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München verbietet sexistische Werbeplakate

Sexistische oder allzu erotische Werbeplakate wird man in München künftig nicht mehr zu sehen bekommen. Dies hat der Stadtrat vor kurzem beschlossen.

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© 2011 Getty Images

"Sex Sells" - diesen Slogan nehmen viele Werbeagenturen allzu wörtlich und kreieren manchmal Kampagnen, bei denen es nur noch um die sexuelle Darstellung des Models und nicht um das Produkt selber zu gehen scheint. Plakate mit solchen Sujets wird man künftig in München nicht mehr sehen, denn der Stadtrat hat beschlossen, diese zu verbieten. Die Münchner Stadtwerke und das Wirtschaftsreferat vermieten die städtischen Werbeflächen, weshalb sie auch bestimmen können, was darauf zu sehen ist.

Was ist sexistische Werbung?

Die Gleichstellungsstelle der Stadt München wird dabei mitentscheiden, bei welchen Plakaten der neue Beschluss angewandt wird. Grundsätzlich soll Werbung verboten werden, die "die sexuelle Attraktivität von Frauen ohne Sachzusammenhang" zeigt. Oder wenn eine Frau als Ware dargestellt wird. Ein gutes Beispiel für solche Werbesujets ist das sogenannte "Österhöschen Gate" von Frühjahr 2017. Der Unterwäsche-Hersteller Palmers veröffentlichte zu Ostern ein Plakat, auf dem sechs liegende Frauen zu sehen sind, die nur eine knappe Unterhose anhaben. Die Werbung wurde von vielen als sexistisch und frauenverachtend aufgefasst, auch wenn der Sachzusammenhang (Werbung eines Unterwäsche-Herstellers) Sinn ergibt. Der springende Punkt ist also die Inszenierung der Models. Und das macht die objektive Betrachtung eines Sujets nicht gerade einfach.

Während also so ein "Osterhöschen"-Bild in München bald nicht vorkommen darf, wird es weiterhin Werbung für Tabak und Alkohol geben. Zumindest sei man schon dabei, die Ausweitung des "Schnaps- und Tabakverbots" zu diskutieren, so der Stadtrat. Die deutsche Stadt tritt mit ihrem Verbot in die Fußstapfen anderer europäischer Orte, wo sexistische Werbung zumindest weniger im Stadtbild zu sehen ist. Zum Beispiel dürfen im Londoner Öffi-Netz keine Werbesujets präsentiert werden, die unrealistische oder ungesunde Körperformen zeigen. In Norwegen ist der Verbot der sexistischen Werbung im Marketing-Gesetz verankert. Und auch in Stockholm darf es keine sexistischen Plakate mehr geben.

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