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Diese Musliminnen kämpfen gegen Stereotype

Welches Bild hast du von muslimischen Frauen? Wir stellen dir sechs Frauen vor, die mit Style gegen die Stereotype von Kopftuch und Burka ankämpfen.


Diese Musliminnen kämpfen gegen Stereotype

Nadira Abdul Quddus: Die Designerin hat 22.000 Follower

© Instagram/Zahra

"Der Islam lehrt mich, dass Sittsamkeit die größte Gabe einer Frau ist. Aber Anstand ist eine Frage der Einstellung, nicht der Mode," sagt Anam Shahid, 27 Jahre alt und mit "TheStyleMenu.com" erfolgreiche Modebloggerin aus Kalifornien. "Ich thematisiere meine Religion in meinen Postings immer wieder, sie ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Sie führt aber nicht dazu, dass ich mein Gesicht oder meinen Körper verschleiere."

Anam ist eine von zahlreichen muslimischen Frauen, die auf ihren Blogs und Instagram-Accounts gegen Stereotype auf elegante Weise widerlegen. Wir stellen euch sechs dieser Role-Models vor:

"Als ich zum Islam konvertiert bin, dauerte es eine Weile, bis ich einen Style für mich als muslimische Frau gefunden habe," sagt die 29-jährige Designerin Nadira Abdul Quddus zur amerikanischen Marie Claire. "Es gibt wenig modisches Angebot. Das war auch der Grund, warum ich zu nähen beginnen habe." Auf ihrem YouTube-Kanal zeigt Nadira ihren über 90.000 Abonnenten in DIY-Tutorials, wie man trendy Maxi-Röcke entwirft oder einen Turban wickelt. "Meine Herausforderung ist es, Fashion zu entwerfen, die Frauen jeder Konfession tragen möchten und können."

Die 33-jährige Modebloggerin Zahra Sandberg teilt fast täglich neue Looks auf ihrem Blog LoveZahra.com. "Im Islam geht es viel um Anstand, um Moral. Ich definiere das aber nicht darüber, wie viel Haut ich zeige oder ob ich mich bedecke. Für mich zeigt sich das eher in der Art und Weise, wie ich andere Menschen behandle, wie ich mich verhalte. Freundlichkeit, Großzügigkeit, ein respektvolles Miteinander – all das sind die Werte, die mich als echte Muslima auszeichnen."

Summer Albarcha ist die Frau hinter Hipsterijabis. Gemeinsam mit anderen Frauen entwirft und präsentiert die 19-Jährige trendy Varianten des traditionellen Hidschab. "Ich habe nicht das Gefühl, dass mir durch das Kopftuch weniger Möglichkeiten bleiben, mich modisch auszudrücken. Ich wurde so erzogen, dass meine religiöse Werte keine Grenze für meine Ideen oder Träume darstellen."

Im Libanon ist Haifa Wehbe ein großer Pop-Star. Trotzdem hagelte es Kritik, als sie als Jurorin der Casting-Show Arab Star Academy in einem schwarzen Dress auftrat. "Ich dachte, mein Kleid wäre sehr sittsam – aber strenggläubige Muslime fanden, dass es viel zu aufreizend wäre. Ich wurde beschimpft und kritisiert." Doch ihre Fans seien vor allem auf Social Media-Kanälen vehement für sie und ihren Style eingetreten, wie sie Marie Claire erzählt. "Zum Glück. Denn Mode ist ein wichtiger Teil meines Lebens, ich drücke mich auch dadurch aus. Ich will mir nicht vorschreiben lassen, wie viele Zentimeter meiner Haut ich bedecken muss."

Auf Instagram nennt sich die 28-jährige Irene Mahmud Khan einfach nur "Irene Sarah". "Selbst aus meiner Familie kommen immer wieder Stimmen, die mir sagen, was ich als Muslima zu tragen habe, wie ich mich zu geben habe. Und obwohl ich ein sehr religiöser Mensch bin, definiere ich mich deshalb nicht auch als konservativ. Ich liebe Schminke, ich trage gerne hübsche Kleider, ich bin eine emanzipierte Frau." Freunde der in Los Angeles lebenden Fotografin hätten ihr deshalb geraten, dem Islam den Rücken zu kehren. "Aber auch das ist für mich keine Lösung. Ich sehe den Islam in einem Transformationsprozess."

Thema: Modeblogs