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9 Stufen der Müdigkeit, die nur Eltern kennen

Stand der Dinge: Augenringe! Mama-Bloggerin Anne erzählt von ihrem Schlafentzug (dank Kinder) und beschreibt die 9 Stufen der Müdigkeit, die nur Eltern kennen. Wir liegen am Boden vor Lachen!

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9 Stufen der Müdigkeit, die nur Eltern kennen

Völlig k.o...

© istockphoto.com

Zugegeben, so kurz nach der Geburt war ja alles halb so schlimm: Als Neo-Eltern hat man diesen hauseigenen Hormoncocktail, den müde Bank-Manager durch Koks erreichen. Und man hat diesen Jungeltern-Stolz an sich. Wie kleine Orden schleppt man seine Augenringe durch den Tag – immerhin sind sie Zeichen, dass man jetzt in einem exklusiven Club aufgenommen wurde. Eintrittskarte ist das Durchtrennen der Nabelschnur – Austreten kann man nie wieder. Und schlafen demnach auch nicht.

Die Magie der ersten Monate ist irgendwann dahin. Man leidet unter Schlafentzug, der ja in manchen Ländern bekanntlich als Folter angewendet wird. Man sehnt sich nicht nach Bei-, sondern viel mehr nach Tiefschlaf. Denn die harte Realität beginnt: die Zähne kommen. Die bohren sich nämlich erst durch das Zahnfleisch des Kindes und gleichzeitig damit auch durch die Nerven der Eltern. ABER VORSICHT! SPOILER: Es wird nicht besser!

mehr Energie für Mütter

Denn wenn die Kleinen erst mal mobil sind, dann beginnt das eigentliche Drama: Mütter meines Alters können sich bestimmt noch an diese rosa Häschen aus der Batterie-Werbung erinnern, oder? Genau so sind die Kinder… Die stehen unter Strom und laufen, und laufen, und laufen… Sie öffnen sich dann selber die Türe von ihrem Zimmer, trappeln den Flur entlang und legen sich ungefragt zu dir ins Ehebett. Quer. Oder sie strecken ihre kleinen Eisezehen auf deinen Oberschenkel und klauen dir mit treuherzigem Blick die Decke. Bei Zwillingen sieht das dann so aus…. Manchmal singen sie einfach in der Nacht. Oder sie wollen, dass du singst. Du bist dir nicht sicher, was davon besser ist…

Es liegt also kaum etwas näher, als ein kleine Typologie der Elternmüdigkeit aufzustellen:

1

Kurzes Hinsetzen führt zu Sekundenschlaf. Besonders gefährlich sind dabei weiche Flächen. Im entfernten Verwandtenkreis wurde von Eltern erzählt, die selbst bei Hautkontakt mit einem Sofa stumm umgefallen sind und sofort einschliefen. Achtung: Das kann zu Hausverbot in Möbelhäusern führen! Weil man als Jungeltern aber gerne seine Zeit in schwedischen Einrichtungshäusern abhängt (klar – dort ist's egal ob Essen am Boden landet) sollte man daher besonders aufpassen.

2

Man gähnt. Inbrünstig und oft. Jeder Dentist hat seine wahre Freude, wenn er Eltern als Patienten hat. Schon aus der Ferne kann er eine erste Diagnose stellen. Das Gähnen von Jungeltern ist so herzhaft, dass man im Zoo sogar die Löwen damit anstecken kann.

3

Das Gehör nimmt nur noch ein dumpfes Hintergrundrauschen wahr. Ob die Kinder streiten oder nicht, erkennt man nur an Gestik und Mimik. Was reden die Kinder überhaupt? Ist das Hebräisch? Oder Hindu? Weil man sich eine kurze Auszeit gönnen möchte, verzieht man sich für einen Moment aufs Klo. Das kann allerdings gefährlich sein, wie wir aus Punkt 2 Wissen.

4

Besonders gefährlich ist die Eltern-Müdigkeit beim Vorlesen von Gute-Nacht-Geschichten: Auch hier lauert die Gefahr des Sekundenschlafs. Folgende Formulierungen sind dabei tunlichst zu vermeiden: „Und der Prinz wurde immer müder. Müüüüder. Müüüüüd. Müüü..

5

Müdigkeit ist anstrengend. Gehirn läuft auf Sparflamme. Die Sprache verarmt. Lange Sätze verwirren. Einfache Anweisungen führen zum Erfolg. Hauptsätze dominieren. Schweigen ist am besten.

»Hast du schon mal im Gespräch mit einem Kleinkind den roten Roten Faden verloren?«
6

Hast du schon mal im Gespräch mit einem Kleinkind den roten Roten Faden verloren? Zugegeben, das ist ein bisschen peinlich – passiert aber bei ausreichend Schlafmangel oft und gerne. Mit passierte das erst kürzlich:
Kind: „Mama! Bitte! Machen!“
Mama: „Hä? Was soll ich jetzt machen?“
Kind: „Bitte! Helfen!“
Mama: „Womit? Was ist los? Wer bist du eigentlich?“

7

Man agiert ferngesteuert. Hin und wieder kann man sich gar nicht mehr erinnern, was man alles an einem Tag erledigt oder erlebt hat:
„Die Kinder haben doch heute bei uns im Bett geschlafen?“
„Nö – das war gestern. Oder doch vorgestern?“
ODER ABER:
„Wolltest du nicht die Küche aufräumen?“
„Sollte ich wohl – oder wir schalten einfach das Licht ab…“

8

Man maht Tipfehla in Blog-Texten. Oder in SMSen. So ein Buchstabenverdreher kann einen ganzen Text urinieren.

9

Habe ich Punkt 9 nicht schon geschrieben? Keine Ahnung… Wie spät ist es eigentlich? Warum tippe ich das hier? Ich lege mich mal kurz hin… Nur kurz… Augenpflege

Anneliese Attersee - Einer schreit immer
Bloggerin Anne ist mal wieder müde... Wen wundert's?

Anne hat Zwillinge. Weil ständig eines ihrer Kinder brüllt, betreibt sie den Zwillingsblog „Einer schreit immer – die Wahrheit über das Leben mit Zwillingen“. Anne hat acht Hände und viel Humor. Schau unbedingt auf ihren Blog: einerschreitimmer.com

Themen: Eltern, Kinder

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