie dann "durchs Fenster feststellen konnte, dass die beiden offensichtliche Zärtlichkeiten austauschten … Einige Stunden später verließ die Dame, die sich nach Rücksprache mit der Auftraggeberin als auch ihr bekannte Jugendfreundin des Mannes entpuppte, den Ort des Geschehens, der Mann folgte. Auch Helga Mnich trat den Rückweg zu ihrem Auto an. Um sechs Uhr früh war die Profi-Ermittlerin zurück in Wien und schloss die Überwachung positiv ab, sprich: Sie hatte alles fotografiert und festgestellt, was festzustellen war, ohne dass es der Überwachte bemerkt hatte.

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