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Mums Make Porn: Mütter drehen Pornos, die sie sogar ihren Kindern erlauben würden

Was kannst du tun, wenn dein Kind versaute Pornos schaut? Diese Fragen haben sich vier Mütter gestellt. Nun gehen sie zum Gegenangriff über: Und drehen selber Pornos!

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mums make porn
© Channel4

Das World Wide Web ist 30 Jahre alt geworden. Die Verknüpfung der ganzen Welt über ein - oder mittlerweile viele verschiedene Geräte - hat viel Positives mit sich gebracht. Doch alles hat leider Schattenseiten. Und das Netz ist voll von schattigen Plätzchen, die mehr oder minder gefährlich für ihre BesucherInnen sind. So ist das auch mit der Welt der Internet-Pornos. Jeder Mensch, egal wie alt oder jung kann in sekundenschnelle auf mannigfaltige Spielarten der menschlichen Sexualität zugreifen. Und auch, wenn man an sich nichts gegen Pornografie hat, muss man zugeben, dass der Porno-Mainstream ziemlich frauenverachtend ist.

Qualvoll gespreizte Beine, glattrasierte Öffnungen, nass glänzende Frauenkörper und über allem das gekünstelte Stöhnen. Und während die meisten von uns wissen, dass "echter" Sex eher nicht so aussieht, halten junge Menschen diese Bilder tatsächlich für die Realität. Denn wer keine Erfahrung hat, kann nicht wissen, dass die meisten Frauen nicht einfach einen Orgasmus haben, nur weil der Typ die Schamlippen zwei Minuten lang berührt. Sie können auch nicht wissen, dass nicht jede Frau auf Analsex steht. Und sie können ebenfalls nicht wissen, dass der männliche Orgasmus nicht der Mittelpunkt eines jedes Geschlechtsverkehrs ist.

Und diese Umstände kreiden vier englische Mütter in einer neuen Dokumentation auf Channel4 an. Bei "Mums Make Porn", also "Mamas drehen Pornos", nehmen die Frauen das Zepter selbst in die Hand und drehen solche Sexfilme, bei denen sie kein schlechtes Gefühl haben, wenn die Kids im Netz darüber stolpern. Und auch wenn wir die Dokureihe, die am 20. März starten wird, nicht mitschauen können, ist das Thema interessant genug, um darüber nachzudenken.

"Meine Töchtern haben noch nie einen Porno gesehen, erzählten sie mir. Aber meine Söhne schon und sie meinten, dass ist halt etwas, dass man macht und, dass sie auch mit Mädchen später machen wollen. Deshalb will ich, dass über dieses Thema gesprochen wird." , meinte Emma, eine der Porno-Mamas. "Als ich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder mal einen Porno angeschaut habe, hat es mich total geschockt. Vor allem, weil ich weiß, dass meine Kinder immer Zugriff auf so ein Zeug haben." , meinte Anita, eine andere der Mütter.

Sie alle sind sich einig: Man kann nicht oder nur schwer verhindern, dass die eigenen Kinder Pornofilme zu sehen bekommen. Was man aber tun kann, ist, die Sexfilme so zu gestalten, dass sie weder frauenverachtend sind, noch ein falsches Bild von Männlichkeit vermitteln. Wenn die jungen Menschen dann irgendwann mal wirklich Sex haben, sollen sie sich nicht mit unrealistischen Vorbildern - SchauspielerInnen! - vergleichen.

Und vor allen Dingen geht es darum, eine Debatte zu starten. Offen über Pornos mit den eigenen Kindern zu sprechen, ist nicht leicht. Aber es ist notwendig, damit die jungen Menschen eine Chance haben, auch über traumatisierende Inhalte zu sprechen. Und so sind die Mütter auch Advokatinnen für einen verbesserten Aufklärungsunterricht.

Wir hoffen, dass die dreiteilige Doku auch mal ins österreichische Fernsehen kommt!

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Thema: Sex & Erotik